WILDAU (dpa-AFX) - Bundesagrarminister Alois Rainer hat die wirtschaftlich schwierige Lage für Schweinehalter beklagt. Die Preise, die die Schweinehalter momentan erzielten, seien nicht kostendeckend und im Keller, sagte der CSU-Politiker bei einem Besuch der "Hall of Meat" im brandenburgischen Wildau, einer Produktions- und Geschäftshalle für regionale Fleischprodukte mit gläserner Herstellung. "Das geht schon langsam ans Eingemachte."
Ein Grund seien die starken Einfuhren aus Spanien, sagte Rainer. Er sei ständig auf der Suche, hier Abhilfe zu schaffen. "Es gibt ja immer diesen sogenannten Schweinezyklus, dass die Preise etwas hoch und etwas runter gehen, aber das bricht jetzt nach unten schwer aus."
Es sei bereits ein Liquiditätsprogramm aufgelegt, das gut laufe. Zudem sei er bei der Suche nach einer Lösung auch im Gespräch mit den großen Lebensmitteleinzelhändlern, so Rainer. Der aktuelle Erzeugerpreis für Schlachtschweine wurde mit 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht angegeben.
Die Branche steht seit längerem unter Druck. Bekannt wurde jetzt, dass ein großer Ferkelerzeuger vor dem Aus steht. Das Schweinezuchtunternehmen Geestferkel GmbH aus Wildeshausen im niedersächsischen Landkreis Oldenburg sei insolvent, hieß es in einer Mitteilung. Demnach sind von der Insolvenz 188 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zahlreiche Betriebe und Standorte in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern betroffen.
Das Unternehmen Meat Bringer in Wildau, das der Bundesminister besuchte, setzt auf regionale Herkunft, Tierwohl und nachvollziehbare Lieferketten. "Esst weniger Fleisch, dafür bessere Qualität aus der direkten Nachbarschaft" lautet ein Motto. Gegenmodell sei nicht die vegetarische oder vegane Ernährung, sondern die anonyme Massenproduktion, bei der Herkunft, Haltung, Transport und Verarbeitung für Verbraucher kaum nachvollziehbar seien, sagte Geschäftsführer Olaf Mahr./mow/DP/zb
