Im Gespräch mit Rechtsanwalt Ingo Wegerich und Rechtsanwalt Dr. Andreas Zanner In jüngster Zeit haben einige börsennotierten Unternehmen ein sogenanntes "Downlisting" aus dem regulierten Markt in das Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse durchgeführt. Seit dem Inkrafttreten des Standortfördergesetzes am 10. Februar 2026 sind es bereits vier Unternehmen, die den regulierten Markt in Richtung Scale verlassen haben: CENIT AG, ecotel communication ag, PEH Wertpapier AG - und seit dem 29. Juni 2026 auch der erste bekannte Anleihe-Emittent, die FCR Immobilien AG. Weitere Unternehmen planen diesen Schritt. Was steckt dahinter? Wir haben dazu mit den Rechtsanwälten Ingo Wegerich und Dr. Andreas Zanner über die möglichen Hintergründe sowie die abwicklungstechnische Seite eines Downlistings gesprochen. Anleihen Finder: Herr Wegerich, Herr Dr. Zanner, seit dem Inkrafttreten des Standortfördergesetzes sehen wir eine Reihe von börsennotierten Unternehmen, die ein sog. Downlisting aus dem regulierten Markt in das Scale-Segment vollziehen. Wie wird das Downlisting durch den neuen Rechtsrahmen begünstigt? Ingo Wegerich: Durch das Standortfördergesetz, wurde § 39 Abs. 2 BörsG dahingehend neu gefasst, dass ein Downlisting vom regulierten Markt in einen KMU-Wachstumsmarkt, in Deutschland nur das Premium Freiverkehrssegment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse, ein Erwerbsangebot nicht erfordert. Bisher musste bei einem Delisting aus dem regulierten Markt ein öffentliches Angebot an die außenstehenden Aktionäre zum Erwerb ihrer Aktien gegen Geldleistung mindestens zum Durchschnittskurs der letzten sechs Monate unterbreitet werden. Hieran scheiterte in der Regel ein Downlisting, da weder börsennotierte Gesellschaft noch Hauptaktionäre ein solches Angebot finanzieren konnten. Anleihen Finder: Warum entscheiden sich Unternehmen generell für ein Downlisting? "Bei typischen mittelständischen Emittenten scheint ein jährliches Einsparpotential von 150.000 bis 250.000 Euro plausibel" Ingo Wegerich: Das liegt auf der Hand. Der Wechsel in das Scale-Segment stellt für Emittenten eine überaus attraktive Alternative dar: Die geringere Regulierungsdichte führt regelmäßig zu einer sehr deutlichen Entlastung von administrativen Pflichten und einer Senkung der Compliance-Kosten. Gleichzeitig können Unternehmen die wesentlichen Vorzüge einer Börsennotierung, insbesondere die Finanzierungsmöglichkeiten ...Den vollständigen Artikel lesen ...
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