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MÄRKTE EUROPA/Gut behauptet - Konzentration auf Berichtsssaison statt KI

DJ MÄRKTE EUROPA/Gut behauptet - Konzentration auf Berichtsssaison statt KI

DOW JONES--Mit einem ruhigen Start zeigen sich Europas Börsen am Dienstag. Der DAX klettert 0,5 Prozent auf 25.484 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 0,1 Prozent auf 6.291 Zähler. Der globale Kursabsturz der KI-Aktien mit einem Einbruch im Kospi-Index in Korea um 11 Prozent belastet nicht. In Europa wird das Thema zwar diskutiert, betrifft aber hierzulande nur wenige Spezialwerte.

Klar im Fokus steht die Fahrt aufnehmende Berichtssaison. Unter anderem müssen Zahlen von Schwergewichten aus allen Branchen verarbeitet werden wie Mercedes-Benz, Unilever, Kering, GSK, Barclays, Safran und viele andere. Dies sorgt wie erwartet für viele Alleingänge bei den Kursbewegungen in beide Richtungen.

Als gesamte Branche unter Druck stehen nur die KI-abhängigen Technologiewerte. Hier traf sich am Vortag die schon vorhandene Skepsis über Zirkelgeschäfte mit aktuellen Belastungsfaktoren. So die Meldung von Insiderverkäufen von Nvidia-Chef Huang über 1,8 Milliarden Dollar, der gigantische Börsengang von Chinas Chip-Hersteller CXMT und Berichte über Erfolge der chinesischen Konkurrenz bei der Chip-Lithographie. Sorgen über Chinas Erfolge kamen bereits in der Vorwoche auf, als ein KI-Agent von Open AI einen Cyber-Angriff ausübte, der nur durch ein chinesisches Modell gestoppt werden konnte.

"Per Saldo macht die China-Konkurrenz die Monetarisierungs-Fantasien der Anleger bei US-KI-Firmen zunichte", kommentierte ein Händler. US-Firmen würden ihr Alleinstellungsmerkmal rasant verlieren, der geplante Börsengang von Open AI könnte daher zu spät kommen, um Finanzinvestoren für ihre gigantischen Investitionen zu kompensieren.

Dazu kommen Sorgen über die Zinspolitik in den USA vor der anstehenden Fed-Entscheidung am Mittwoch. Eine Zinserhöhung wird zwar für Juli nicht erwartet, könnte aber durch falkenhafte Äußerungen schon angedeutet werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung ist laut CME von 16 Prozent vor einer Woche auf 38 Prozent gestiegen.

Bei Europas Technologiewerten geht die Talfahrt weiter: ASML und Infineon werden je rund 4 Prozent tiefer gehandelt. Auch deutsche Nebenwerte wie Suss Microtec fallen um 1,5 Prozent.

Kursgewinner in Europa sind mit 5,5 Prozent Plus Unilever. Der Hersteller von Lebensmitteln und Haushaltsgütern hat seine Jahresprognose für den Umsatz erhöht. Als "eigentliche Überraschung" wird im Handel bezeichnet, dass das Volumen-Wachstum gestiegen ist. Schließlich habe der Markt zuletzt kritisch auf die inflationierten oder rein von Preiserhöhungen getriebenen Umsatzsteigerungen reagiert.

Als gut für die Aktien von Safran und auch MTU im DAX werten Händler die Quartalszahlen der Franzosen. Safran hat die Jahresprognose erhöht, da auch das zivile Geschäft mit Triebwerken gut läuft. Bei Safran geht es 3 Prozent höher, bei MTU um 2,4 Prozent. Händler verweisen darauf, dass der Markt sich wieder auf das lange vernachlässigte Zivilgeschäft fokussiert, nachdem Rüstung etwas "out" ist.

Die Zahlen von Mercedes-Benz sind enttäuschend ausgefallen. In China brach der Absatz um 30 Prozent ein. Die Jahresprognose wurde gesenkt. Da dies jedoch alles erwartet worden war, legen die Aktien um 4,6 Prozent zu.

Bei Philips sind die Daten zwar besser, jedoch nur aufgrund von Einmaleffekten durch die Rückzahlung von US-Zöllen. Die Aktien brechen in Amsterdam um fast 9 Prozent ein.

Bei Teamviewer geht es 1,5 Prozent tiefer. Die Zahlen zum zweiten Quartal seien gemischt, heißt es im Handel. Im abgelaufenen Quartal gab es einen Margen- und Umsatzrückgang, jedoch sei der Ausblick auf das zweite Halbjahr optimistisch.

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.290,57  +0,1    8,36    6.282,21    8,6 
Stoxx-50        5.423,95  +0,1    3,11    5.420,84    10,3 
DAX          25.483,79  +0,5   122,76    25.361,03    4,0 
MDAX          32.318,83  +0,7   212,33    27.039,42    5,6 
TecDAX         3.810,82  +0,1    2,06    3.091,28    5,2 
SDAX          18.311,87  +0,2   35,49    13.062,07    6,6 
FTSE          10.803,37  +0,2   21,62    10.781,75    8,8 
CAC           8.412,47  +0,1    6,41    8.406,06    3,2 
SMI          14.474,59  +0,4   52,62    14.421,97    9,1 
ATX           6.333,21  -0,3   -21,08    6.354,29    18,9 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:42 
EUR/USD          1,1363  -0,0  -0,0004     1,1367   1,1374 
EUR/JPY          186,1  -0,0  -0,0300     186,13  186,1900 
EUR/CHF          0,9315  +0,0   0,0004     0,9311   0,9311 
EUR/GBP          0,8548  -0,1  -0,0006     0,8554   0,8548 
USD/JPY          163,77  +0,0   0,0300     163,74  163,6700 
GBP/USD          1,3291  +0,0   0,0004     1,3287   1,3301 
USD/CNY          6,7682  +0,0   0,0025     6,7657   6,7657 
USD/CNH          6,7681  +0,0   0,0029     6,7652   6,7648 
AUS/USD          0,6966  -0,3  -0,0023     0,6989   0,6989 
Bitcoin/USD      63.439,34  -2,3 -1.477,26    64.916,60 64.511,74 
 
ROHOEL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         80,93  -2,0   -1,68      82,61 
Brent/ICE         86,63  -2,0   -1,73      88,36 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.047,89  -0,7   -27,27    4.075,16 
Silber           57,44  -1,6   -0,96      58,41 
Platin         1.604,79  -1,0   -16,46    1.621,25 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

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July 28, 2026 03:54 ET (07:54 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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