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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

TAGESTHEMA

Die USA ziehen in Reaktion auf die Geldstrafen, die die Europäische Union gegen US-Technologieunternehmen verhängt hat, die Einführung zusätzlicher Zölle auf Waren aus der Europäischen Union in Erwägung.

Die EU hatte vergangene Woche angekündigt, den Google-Mutterkonzern Alphabet mit einer Geldstrafe in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar wegen des Verstoßes gegen digitale Wettbewerbsregeln zu belegen. Die Strafe ist die jüngste in einer ganzen Reihe von Geldbußen für US-Technologieunternehmen in den vergangenen Jahren. Als Reaktion darauf erklärte US-Präsident Donald Trump am Freitag, er werde seine Regierung anweisen, eine Zolluntersuchung einzuleiten, die zu neuen Abgaben für die EU führen könne.

Die Untersuchung wird vom Büro des US-Handelsbeauftragten durchgeführt und stützt sich auf einen häufig genutzten Abschnitt des Handelsrechts - Section 301 des Trade Act von 1974 -, der als rechtlich haltbarer gilt als die Grundlage für die Zölle, die vom Supreme Court für nichtig erklärt wurden. Trump nutzte diese Bestimmung, um in der vergangenen Woche zur Bekämpfung von Zwangsarbeit Zölle in Höhe von 10 bis 12,5 Prozent gegen US-Handelspartner zu verhängen - und ersetzte damit temporäre Zölle, die eingeführt worden waren, nachdem der Oberste Gerichtshof im Februar viele seiner Zölle für ungültig erklärt hatte. Am Freitag reichten zwei kleine Unternehmen eine Klage ein, in der sie die neuen Zölle wegen Zwangsarbeit anfechten.

Die meisten EU-Waren unterliegen im Rahmen dieser Zölle wegen Zwangsarbeit derzeit einem Zollsatz von 10 Prozent. Für bestimmte Produkte wie Automobile gilt ein Zollsatz von 15 Prozent. Nach deren Umsetzung könnten zusätzliche Zölle zu den bereits bestehenden Abgaben hinzukommen.

Im vergangenen Jahr unterzeichneten Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein Abkommen, das die US-Zölle auf EU-Waren auf 15 Prozent begrenzte; die Frage der Regulierung des digitalen Sektors blieb in diesem Abkommen jedoch ungeklärt. Am Donnerstag erklärte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer, dass die Maßnahmen der EU gegen Google das Abkommen gefährdeten, signalisierte jedoch Verhandlungsbereitschaft, falls die Geldbußen aufgehoben würden.

AUSBLICK UNTERNEHMEN

HOCHTIEF (14:00)

Nachfolgend die Konsensschätzungen für das zweite Quartal (in Millionen Euro, Ergebnis je Aktie in Euro):

PROG PROG PROG 
2. QUARTAL                2Q26 ggVj Zahl  2Q25 
Umsatzerlöse              10.561 +12%   3 9.453 
Ergebnis vor Steuern operativ       381 +26%   3  302 
 

Weitere Termine:

08:00 GB/Astrazeneca plc, Ergebnis 1H

08:00 GB/Vodafone Group plc, Zwischenbericht 1Q

09:00 DE/Audi AG, Ergebnis 2Q

17:45 FR/Cie Generale des Etablissements Michelin SCA, Ergebnis 1H

17:50 FR/LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton SA, Ergebnis 1H

Im Laufe des Tages

- AT/Kontron AG, Ablauf des Übernahmeangebots von Großaktionär Ennoconn

DIVIDENDENABSCHLAG

(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)

Unternehmen      Dividende 
Geratherm       0,10 EUR 
 

AUSBLICK KONJUNKTUR

- DE 
  10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex Juli 
     PROGNOSE: 85,7 
     zuvor:  85,6 
     Lagebeurteilung 
     PROGNOSE: 87,2 
     zuvor:  87,0 
     Geschäftserwartungen 
     PROGNOSE: 84,3 
     zuvor:  84,1 
- EU 
  10:00 EZB, Geldmenge M3 und Kreditvergabe Juni 
     Geldmenge M3 
     PROGNOSE: +3,2% gg Vj 
     zuvor:  +3,2% gg Vj 
- US 
  14:30 Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter Juni 
     PROGNOSE: +2,1% gg Vm 
     zuvor:  -4,5% gg Vm 
 

ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES

Aktuell: 
Index            zuletzt +/- % 
DAX Futures        25.441,00  +1,0 
E-Mini-Future S&P-500   7.509,50  +0,8 
E-Mini-Future Nasdaq-100 28.675,50  +1,4 
Topix (Tokio)       4.061,92  +1,3 
Hang-Seng (Hongk.)    25.159,09  +0,8 
Shanghai-Comp.       3.825,31  +0,3 
 
 
Vortag: 
INDEX        zuletzt +/- % 
DAX        25.099,00  +1,4 
DAX-Future    25.179,00  +1,6 
MDAX       31.965,53  +0,9 
TecDAX       3.769,97  +1,9 
SDAX       18.229,28  +0,7 
Euro-Stoxx-50   6.280,94  +1,1 
Stoxx-50      5.429,15  +1,0 
XDAX       25.080,76  -0,1 
Dow-Jones     51.947,25  +0,5 
S&P-500      7.411,98  +0,1 
Nasdaq Composite 24.975,82  -0,6 
 

FINANZMÄRKTE

EUROPA

Ausblick: Die Aktien-Futures deuten auf eine höhere Eröffnung in Europa hin, gestützt durch die positive Stimmung infolge einer Pause im USA-Iran-Konflikt. Die Märkte entspannen in Erwartung oder Hoffnung auf eine neuerliche Waffenruhe, heißt es am Morgen. Rückenwind kommt von den am frühen Montag kräftig fallenden Ölpreisen. n der Folge handeln auch die Anleihen freundlich, die Renditen kommen damit unter Druck. Sollten die Energiepreise längerfristig fallen, könnte dies die Aussichten auf Zinserhöhungen durch Zentralbanken dämpfen und die Risikobereitschaft weiter verbessern. Zudem stellen sich Investoren auf die anstehende Zinsentscheidung der Federal Reserve in dieser Woche sowie auf wichtige Quartalszahlen von Big-Tech-Konzernen wie Apple, Microsoft, Amazon und Meta ein.

Rückblick: Fest - Entscheidenden Anteil an der positiven Entwicklung hatte der Ölpreis, der nach dem jüngsten Sprung über die Marke von 100 Dollar wieder klar unter dieser Marke handelte. Trotz der neuerlichen Eskalation des Iran-Kriegs zeigten die Einkaufsmanager im Juli eine Erholung der wirtschaftlichen Aktivität in der Eurozone. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex erreichte ein Fünfmonatshoch. Nestle erholten sich nach ihrem Vortagesabsturz etwas und stiegen um 1,7 Prozent. Im Handel wurde die Marktreaktion auf den Teilverkauf des Wassergeschäfts und den Zahlenausweis als übertrieben interpretiert. Roche meldete eine Zulassung in den USA und eine optimistische Einschätzung zu einer möglichen Zulassung in der EU - der Kurs gewann 1,6 Prozent. Nach einer positiven Ergebnisentwicklung bei Munich Re legten Swiss Re um 1,6 Prozent zu. Fintech Wise hat keine Banklizenz in den USA erhalten. Die Aktie fiel zwischenzeitlich um bis zu 11 Prozent, am Ende schloss sie jedoch nur noch 4,9 Prozent im Minus.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Fest - Zur positiven Stimmung passten positive Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone. SAP hatte solide Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die dazu beitragen dürften, einige der KI-bezogenen Sorgen zu zerstreuen, hieß es von Metzler. Der Kurs schnellte um 9,3 Prozent nach oben. Volkswagen notierten dagegen 2 Prozent im Minus - nach Licht und Schatten bei den Geschäftszahlen. Von einem soliden zweiten Quartal sprach JPM. Die Konzernmarge habe jedoch unter der Erwartung gelegen. Auch das Betriebsergebnis sei unter dem vom Unternehmen ermittelten Konsens ausgefallen. Zudem hatte der Konzern den Umsatzausblick gesenkt. Adidas schlossen 1,6 Prozent tiefer - belastet vom Ausblick eines US-Wettbewerbers. Munich Re (+0,6%) hat im zweiten Quartal mehr verdient als gedacht. Atoss Software (+9,8%) hatte die zweistelligen Prozentwachstumsraten bei Umsatz und Gewinnen fortgesetzt.

USA - AKTIEN

Uneinheitlich - Nach den herben Vortagesverlusten hat sich die Wall Street etwas erholt, wobei die ausufernden KI-Investitionen Technologiewerte belasteten. Für leichte Entspannung sorgte der wieder klar unter die Marke von 100 Dollar gesunkene Brentölpreis. Händler sprachen trotz der Erholung eher von einer Stabilisierung der US-Börsen auf wackeligen Beinen. Denn Anleger wappnen sich für eine mögliche Eskalation des Iran-Krieges, nachdem US-Präsident Donald Trump Pläne massiver Angriffe bekanntgegeben hat, die "größer als je zuvor" ausfallen könnten. Die Stimmung an der Börse sei besser als die geopolitische Lage, hieß es. Wenig Impulse - gerade im Hinblick auf die Inflationserwartungen des Marktes - lieferten die Einkaufsmanagerindizes Juli. Denn der Index zum Dienstleistungssektor war besser als gedacht ausgefallen, der zum verarbeitenden Gewerbe aber einen Tick schwächer. Nach den Enttäuschungen von Alphabet und Tesla am Vortag setzte Intel ein positives Ausrufezeichen im Technologiesektor. Der Halbleiterkonzern liefert einen ermutigenden Ausblick auf das KI-Geschäft und meldete Geschäftszahlen zum zweiten Quartal weit oberhalb der Markterwartungen. Auch die Erlösprognose auf das laufende Quartal übertraf die Konsensschätzungen. Allerdings rechnet Intel nun auch mit höheren Investitionen für 2026 als bisher veranschlagt. Der Intel-Kurs verlor 7,9 Prozent. American Express fielen um4,3 Prozent, obwohl das Kreditkartenunternehmen im zweiten Quartal mehr verdient hat als erwartet. Allerdings verfehlten die Einnahmen die Markterwartungen. Bei Verizon honorierten Anleger die Entwicklung mit neuen Vertragskunden, die die Erwartungen übertroffen hat. Der Kurs rückte um 5,8Prozent vor.

USA - ANLEIHEN

US-Treasuries Rendite  +/- Tageshoch Tagestief 
2 Jahre      4,33 -0,03    4,37    4,31 
5 Jahre      4,41 -0,05    4,47    4,40 
10 Jahre     4,68 -0,02    4,71    4,65 
 

Die Renditen sanken nach ihrem jüngsten Höhenflug. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ermäßigte sich um 2Ticks auf 4,68 Prozent, nachdem sie am Vortag den höchsten Stand seit 18 Monaten erreicht hatte. Nachgebende Ölpreise milderten Inflations- und damit Zinserhöhungssorgen.

DEVISENMARKT

DEVISEN    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:20 
EUR/USD     1,1404  +0,3  0,0037     1,1367   1,1385 
EUR/JPY     186,56  +0,2  0,2900    186,2700  186,3700 
EUR/CHF     0,9294  -0,1  -0,0006     0,9300   0,9298 
EUR/GBP     0,854  +0,1  0,0009     0,8531   0,8533 
USD/JPY     163,57  -0,2  -0,2700    163,8400  163,6800 
GBP/USD     1,3351  +0,2  0,0032     1,3319   1,3339 
USD/CNY     6,7683  -0,1  -0,0036     6,7719   6,7719 
USD/CNH     6,769  -0,0  -0,0026     6,7716   6,7704 
AUS/USD     0,6997  +0,3  0,0018     0,6979   0,6993 
Bitcoin/USD 65.348,85  +1,1  735,46    64.613,39 63.927,82 
 

Der Dollar-Index verharrte nach seinem jüngsten Zweimonatshoch auf dem erhöhten Niveau.

ROHSTOFFE

METALLE

Metalle    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     4.086,39  +0,8   33,83    4.052,56 
Silber      59,24  +1,9   1,08      58,17 
Platin    1.616,89  +1,8   28,35    1.588,54 
 

Gold verteuerte sich um 0,7 Prozent dank reduzierter Inflationssorgen wegen sinkender Ölpreise.

ÖL

ROHOEL     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    84,65  -5,2   -4,66      89,31 
Brent/ICE    92,11  -4,8   -4,67      96,78 
 

Nach der jüngsten Ölpreisrally infolge der Eskalation im Iran-Krieg kamen die Preise leicht zurück. Brentöl war mit 96,78 Dollar 3,9 Prozent günstiger zu haben als am Vortag. Trotz neuer Angriffe auf Tanker im Roten Meer und in der Straße von Hormus scheinen die neuerlichen Kämpfe die Bemühungen der Parteien widerzuspiegeln, ihre Verhandlungspositionen vor einer weiteren Verhandlungsrunde zu stärken, wie Analyst Norbert Rücker von Julius Bär erläuterte.

Nachdem US-Präsident Trump am Wochenende eine Feuerpause im Iran-Krieg verkündet hat, kommen die Preise am frühen Montag weiter deutlich zurück.

MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR

IRAN-KRIEG

US-Präsident Donald Trump hat eine größere Eskalation der Kampagne gegen den Iran verschoben. Das US-Militär sei am Freitag bereit gewesen, eine intensive Serie von Angriffen auf den Iran zu starten, die bis zu zwei Wochen hätten andauern können, sagten US-Offizielle. Die Operation wurde jedoch aufgeschoben, damit diplomatische Bemühungen fortgesetzt werden können und während Beamte die Auswirkungen erörterten, die ein Großangriff auf die schwindenden US-Bestände an Patriot- und anderen Flugabwehrraketen haben könnte. Der Präsident könnte weiterhin einen Angriff anordnen, sagten die Vertreter.

INDUSTRIEGEWINNE CHINA

Das Wachstum der chinesischen Industriegewinne hat sich im Juni leicht abgeschwächt, blieb aber im zweistelligen Bereich. Gestützt wurde es von der stark gestiegenen Nachfrage in den mit KI verbundenen Fertigungssektoren. Die Industriegewinne stiegen im Juni um 15,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und verlangsamten sich damit nach einem Anstieg von 21,1 Prozent im Mai, wie das Nationale Statistikamt am Montag mitteilte.

PARAMOUNT

wird die 81 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery zunächst nicht weiter vorantreiben. Wie das Unternehmen mitteilte, hat es den Prozess auf Eis gelegt, bis die rechtlichen Anfechtungen des Deals beigelegt sind oder bis zum 1. Juni 2027, je nachdem, was früher eintritt. Die Verzögerung könnte für Paramount hohe Kosten nach sich ziehen. Die Vereinbarung mit Warner enthält eine gestaffelte Ausgleichszahlung ("Ticking Fee") mit Zahlungen an die Warner-Aktionäre von rund 650 Millionen US-Dollar pro Quartal, beginnend im Oktober, bis die Transaktion abgeschlossen ist.

HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/flf/cln

(END) Dow Jones Newswires

July 27, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

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