DJ MÄRKTE USA/Iran-Feuerpause stützt nur kurz - Fed und US-Earnings im Blick
DOW JONES--Die Feuerpause im Iran-Krieg und in der Folge kräftig fallende Ölpreise haben die Wall Street am Montag nur kurzzeitig angetrieben. Im Verlauf gaben die Indizes mehrheitlich ihre Gewinne wieder ab. Besonders schwach zeigen sich die Technologiewerte. Hier belasten Abgaben von Nvidia und Intel. Marktteilnehmer sprechen zudem von einer erhöhten Zurückhaltung, denn im Wochenverlauf stehen mit einer Reihe wichtiger US-Unternehmenszahlen aus dem Technologie-Sektor und dem Ergebnis der US-Notenbanksitzung am Mittwoch noch wichtige Termine auf der Agenda. Unter anderem werden Visa, Meta Platforms, Qualcomm, Microsoft, Amazon und Apple Quartalsergebnisse bekannt geben.
Der Dow-Jones-Index gewinnt am Mittag (Ortszeit) noch 0,3 Prozent auf 52.088 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 fällt um 0,1 Prozent. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes büßen bis zu 0,7 Prozent ein.
Die USA und der Iran haben am Wochenende ihre Angriffe unterbrochen. US-Präsident Donald Trump habe eine größere Eskalation der Militäraktionen gegen den Iran aufgeschoben, da er versuche, die Diplomatie wiederzubeleben, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf US-Vertreter.
Vor diesem Hintergrund geht es für die Ölpreise deutlich abwärts. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent fällt um 7,2 Prozent auf 89,77 Dollar. "Die Preisbewegung bei Öl spiegelt die verzweifelte Suche des Marktes nach positiven Nachrichten wider", so die ING-Analysten. Brent war vergangene Woche über die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen, nachdem der Konflikt auf das Rote Meer übergegriffen hatte. Jeder neue Militärschlag könnte den Ölpreis aber wieder über das Niveau von 100 Dollar springen lassen, warnen jedoch Teilnehmer.
Die US-Notenbank steht vor einer ihrer schwierigsten Zinsentscheidungen seit Jahren. Ein erneuter Ölpreisschock und eine falkenhafte Fraktion unter den Notenbankern, die auf Zinserhöhungen drängt, prallen auf verhaltenere Daten zur Inflation, die eher für eine Zinspause sprechen. Und an der Fed-Spitze steht mit Kevin Warsh ein neuer Vorsitzender, der bislang keinerlei Hinweise darauf gegeben hat, zu welcher Seite er neigt.
Der vor der Startglocke veröffentlichte Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter für den Juni liefert keinen Impuls, auch wenn die Zunahme mit lediglich 0,3 Prozent deutlich unter dem erwarteten Plus von 2,1 Prozent lag.
Der Dollar erholt sich von zwischenzeitlichen leichten Abgaben und zeigt sich kaum verändert. "Die offensichtliche Deeskalation hat die Ölpreise gedrückt und die Inflationssorgen gedämpft", sagt Jonathan Squires von Tapaas. "Ein anhaltender Rückgang der Rohölpreise könnte den Inflationsdruck weiter lindern und die geldpolitischen Erwartungen dämpfen." Auch für die Renditen am US-Anleihemarkt geht es abwärts, im Zehnjahresbereich um 4 Basispunkte auf 4,64 Prozent. Hier wird ebenfalls mit Spannung auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank geschaut. Es wird mehrheitlich mit einer Bestätigung des Zinsniveaus gerechnet.
Der Goldpreis steigt, nachdem die USA ihre Militärschläge gegen den Iran ausgesetzt haben. Die Feinunze erhöht sich um 0,7 Prozent auf 4.082 Dollar. "Die nachlassenden geopolitischen Spannungen haben die Inflationssorgen verringert und könnten den Druck auf die Fed reduzieren, ihre Geldpolitik weiter zu straffen, was dem Gold im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Fed-Sitzung kurzfristig Unterstützung bietet", meint Soojin Kim, Analystin bei MUFG.
Bei den Einzelwerten fällt die Nvidia-Aktie um 4,2 Prozent. Der Konzern führt derzeit Gespräche mit OpenAI über die Bereitstellung einer Absicherung in Höhe von rund 250 Milliarden US-Dollar für den ChatGPT-Entwickler im Rahmen eines gigantischen Rechenzentrumsprojekts. Die Garantien von Nvidia sollen OpenAI dabei helfen, ein Projekt mit einer Kapazität von 10 Gigawatt zu pachten, das Softbank im Süden von Ohio entwickelt, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. Insgesamt könnte das Projekt mehr als 500 Milliarden US-Dollar kosten, einschließlich der Chips, die in den Rechenzentren zum Einsatz kommen würden. Es wäre das bislang größte angekündigte Rechenzentrumprojekt.
Bei Intel und Advanced Micro Devices (AMD) geht es um 1,9 bzw. 6,8 Prozent nach unten. Umgekehrt legen Apple (+1,4%) und Microsoft (+2,3%) zu, obwohl ihre Geschäftszahlen im Wochenverlauf anstehen. "Das zeigt eine deutliche Verschiebung der Anlage-Präferenzen von KI hin zu mehr Consumer-Elektronik und alter Softwaretechnik", so ein Händler.
Mit den fallenden Ölpreisen geht es für die Aktien von Fluggesellschaften nach oben. So steigen United Airlines um 1,5 Prozent und American Airlines um 2,0 Prozent. Dagegen reduzieren sich die Aktien von ExxonMobil und Chevron um 1,7 bzw. 1,8 Prozent.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 52.088,31 +0,3 +141,06 51.947,25 S&P-500 7.401,56 -0,1 -10,42 7.411,98 NASDAQ Comp 24.879,73 -0,4 -96,10 24.975,82 NASDAQ 100 27.935,56 -0,7 -192,78 28.128,34 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,31 -0,02 4,34 4,29 5 Jahre 4,40 -0,03 4,42 4,37 10 Jahre 4,64 -0,04 4,66 4,63 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:20 EUR/USD 1,1381 +0,1 0,0014 1,1367 1,1385 EUR/JPY 186,24 -0,0 -0,0300 186,27 186,3700 EUR/CHF 0,931 +0,1 0,0010 0,9300 0,9298 EUR/GBP 0,8551 +0,2 0,0020 0,8531 0,8533 USD/JPY 163,64 -0,1 -0,2000 163,84 163,6800 GBP/USD 1,3305 -0,1 -0,0014 1,3319 1,3339 USD/CNY 6,7657 -0,1 -0,0062 6,7719 6,7719 USD/CNH 6,7638 -0,1 -0,0078 6,7716 6,7704 AUS/USD 0,6992 +0,2 0,0013 0,6979 0,6993 Bitcoin/USD 64.500,66 -0,2 -112,73 64.613,39 63.927,82 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 83,66 -6,3 -5,65 89,31 Brent/ICE 89,77 -7,2 -7,01 96,78 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.081,66 +0,7 29,10 4.052,56 Silber 58,71 +0,9 0,54 58,17 Platin 1.627,44 +2,4 38,90 1.588,54 (Angaben ohne Gewähr) ===
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July 27, 2026 12:37 ET (16:37 GMT)
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