DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsches BIP steigt im zweiten Quartal um 0,2 Prozent
Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 stärker als erwartet gewachsen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer ersten Schätzung mitteilte, stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent und lag kalenderbereinigt um 0,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Quartalszuwachs von 0,1 Prozent und eine Jahreswachstumsrate von 0,6 Prozent prognostiziert. Die Konsumausgaben entwickelten sich im zweiten Quartal verhalten, die Investitionen gingen zurück, erklärte Destatis. Im ersten Quartal war das BIP auf Quartalssicht um revidiert 0,4 (vorläufig: 0,3) Prozent gewachsen.
Deutsche Wirtschaft überraschend robust
Die deutsche Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr 2026 trotz hoher Inflation und steigender Energiepreise weiter erholt. Neben der expansiven Finanzpolitik kamen konjunkturelle Impulse aus dem Ausland. "Insbesondere das krisengeplagte Verarbeitende Gewerbe dürfte seine Wertschöpfung weiter ausgeweitet haben. Darauf deuten die gestiegenen Industrieumsätze, insbesondere im Auslandsgeschäft, hin", kommentierte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent im zweiten Quartal 2026. Auch die Geschäfte im Einzelhandel verbesserten sich nach einem Tief zu Jahresbeginn. Für die zweite Jahreshälfte rechnet das Institut mit einer Fortsetzung dieses Erholungskurses.
Bundesländer melden höhere Inflation im Juli
Der Inflationsdruck in Deutschland ist im Juli gestiegen. In allen sechs Bundesländern, in denen Daten erhoben wurden, erhöhten sich die jährlichen Inflationsraten auf 2,5 bis 2,8 Prozent, wie die Statistischen Landesämter mitteilten. Im Vormonat hatten sie bei 2,1 bis 2,5 Prozent gelegen. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise in den sechs Bundesländern um 0,2 bis 0,9 Prozent.
Eurozone-Wirtschaft wächst im zweiten Quartal stärker als erwartet
Die Wirtschaft der Eurozone hat im zweiten Quartal 2026 stärker als erwartet zugelegt und trotz der Unsicherheit über den Verlauf und die Folgen des Konflikts im Nahen Osten wieder an Dynamik gewonnen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in dem 21 Länder umfassenden Währungsraum stieg in den drei Monaten bis Juni um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal, teilte die europäische Statistikbehörde mit. Ökonomen hatten nur ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Im ersten Quartal hatte das BIP stagniert.
BA-Stellenindex stagniert im Juli
Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland ist im Juli stabil geblieben. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) stagnierte bei 103 Zählern, wie die Bundesagentur mitteilte. Er lag damit 4 Punkte über seinem Vorjahreswert. Insgesamt bewegt sich der BA-X seit über einem Jahr um den Jahresdurchschnitt von 2015, der als Referenzwert festgelegt wurde.
China verzichtet vorerst auf große Konjunkturspritzen
Chinas oberste Führung hat wenig Bereitschaft für umfangreiche Konjunkturmaßnahmen in der zweiten Jahreshälfte signalisiert, da die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt trotz wachsenden Gegenwinds im Inland weiterhin auf Kurs liege, ihr reduziertes jährliches Wachstumsziel zu erreichen. Das Politbüro der regierenden Kommunistischen Partei, Chinas oberstes Entscheidungsgremium, betonte die Notwendigkeit, bestehende Maßnahmen voll auszuschöpfen. Dies deutet darauf hin, dass keine umfassenden Lockerungsmaßnahmen in Vorbereitung sind.
Chinas Politbüro sendet unterstützende, aber maßvolle politische Botschaft
Die Sitzung des chinesischen Politbüros hat eine unterstützende, aber maßvolle politische Botschaft geliefert, schreibt Chaoping Zhu von J.P. Morgan Asset Management in einem Kommentar. Obwohl auf der Sitzung keine groß angelegten Konjunkturmaßnahmen angekündigt worden seien, habe sie eine Tendenz zur Lockerung der Politik durch proaktive fiskalische Maßnahmen und eine akkommodierende Geldpolitik bekräftigt, so der Stratege. Die Möglichkeit einer schrittweisen politischen Unterstützung vor dem Hintergrund der schwächeren Wachstumszahlen für das zweite Quartal dürfte diese Einschätzung ebenfalls stützen, meint er. Die Stimmung an den Finanzmärkten dürfte durch ein erneuertes Bekenntnis zur Stabilisierung des Immobiliensektors und die Zusage, die Widerstandsfähigkeit des Kapitalmarktes zu verbessern, gestützt werden, meint er.
EZB dürfte Zinsen nicht über 2,50 Prozent anheben - Unsicherheit hält an
Trotz einer positiven Überraschung beim Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal dürfte die Europäische Zentralbank eine Anhebung der Zinssätze von derzeit 2,25 Prozent auf über 2,50 Prozent nicht in Erwägung ziehen, schreibt Alexander Krueger von ABN AMRO in einem Kommentar. "Die Wirtschaft macht wett, was sie im ersten Quartal verloren hat. Damals hat Irland die Wirtschaft gebremst; jetzt hilft es, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln", sagt er. Angesichts der zusätzlichen Belastung durch den Iran-Krieg sei ein Wachstum von 0,4 Prozent für das Quartal positiv. Dennoch würde ein länger andauernder Konflikt im Nahen Osten eine Rückkehr zur Normalität verzögern, meint der Analyst. Die EZB müsse die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Inflation genau im Auge behalten, sagt er.
Bank of England lässt Leitzins bei 3,75 Prozent
Die Bank of England (BoE) hat ihren Leitzins unverändert belassen und sich damit der Federal Reserve angeschlossen. Sie signalisierte jedoch ihre Bereitschaft, die Zinsen anzuheben, sollten hohe Energiepreise einen breit angelegten und anhaltenden Anstieg der Inflation auslösen. Der Leitzins verharrte damit bei 3,75 Prozent, dem Stand, auf dem er seit Dezember liegt.
+++ Konjunkturdaten +++
Spanien/HVPI Juli +3,8 % gg Vj nach +3,6% im Juni
Spanien/HVPI Juli PROGNOSE +3,8% gg Vj
Niederlande BIP 2Q +0,4% gg Vorquartal - CBS
Niederlande BIP 2Q +1,3% gg Vorjahr - CBS
Belgien Juli Verbraucherpreise +3,56% (Juni: +3,40%) gg Vorjahr
Schweden Juli Verbrauchervertrauen 97,1 (Juni: 94,2)
Schweden Juli Verbrauchervertrauen PROGNOSE: 94,5
DJG/DJN/apo
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July 30, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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