DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Bundesbank: Deutsches BIP dürfte im zweiten Quartal leicht zulegen
Die deutsche Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal 2026 nach Einschätzung der Bundesbank trotz des Gegenwinds durch den Krieg im Nahen Osten etwas erholt. Wie die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht schreibt, dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) saisonbereinigt leicht gestiegen sein. "Insgesamt spricht das gegenwärtige Indikatorenbild für ein etwas höheres konjunkturelles Grundtempo als in der Deutschland-Prognose der Bundesbank vom Juni erwartet", heißt es in dem Bericht. Für Rückenwind sorgten demnach vor allem die resilient gebliebene Industrie sowie temporäre Sondereffekte.
Mehr als drei abweichende Stimmen bei Fed könnten auf Zinserhöhung im September hindeuten
Die Zahl der abweichenden Stimmen bei der Fed-Sitzung in dieser Woche werde als Indikator für die Bandbreite der Meinungen innerhalb des Offenmarktausschusses beobachtet, heißt es von T. Rowe Price. Erwartet werde ein Abstimmungsergebnis von 10 zu 2, wobei Logan und Hammack abweichend für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte stimmen würden, schreibt die US-Chefvolkswirtin Blerina Uruci in einer Research Note. Mehr als drei abweichende Stimmen wären ein deutlicheres Zeichen dafür, dass sich der Ausschuss auf eine Zinserhöhung im September zubewege, trotz eines Stillhaltens im Juli, meint Uruci. Die Basisprognose der Volkswirtin lautet, dass der Offenmarktausschuss in den nächsten zwölf Monaten die Zinsen unverändert lassen wird.
Ausblick für Geldpolitik der BoJ hängt wohl von politischem Druck ab
Es wird allgemein erwartet, dass die Bank of Japan am Ende ihrer zweitägigen Sitzung am Freitag die Zinsen unverändert lassen wird. Der Zeitpunkt und das Tempo weiterer Zinserhöhungen hängen jedoch wahrscheinlich von politischem Druck ab, meinen Analysten. Einer der wichtigsten Punkte, auf die man achten sollte, um den Einfluss der Regierung zu beurteilen, seien die Meinungsäußerungen auf der Sitzung in dieser Woche, insbesondere die Bemerkungen des Vertreters des Kabinettsbüros, meint Tomonobu Yamashita von der Bank of America. "Ob die Zusammenfassung der Meinungsäußerungen vom Juli eine Unterstützung der Regierung für weitere Zinserhöhungen signalisiert, wird ein entscheidender Faktor dafür sein, ob die Märkte weitere Zinserhöhungen bis zur Oktober-Sitzung einpreisen", so Yamashita.
Märkte schrauben Zinserhöhungserwartungen an BOE zurück - Ölpreise fallen
Anleger schrauben ihre Erwartungen an Zinserhöhungen der Bank of England in den kommenden Monaten zurück, da die Ölpreise nachgeben. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fällt um 3,6 Prozent auf 85,17 US-Dollar, da die Wiederaufnahme von Verhandlungen zur Lösung des Nahost-Konflikts die Sorgen der Märkte vor einer durch hohe Energiepreise angeheizten Inflation dämpft. Die Märkte preisen derzeit Zinserhöhungen der BOE im Umfang von insgesamt 35 Basispunkten für das Jahr 2026 ein, 12 Basispunkte weniger als in der Vorwoche, wie aus Daten von LSEG hervorgeht.
Großbritannien hat begrenzten fiskalischen Spielraum
Die öffentlichen Finanzen Großbritanniens sind angespannt und die Regierung hat nur minimalen Spielraum, schreibt Matther Ryan von Ebury in einer Research Note. Die Staatsverschuldung liege bei rund 100 Prozent des BIP und Großbritannien habe die höchsten Kreditkosten unter den Industrienationen. Jeder Hinweis darauf, dass der neue britische Schatzkanzler beabsichtige, die Haushaltsregeln auch nur am Rande zu lockern, "riskiere, die Glaubwürdigkeit zu untergraben und neue Verkäufe bei britischen Vermögenswerten auszulösen", meint Ryan.
DJG/DJN/apo
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July 28, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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