SCHWERIN (dpa-AFX) - Ein bundesweit agierender Hotel-Softwaredienstleister ist nach Angaben des Datenschutzbeauftragten von Mecklenburg-Vorpommern Opfer eines Cyberangriffs geworden. Daten von Gästen seien abgeflossen, teilte die Behörde in Schwerin mit. "Nach derzeitigem Stand betrifft dies insbesondere Angaben wie Vor- und Nachname, Adressdaten und weitere buchungsrelevante Informationen." Bank- und Zahlungsdaten seien nicht betroffen. Aller Voraussicht nach sei eine hohe Zahl von Hotelbetrieben und damit auch von Gästen betroffen.
Ähnlicher Angriff im Februar
Bereits im Februar hatte ein Cyberangriff auf einen bundesweiten Hotel-Datenbankdienstleister zum Abfluss sensibler Gästedaten geführt, wie der MV-Datenschutzbeauftragte Sebastian Schmidt erklärte. Damals sei ein anderes Unternehmen betroffen gewesen als jetzt.
Bei Schmidts Behörde gingen in den vergangenen Tagen vermehrt Datenpannenmeldungen von Hotels ein, welche die bundesweit verbreitete Datenbank zur Verwaltung ihrer Gästebuchungen einsetzen. "Nach aktuellem Kenntnisstand sind die kompletten Datenbanken der betreffenden Hotels abgeflossen", berichtete Schmidt.
Bereits Phishing-Versuche
Mit den erbeuteten Daten seien bereits Phishing-Versuche bekanntgeworden. Kriminelle nutzen demnach die Daten, um gefälschte Nachrichten an die Hotelkunden zu versenden. "Diese E-Mails oder Mitteilungen erwecken den Eindruck, von Hotelmitarbeitenden zu stammen und sollen die Empfänger dazu verleiten, Zahlungen zu leisten oder weitere sensible Daten preiszugeben", warnte Schmidt.
Der Datenschutzbeauftragte empfahl den Hotels, alle betroffenen Gäste über den Abfluss ihrer Daten zu informieren. Die Gäste wiederum sollten E-Mails und Nachrichten besonders sorgfältig auf Absenderadresse oder ungewöhnliche Zahlungsaufforderungen prüfen. "Kontaktieren Sie im Zweifel das Hotel über eine offizielle Telefonnummer oder Adresse. Überweisen Sie nie Geld auf Grundlage einer Nachricht, deren Echtheit Sie nicht eindeutig überprüfen können. Geben Sie nie persönliche Daten oder Zahlungsinformationen über zugesandte Links preis", mahnte Schmidt./ili/DP/jha
