SANAA (dpa-AFX) - Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben acht saudische Öltanker zu einem Kurswechsel gezwungen. Diese müssten nun vom Roten Meer über das Kap der Guten Hoffnung vor Südafrika fahren, um ans Ziel zu kommen - bei einer Fahrt vom Roten Meer in Richtung Asien ein langer und teurer Umweg.
Eine Bestätigung von Saudi-Arabien gab es zunächst nicht. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete, sechs saudische Öltanker würden den Umweg um den afrikanischen Kontinent nehmen.
Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitische Miliz. Im Zuge des Iran-Kriegs ist auch deren Konflikt neu eskaliert. Die Huthi kontrollieren vom Jemen aus die wichtige Meerenge Bab al-Mandab. Es wird befürchtet, dass auch dieses Nadelöhr wie die Straße von Hormus durch Angriffe faktisch geschlossen wird - mit noch schwereren Folgen für den Welthandel und Energiepreise.
Komplett geschlossen scheint der Bab al-Mandab bisher aber nicht. Der Datenanbieter Kpler meldete am Freitag, dass 47 Schiffe den Seeweg in beide Richtungen durchfahren hätten.
Es gebe derzeit keine Pläne, Gebühren für die Durchfahrt zu erheben, teilte ein Büro für humanitäre Angelegenheiten der Huthi in Sanaa mit. "Der Transit durch den Bab al-Mandab ist kostenlos", teilte das Büro heute mit. Wer solche Gebühren erhebe, sei kein Vertreter der "Republik Jemen" - ein Verweis auf die international nicht anerkannte Huthi-Regierung im Nordjemen./jot/DP/zb
