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MÄRKTE EUROPA/Gute Berichtssaison stützt - Techs und Ölpreis egal

DJ MÄRKTE EUROPA/Gute Berichtssaison stützt - Techs und Ölpreis egal

DOW JONES--Weiter im Takt der Berichtssaison geht es auch am Mittwoch mit Europas Börsen. Die Nachrichtenlage ist fast identisch zum Vortag, KI-orientierte Werte sind weiter auf dem Rückzug, in Europa steht ausschließlich die Berichtssaison im Fokus. Selbst der Anstieg der Ölpreise belastet hier nicht. Der DAX legt um 0,1 Prozent zu auf 25.498 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verliert 0,4 Prozent auf 6.266 Zähler. Im DAX stützen gute Zahlen von RWE und Deutsche Bank, die mit über 3 und 4 Prozent Kursplus honoriert werden. Auch die finalen Zahlen von BASF treiben über 2 Prozent. In Europa haussieren Kering nach starken Quartalsdaten über 10 Prozent. Bei Nebenwerten haben Krones und Nordex überzeugt.

Wegweisend wird am Abend die Zinsentscheidung der US-Notenbank sein. Die Mehrheit des Marktes rechnet mit unveränderten Sätzen. Klar im Fokus steht aber die Kommunikation der Fed über ihre künftige Zinsrichtung, denn der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh will keine vorausschauenden Aussagen abgeben. Dies dürfte am Markt viel Raum für Diskussionen schaffen und könnte für erhöhte Volatilität bei Anleiherenditen sorgen. Währungsexperte Lloyd Chan von der MUFG Bank meint dazu: "Unser Basisszenario ist ein restriktiver Kurs, wobei die Fed die Zinsen wahrscheinlich unverändert lässt und betont, dass die Inflationsrisiken hoch bleiben."

Kein Ende des Ausverkaufs ist bei den Technologiewerten aus dem KI-Bereich zu erkennen. So stürzten SK Hynix in Seoul trotz Rekordzahlen und -ausblicks um rund 10 Prozent ab. Allerdings waren die Erwartungen des Markts noch höher. Überdies belasteten automatisierte Stop-Loss-Verkäufe beim Unterschreiten wichtiger Kursmarken.

Am Markt sind nun die Sorgen vor negativen Überraschungen bei den Zahlen von Meta und Microsoft am Abend groß. Schon vergangene Woche hatte Alphabet negativ überrascht mit dem ersten negativen Cashflow seit über 20 Jahren wegen ihrer extremen KI-Ausgaben. Die Börsen dürften weiter eine extreme Zweiteilung im Tech-Bereich zeigen: Klassische Konsum- und Softwarewerte wie Apple und SAP dürfen weiterlaufen, KI-Titel abstürzen. In den USA war das am Vorabend klar erkennbar: Während Dell und Sandisk um 8 bis 14 Prozent einbrachen, legten IBM über 5 Prozent zu.

"Es gibt zu viele Fragen und zu wenige Antworten im Zusammenhang mit dem KI-Ausbau. Der ROI der Investitionen von Hyperscalern und das Ausmaß der Wertschöpfung durch KI sind weiterhin offene Fragen", sagte Dennis DeBusschere, Chefmarktstratege bei 22V Research mit Blick auf die Rentabilität der KI-Investitionen.

Auch in Europa setzt sich das Muster bei den Tech-Werten fort: Infineon im DAX und ST Micro fallen bis zu 1,5 Prozent. ASML geben 1,9 Prozent nach, BE Semiconductor um 2,7 Prozent. Ein Händler merkt aber an, dass der Verkaufsdruck abnimmt: "Sollten Meta oder Microsoft heute Abend geringere Investitionen in KI als erwartet ankündigen, könnte es schnell zu einer Erleichterungsrally kommen."

Gute Zahlen hat die Deutsche Bank abgeliefert, ihre Aktien legen 3,8 Prozent zu. Vor allem das Investmentbanking lief stärker als erwartet. Auch ihre Vermögensverwaltungstochter DWS konnte gute Mittelzuflüsse vermelden, allerdings sank der Gewinn zum Vorquartal. Hier geht es 4,8 Prozent tiefer. RWE liegen nach guten Daten 2,7 Prozent höher, die Analystenerwartungen konnten überboten werden.

In Europa sind Kering der Gewinner mit über 11 Prozent Plus. Hier zeichnet sich endlich der langersehnte Turnaround bei der Tochtermarke Gucci ab.

Gut läuft es auch beim Brillenkonzern EssilorLuxottica mit einer steigenden Marge, die Aktien klettern um 3,1 Prozent. Danone fallen um 3,5 Prozent trotz guten Wachstums der Absatzmenge. Allerdings hatte es beim Kurs hier schon viele Vorschusslorbeeren gegeben, heißt es.

Bei den Nebenwerten ragen Krones mit 5,1 Prozent Plus hervor. Das Unternehmen hat ordentliche Auftragseingänge und Umsatzwachstum verzeichnet. Auch der Gewinn stieg an. Nach Händlerangaben profitieren die Aktien zudem von Umschichtungen aus dem Tech-Bereich in klassische Industrieaktien. Für Nordex geht es 4,7 Prozent höher, die Quartalsdaten waren allesamt besser.

=== 
INDEX      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50  6.265,76  -0,4   -23,75    6.289,51    8,2 
Stoxx-50    5.428,39  -0,2   -10,83    5.439,22    10,4 
DAX      25.497,85  +0,1   33,84    25.464,01    4,1 
MDAX      32.333,27  -0,2   -62,05    27.039,42    5,6 
TecDAX     3.841,88  +0,1    4,77    3.091,28    6,1 
SDAX      18.515,63  +0,9   163,08    13.062,07    7,8 
FTSE      10.926,48  +0,5   55,46    10.871,02    10,0 
CAC       8.464,99  +0,1    6,21    8.458,78    3,9 
SMI      14.598,78  +0,2   27,45    14.571,33    10,0 
ATX       6.334,09  0,0    0,03    6.334,06    18,9 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:07 
EUR/USD      1,1400  +0,1   0,0015     1,1385   1,1385 
EUR/JPY      186,55  -0,0  -0,0100     186,56  186,5300 
EUR/CHF      0,9329  +0,0   0,0002     0,9327   0,9318 
EUR/GBP      0,8569  +0,0   0,0001     0,8568   0,8564 
USD/JPY      163,62  -0,1  -0,2000     163,82  163,8300 
GBP/USD       1,33  +0,1   0,0015     1,3285   1,3290 
USD/CNY      6,7663  -0,1  -0,0047     6,7710   6,7710 
USD/CNH      6,7669  -0,1  -0,0032     6,7701   6,7714 
AUS/USD      0,6948  -0,4  -0,0025     0,6973   0,6966 
Bitcoin/USD  64.423,83  +0,9   569,25    63.854,58 63.288,84 
 
ROHOEL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     82,14  +3,6    2,88      79,26 
Brent/ICE     86,95  +3,4    2,86      84,09 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.043,58  +0,4   16,46    4.027,12 
Silber       58,07  +1,6    0,93      57,15 
Platin     1.604,94  +0,0    0,00    1.604,94 
=== 

DJG/mod/cln

(END) Dow Jones Newswires

July 29, 2026 03:55 ET (07:55 GMT)

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© 2026 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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