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MÄRKTE ASIEN/Chipsektor im Ausverkauf - Kospi stürzt ab

DJ MÄRKTE ASIEN/Chipsektor im Ausverkauf - Kospi stürzt ab

DOW JONES--An den asiatischen Aktienmärkten ist es am Dienstag zum Teil steil nach unten gegangen. In Südkorea brach der Kospi ein, auch in Japan wurden heftige Verluste verbucht. Die bekannten Bedenken über die gewaltigen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) lösten eine erneute Verkaufswelle unter Halbleiterwerten aus. Der Ausverkauf im Chipsektor traf die Börsen in Südkorea und Japan besonders hart. Berichte, wonach die jüngsten KI-bezogenen Finanzierungszusagen des US-Schwergewichts Nvidia 750 Milliarden US-Dollar überstiegen, schürten Zweifel, ob die Nachfrage nach KI-Infrastruktur mit den Investitionen Schritt halten könne. Nvidia hatte laut Wall Street Journal jüngst Gespräche über eine Absicherung von rund 250 Milliarden Dollar für ein riesiges Rechenzentrumsprojekt von OpenAI geführt. Bereits in den USA zeigten sich Halbleiterwerte schwach.

Mit dem nahenden Monatsultimo steige zudem die Neigung zu Gewinnmitnahmen - gerade im Technologiesektor, hieß es. Zudem sorgte ein weiterer Bericht für Unruhe: In China nimmt offenbar ein staatlich unterstütztes Unternehmen die Massenproduktion von bestimmten Lithografiemaschinen auf, die in der Halbleiterbranche Verwendung finden. Damit steigt unter Halbleiteranlagenherstellern der Wettbewerb.

Der südkoreanische Leitindex Kospi brach nach zahlreichen Handelsunterbrechungen um 11 Prozent ein und rutschte auf die tiefsten Stände seit Mitte April ab - es war der höchste Tagesabsturz in über vier Monaten. Der Kurs des Speicherchipanbieters SK Hynix stürzte um über 14,7 Prozent ab - Samsung Electronics um 13,4 Prozent. Laut Analysten von Mirae Asset Securities in Seoul ging der Rückgang des Kospi auch auf Sorgen des Marktes über die zunehmende Konkurrenz aus China und eine mögliche Verschiebung in der globalen Lieferkette für Speicherchips zurück.

In Japan büßte der Nikkei-225 um 4 Prozent auf 62.365 Punkte ein und bewegte sich auf den niedrigsten Ständen seit Ende Mai. Kioxia Holdings brachen um über 18 Prozent ein, unter den Chipausrüstern verloren Nikon Corp. und Tokyo Electron jeweils 11 Prozent.

In China zeigten sich die Börsen widerstandsfähiger: Der HSI in Hongkong drehte im Verlauf des späten Geschäfts 0,2 Prozent ins Plus und der Shanghai-Composite auf dem Festland ermäßigte sich um 1,2 Prozent. Heimische Technologiewerte erhielten durch den spektakulären Börsengang von CXMT am Vortag etwas Unterstützung. Der Versuch Pekings, die Halbleiterselbstversorgung auch mit Hilfe von Hersteller von Lithografiemaschinen zu gewährleisten, gewinne an Glaubwürdigkeit, hieß es. Der technologielastige Taiex in Taiwan sank um 4,7 Prozent.

Der australische S&P/ASX-200, in dem Halbleiterwerte praktisch keine Rolle spielen, legte um 0,6 Prozent zu. Der australische Dollar sei nach Äußerungen der Gouverneurin der Reserve Bank of Australia, Michele Bullock, um rund 0,3 Prozent gefallen, sagte CBA-Devisenanalystin Kristina Clifton. Bullock habe die Tür für weitere Zinserhöhungen bei Bedarf offengelassen, habe aber auch angemerkt, dass sich die Wirtschaft wie erwartet verlangsame und es Zeit brauchen werde, bis die volle Wirkung der früheren Zinserhöhungen zum Tragen komme. Unterm Strich habe der Markt die Äußerungen Bullocks so bewertet, dass die RBA die Zinsen in naher Zukunft weniger wahrscheinlich anheben werde.

=== 
INDEX            zuletzt +/- %   % YTD Handelsschluss 
S&P/ASX 200 (Sydney)    8.947,80  +0,6    +2,7      08:00 
Nikkei-225        62.364,92  -4,0    -       08:00 
Topix 500 (Tokio)     3.098,76  -2,5   +16,5      08:00 
Kospi (Seoul)       6.023,66 -10,8   +42,9      08:30 
Hang-Seng (Hongkong)   25.248,57  +0,2    -1,5      10:00 
Shanghai-Composite     3.813,31  -1,2    -4,0      09:00 
Straits-Times (Singapur)  5.610,10  -0,2   +20,8      11:00 
IDX Comp. (Indonesien)   6.161,53  -0,4   -28,7      10:00 
KLCI (Malaysia)      1.713,43  +0,0    +2,0      10:00 
 
DEVISEN           zuletzt +/- %   00:00  Mo, 9:39 Uhr % YTD 
EUR/USD           1,1371  +0,0   1,1367     1,1402  -3,2 
EUR/JPY           186,20  +0,0   186,13     186,35  +1,2 
EUR/GBP           0,8546  -0,1   0,8554     0,8545  -1,9 
USD/JPY           163,74  0,0   163,74     163,42  +4,5 
USD/KRW          1.459,70  -0,3  1.464,62    1.468,50  +1,3 
USD/CNY           6,7680  +0,0   6,7657     6,7666  -3,2 
USD/CNH           6,7683  +0,1   6,7652     6,7669  -3,0 
USD/HKD           7,8418  0,0   7,8421     7,8417  +0,8 
AUD/USD           0,6974  -0,2   0,6989     0,7002  +4,5 
NZD/USD           0,5774  +0,0   0,5773     0,5801  +0,3 
BTC/USD          63.536,11  -2,1 64.916,60    65.228,75 -27,6 
 
ROHÖL            zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex           81,10  -1,8   -1,51      82,61 
Brent/ICE           86,65  -1,9   -1,71      88,36 
 
Metalle           zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold            4.051,16  -0,6   -24,00    4.075,16 
Silber            57,50  -1,5   -0,90      58,41 
Platin           1.611,85  -0,6   -9,40    1.621,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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July 28, 2026 03:50 ET (07:50 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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