DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Ifo-Geschäftsklima steigt im Juli stärker als erwartet
Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli stärker aufgehellt als erwartet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 86,6 (Vormonat revidiert: 85,7; vorläufig: 85,6) Punkte, wie das Münchner Ifo Institut nach seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 85,7 Punkte erwartet. "Trotz der unsicheren Lage am Persischen Golf zeigt sich die deutsche Wirtschaft weniger pessimistisch", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer und gilt als zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der nächsten sechs Monate.
Deutsche Wachstumsdynamik dürfte anhalten
Ein solider Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex deutet auf eine anhaltende Wachstumsdynamik in Deutschland hin, schreibt Philipp Scheuermeyer von KfW Research in einem Kommentar. Reformen der Regierung hätten die Stimmung verbessert, meint er. "Wir erwarten eine anhaltende Wachstumsdynamik dank einer starken Bauproduktion und, vermutlich, sogar eines gewissen Wachstums der Konsumausgaben." Dennoch sähen die Signale für das zweite Quartal weniger sicher aus, da das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran auf wackeligen Füßen stehe, meint Scheuermeyer. Das Wachstum könne bei moderat höheren Energiepreisen weitergehen. Sollten die Energieexporte aus der Golfregion jedoch zu lange stagnieren, werde der Energiepreisschock letztendlich seinen Tribut fordern, meint er. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juli unerwartet auf 86,6 von 85,7 im Juni gestiegen.
EZB: Kreditvergabe an Unternehmen im Juni stabil
Das Wachstum der Kreditvergabe an Unternehmen im Euroraum ist im Juni stabil geblieben. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) stieg die Buchkreditvergabe an Nicht-Finanzunternehmen mit einer Jahresrate von 4,0 (Mai: 4,0) Prozent. Gegenüber dem Vormonat nahm die Kreditvergabe um 26 (plus 34) Milliarden Euro zu. Die gesamte Kreditvergabe im Euroraum erhöhte sich mit einer Jahresrate von 2,4 (2,4) Prozent. Die Kreditvergabe an Private nahm um 3,3 (3,3) Prozent zu und die an den Staat um 0,3 (0,1) Prozent. Das Volumen der Kredite für den Hauskauf stieg um 3,1 (3,1) Prozent, und das der Konsumentenkredite um 5,1 (5,1) Prozent.
BoE dürfte Zinsen stabil halten - Aktuelles Niveau wirkt restriktiv
Die Bank of England dürfte die Zinsen auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Donnerstag und möglicherweise auch in den kommenden Monaten unverändert bei 3,75 Prozent belassen, schreibt Peter Goves von MFS Investment in einer Research Note. Das derzeitige Zinsniveau sei bereits restriktiv, während der britische Arbeitsmarkt schwach bleibe und Zweitrundeneffekte hoher Energiepreise auf die Inflation abmildern dürfte, falls solche auftreten sollten, so Goves. "Vorsicht kann und sollte walten, aber eine Zinspause nächste Woche - und darüber hinaus - erscheint zunehmend plausibel." Die Märkte preisen eine Zinserhöhung der BoE um einen Viertelprozentpunkt im November und eine 46-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine zweite Zinserhöhung bis zum Jahresende vollständig ein, wie aus Daten von LSEG hervorgeht.
China wehrt sich gegen neue US-Zölle
Chinas Handelsministerium hat eine neue Reihe von US-Zöllen scharf kritisiert, die laut der US-Regierung der Bekämpfung von Zwangsarbeit dienen sollen. Gleichzeitig warnte das Ministerium, dass Peking sich das Recht vorbehalte, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Die Äußerungen waren eine Reaktion auf die am 23. Juli vom US-Handelsbeauftragten bekannt gegebenen neuen Zölle, die sich gegen 60 Volkswirtschaften richten und wonach die USA einen zusätzlichen Zoll von 12,5 Prozent auf chinesische Waren erheben werden.
Neue US-Zölle - Anleger sollten sich auf niedriges Wachstum und hohe Inflation einstellen
Die Märkte sollten ein globales Umfeld mit niedrigem Wachstum und hoher Inflation erwarten, nachdem die USA in der vergangenen Woche neue Zölle gegen wichtige Handelspartner verhängt hatten, schreibt Emma Moriarty von CG Asset Management in einer Research Note. Die USA hatten am Freitag neue Zölle gegen 60 Handelspartner, darunter die Europäische Union und China, angekündigt. Die Zölle träten vor dem Hintergrund eines globalen Energieschocks und zunehmender Störungen der Lieferketten in Kraft, meint Moriarty.
DJG/DJN/apo
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July 27, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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