OFFENBACH (dpa-AFX) - Zu trocken, zu heiß, zu sonnig: Der Juli ist nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der fünfte Monat in Folge, der deutlich sonniger ausfällt als im vieljährigen Mittel. "Der Monat war vergleichsweise niederschlagsarm, die Sonnenscheindauer ist überdurchschnittlich hoch", schreibt der Wetterdienst in Offenbach. Weitere Details gibt er im Laufe des Tages in seiner Juli-Bilanz bekannt.
Zum Monatsende wird es am Donnerstag in Deutschland noch einmal richtig heiß. Die Meteorologen erwarten im Tagesverlauf bis zu 39 Grad - das dürfte der Spitzenwert in der aktuellen Hitzewelle werden. Ein Rekord wie Ende Juni wird nicht erwartet. Allerdings drohen wieder heftige Gewitter.
Wie fällt die Bilanz aus? Eine erste Einschätzung
Im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 sei der Juli wärmer gewesen, hieß es. "Nach derzeitigem Stand und unter Berücksichtigung der aktuellen Prognosen wird sich der Monat voraussichtlich unter den 10 wärmsten Juli-Monaten einreihen." Den bislang wärmsten Juli gab es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes 2006 mit im Mittel 22 Grad. Im vergangenen Jahr lag der Wert bei 18,4 Grad. In der Referenzperiode lag das Juli-Mittel bei 16,9 Grad.
Bereits der Juni 2026 war nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes der zweitwärmste Juni gewesen, den es jemals gab. Die Temperatur habe im Mittel bei 19,5 Grad gelegen, teilte der DWD in einer vorläufigen Auswertung damals mit. Nur 2019 sei es mit im Schnitt 19,8 Grad noch wärmer gewesen.
Städtetag: Brauchen Milliardensummen für Klimaanpassung
Für die Städte in Deutschland sei die Anpassung an das Klima eine Daueraufgabe, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Christian Schuchardt, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Dabei gehe es etwa um Maßnahmen wie Entsiegelung oder Stadtgrün. "Bestehende Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene reichen für diese umfassende Umsetzung nicht aus", kritisierte Schuchardt.
Es komme nun darauf an, "dass die Umsetzung von kommunalen Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepten dauerhaft und planbar von Bund und Ländern mitfinanziert wird", forderte er. Klimaanpassung sei kein "Nice to have", sondern existenziell für die Zukunft. "Unterm Strich reden wir da über Milliardensummen bundesweit, die investiert werden müssen. Das werden die Städte nicht allein stemmen können."
Hälfte Englands leidet unter Blitzdürre
Wetter bezieht sich auf ein Ereignis an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Der Begriff Klima hingegen meint die Gesamtheit von Wetter-Phänomenen über einen längeren Zeitraum. Treten Extremwetter-Ereignisse über einen bestimmten Zeitraum häufiger auf, kann dies darauf hinweisen, dass sich das Klima verändert hat. Klima-Experten gehen eben genau davon aus: Extreme Wetterereignisse werden häufiger.
Auch die Nachbarländer haben mit Hitze zu kämpfen und es ist zu trocken. Die britische Umweltbehörde etwa hat am Mittwoch für die Hälfte Englands eine Blitzdürre ausgerufen. Es ist bereits der zweite Dürresommer in England. Die Behörde warnt vor schwerwiegenden Folgen für die Umwelt und die Tierwelt./wem/DP/mis
