DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsche HVPI-Inflation steigt im Juli auf 2,8 Prozent
Der Inflationsdruck in Deutschland hat sich im Juli verstärkt, was vor allem an den durch den Iran-Krieg getriebenen höheren Energiepreisen lag. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg auf eine Jahresrate von 2,8 (Vormonat: 2,4) Prozent, wie das Statistische Bundesamts (Destatis) mitteilte. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten 2,8 Prozent Inflation prognostiziert. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich der Index um 0,9 (minus 0,2) Prozent. Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,9 Prozent prognostiziert.
Von der Fed bevorzugter Inflationsindex kühlte sich im Juni ab, blieb aber erhöht
Der von der US-Notenbank Federal Reserve beobachtete Inflationsindikator hat sich im Juni abgekühlt. Er liegt aber weiterhin deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der Zentralbank. Diese Herausforderung hat rege Spekulationen darüber ausgelöst, wie die Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh wahrscheinlich reagieren wird. Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) sei im vergangenen Monat um 0,1 Prozent gesunken, teilte das Handelsministerium am Donnerstag mit. Niedrigere Energiepreise hätten dazu beigetragen, das allgemeine Preisniveau zu senken. Daraus ergab sich eine 12-Monats-PCE-Inflationsrate von 3,7 Prozent, was einem Rückgang gegenüber 4,1 Prozent im Mai entspricht.
US-Wachstum verlangsamt sich im zweiten Quartal auf 1,5 Prozent
Das Wirtschaftswachstum in den USA hat sich im zweiten Quartal verlangsamt und blieb hinter den Erwartungen von Ökonomen zurück. Das US-Handelsministerium teilte mit, dass das Bruttoinlandsprodukt der USA - der Wert aller in der Wirtschaft produzierten Waren und Dienstleistungen, bereinigt um Inflation und saisonale Schwankungen - im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 1,5 Prozent gestiegen sei.
US-Arbeitslosenanträge steigen nach Rückgangsserie wieder an
Nach mehr als einem Monat mit Rückgängen ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA in der vergangenen Woche schließlich wieder gestiegen. Die Zahl der Personen, die einen Antrag auf Arbeitslosenunterstützung stellten, belief sich in der Woche bis zum 25. Juli auf 197.000. Dies teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Der Wert lag um 9.000 über dem auf 188.000 nach oben korrigierten Wert der Vorwoche. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten einen Anstieg auf 200.000 erwartet.
Mexikos Wirtschaft erholt sich im zweiten Quartal
Nach einem schwachen Jahresauftakt ist die mexikanische Wirtschaft im zweiten Quartal auf breiter Front gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP), ein Maß für die Produktion von Waren und Dienstleistungen, sei saisonbereinigt um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen, wie das nationale Statistikinstitut Inegi am Donnerstag mitteilte. Die Industrieproduktion sei um 1,6 Prozent gestiegen, die Dienstleistungen hätten um 1,5 Prozent zugelegt und die Agrarproduktion sei um 3,3 Prozent gewachsen. Das Wachstum war das stärkste seit dem vierten Quartal 2020 und folgte auf einen Produktionsrückgang von 0,6 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres.
BoE-Entscheidung deutet auf Schritt zu Zinserhöhungen hin
Die jüngste geldpolitische Entscheidung der Bank of England deutet darauf hin, dass sich die Zentralbank auf Zinserhöhungen zubewegt, schreibt Sam North von eToro in einer Research Note. Dies zeige sich in dem Abstimmungsergebnis von 6 zu 3 Stimmen für eine Beibehaltung der Zinsen, wobei sich Catherine Mann der Forderung von Megan Greene und Huw Pill nach einer Zinserhöhung angeschlossen habe, meint er. Die BoE laufe nun Gefahr, hinter die Kurve zu geraten, meint er. "Wenn höhere Energiekosten auf Löhne und Preise durchschlagen, könnte sie zu einer späteren und schädlicheren Erhöhung gezwungen sein." Die Schwelle für eine Zinserhöhung sei eindeutig gesunken, meint er.
BoE-Zinserhöhungserwartungen könnten wegen Inflationsdruck hoch bleiben
Die Märkte dürften aufgrund des anhaltenden Inflationsrisikos weiterhin die Möglichkeit von Zinserhöhungen der Bank of England im weiteren Jahresverlauf einpreisen, schreibt Michael Browne vom Franklin Templeton Institute in einer Research Note. Die BoE hat bei ihrer Zinsentscheidung am Donnerstag beschlossen, die Zinsen bei 3,75 Prozent zu belassen. Hohe Ölpreise infolge des Nahost-Konflikts erhöhten den Inflationsdruck ebenso wie die Auswirkungen der Dürre auf die Lebensmittelpreise, meint Browne. Diese Faktoren dürften dazu führen, dass die Anleger auch für 2026 weiterhin Zinserhöhungen von der BoE erwarten. Die Anleger preisen derzeit Zinserhöhungen der BoE im Jahr 2026 von insgesamt 32 Basispunkten ein, wie aus Daten von LSEG hervorgeht.
Drohnenangriff auf US-Gastanker in Ägypten
Eine Explosion in einem Hafen an der ägyptischen Mittelmeerküste, bei der zwei Schiffe, darunter ein US-Gastanker, in Brand gerieten, wurde nach Angaben von ägyptischen Behörden durch einen Drohnenangriff verursacht. Dies ist der erste Angriff auf das Land im Rahmen des Iran-Konflikts und stellt eine neue Bedrohung für einen wichtigen Energiekorridor dar. Das ägyptische Kabinett teilte mit, dass der Brand im Hafen von Damiette, in dem sich ein wichtiger Umschlagplatz für Flüssigerdgas befindet, unter Kontrolle gebracht worden sei und keine Opfer zu beklagen seien. Es hieß weiter, dass keine Partei die Verantwortung für den Vorfall übernommen habe, der sich am Mittwoch ereignet hatte. Die ägyptischen Behörden machten den Iran für den Angriff verantwortlich und werteten ihn als Versuch, den Konflikt auszuweiten, wie mit der Angelegenheit vertraute ägyptische Beamte sagten.
DJG/DJN/apo
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July 30, 2026 13:00 ET (17:00 GMT)
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