DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
US-Präsident Donald Trump hat neue Angriffe auf Ziele im Iran nach eigenen Angaben vorerst abgesagt. Grund hierfür seien Fortschritte bei den Bemühungen um eine diplomatische Einigung, teilte Trump mit. Voraussetzung für das Aussetzen der Angriffe sei, dass schnell eine Einigung erreicht werde. Das US-Militär zum Angriff bereit, aber Iran und andere Länder in der Region hätten darum gebeten, von einer Attacke abzusehen, da es nun "Umrisse einer Einigung" gebe, so Trump. Dazu gehörten die komplette Öffnung der Straße von Hormus und "ein Ende der von Iran ausgehenden atomaren Bedrohung".
AUSBLICK UNTERNEHMEN
07:00 LU/Stabilus SE, ausführliches Ergebnis 9 Monate
09:25 JP/Nissan Motor Co Ltd, Ergebnis 1Q
22:05 US/Palantir Technologies, Inc., Ergebnis 2Q
AUSBLICK KONJUNKTUR
- DE
08:00 Einzelhandelsumsatz Juni
saisonbereinigt real
PROGNOSE: -0,2% gg Vm
zuvor: +0,8% gg Vm
09:55 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe
(2. Veröffentlichung) Juli
PROGNOSE: k.A.
1. Veröff.: 52,2
zuvor: 50,3
- IT
09:45 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe Juli
PROGNOSE: 52,5
zuvor: 52,2
- FR
09:50 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe
(2. Veröffentlichung) Juli
PROGNOSE: k.A.
1. Veröff.: 50,0
zuvor: 51,2
- EU
10:00 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe Eurozone
(2. Veröffentlichung) Juli
PROGNOSE: k.A.
1. Veröff.: 52,0
zuvor: 51,4
- GB
10:30 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe
(2. Veröffentlichung) Juli
PROGNOSE: k.A.
1. Veröff.: 52,8
zuvor: 52,5
- US
15:45 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe
(2. Veröffentlichung) Juli
PROGNOSE: k.A.
1. Veröff.: 53,8
zuvor: 53,9
16:00 Bauausgaben Juni
PROGNOSE: +0,3% gg Vm
zuvor: +0,1% gg Vm
16:00 ISM-Index verarbeitendes Gewerbe Juli
PROGNOSE: 54,0 Punkte
zuvor: 53,3 Punkte
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.986,00 +1,1 E-Mini-Future S&P-500 7.564,50 +0,6 E-Mini-Future Nasdaq-100 28.683,50 +1,0 Topix (Tokio) 3.963,48 -1,0 Hang-Seng (Hongk.) 25.895,44 +0,0 Shanghai-Comp. 3.809,65 -0,6 Freitag: INDEX zuletzt +/- % DAX 25.629,24 +0,1 DAX-Future 25.745,00 +0,3 MDAX 31.980,52 -0,7 TecDAX 3.827,49 -0,1 SDAX 18.302,79 -0,9 Euro-Stoxx-50 6.358,01 +0,2 Stoxx-50 5.454,39 -0,1 XDAX 25.726,61 +0,4 Dow-Jones 52.485,03 +0,5 S&P-500 7.489,72 +0,7 Nasdaq Composite 25.373,85 +1,0
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Mit kräftigen Kursgewinnen werden die Börsen am Montag erwartet. US-Präsident Trump ist bei seiner Rhetorik gegen den Iran drastisch zurückgerudert und hat einen angeblich vorbereiteten Angriff abgesagt. Die DAX-Futures steigen am Morgen über 1 Prozent, für den Ölpreis geht es über 5 Prozent nach unten. Dabei nutzte Trump im Gegensatz zu seinen früherer Aussagen eine auffallend wachsweiche Sprache. Es gebe "Rahmenbedingungen für einen Deal", ließ er verlauten. "Er versucht sich nun an einer diplomatischen Lösung, um eine militärische Eskalation zu vermeiden. Aber es gibt weder diplomatisch noch militärisch einen klaren Weg, wie Trump einen Sieg verkünden könnte", sagt Vali Nasr, Iran-Experte an der Johns Hopkins University. Der Markt dürfte vor allem auf Konjunkturdaten blicken. So stehen weltweit die Revisionen der Einkaufsmanager-Indizes (PMI) an. Unternehmensnachrichten gibt es kaum.
Rückblick: Gut behauptet - Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende zogen alle Börsen in Europa am Nachmittag deutlich von ihren Tageshochs zurück. Etwas bremsend wirkte auch ein erneuter Anstieg im Ölpreis. Für etwas Mißstimmung sorgte die Inflation im Euroraum. Sie hat sich auf plus 2,9 Prozent im Juli beschleunigt nach 2,8 Prozent im Vormonat. Haupttreiber waren die Energiepreise. Technologiewerte mit KI-Bezug und Chipwerte legten zu: Im DAX stiegen Infineon um 3,7 Prozent und Siemens Energy um 0,9 Prozent. Bei BE Semiconductor ging es 0,4 Prozent nach oben. Ein enttäuschendes Abo-Wachstum von Universal Music Group (UMG) schickte den Kurs um 25,4 Prozent nach unten. Auch die Aktien von UMG-Großaktionär Vivendi gaben um 19,5 Prozent nach. Saint Gobain gewannen 6,9 Prozent. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um 2,6 Prozent zum Vorjahr an. Dies habe noch über den hauseigenen und den Konsensschätzungen gelegen, hieß es von Davy Research. Wichtig sei vor allem die Belebung der Nachfrageaktivität, denn dies sei das erste Volumenwachstum seit dem ersten Quartal 2022 gewesen.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Gut behauptet - Der DAX notierte Tageshoch schon dicht am Rekordhoch bei 25.900 Punkten. Aixtron stiegen um weitere 5,3 Prozent. Analysten hatten die starken Ergebnisse vom Vortag gelobt. Siemens Healthineers fielen nur um 0,9 Prozent trotz einer erneut gekappten Prognose für das Geschäftsjahr. Schaeffler brachen um 12,4 Prozent ein. Der Auto- und Industriezulieferer hat seinen mittelfristigen Umsatzausblick gesenkt. Der Konzern rechnet für 2028 mit Umsatzerlösen zwischen 24 und 26 Milliarden Euro, hier liegt der Konsens bei rund 26,5 Milliarden Euro. Bei bestätigter EBIT-Marge und bestätigtem freiem Cashflow (FCF) sah der Kurseinbruch nach Händlerangaben aber etwas überzogen aus, so ein Teilnehmer. Bei Hensoldt ging es nach Geschäftszahlen 5,0 Prozent abwärts. Die DZ Bank wies auf einen freien Cashflow (FCF) unterhalb des Konsens hin. Nach dem Kursabsturz von Adidas am Vortag überzeugten auch die Quartalszahlen von Puma (-2,5%) nicht. Adidas verloren weitere 1,2 Prozent.
USA - AKTIEN
Freundlich - Die positive Börsenstimmung erreichte trotz eines Einbruchs von Apple auch die US-Märkte. Gestützt wurde der Markt von Amazon mit einem Aufschlag von 15,3 Prozent als Dow-Tagesgewinner. Der Konzern steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 20 Prozent. Der Umsatz mit AWS erhöhte sich um 37 Prozent. Das Nettoergebnis betrug 62,6 Milliarden Dollar. Alle drei Kennziffern übertrafen damit die Erwartungen von Analysten. Zudem wurde die Prognose für die Investitionen für das Jahr um 20 Milliarden auf 220 Milliarden US-Dollar angehoben. Die Apple-Aktie knickte indes um 7,4 Prozent ein und war damit größter Verlierer im Dow. Die Prognose des Konzerns für das September-Quartal blieb hinter den Erwartungen der Wall Street zurück und überschattete damit die starken Verkaufszahlen bei iPhones und Macs, die das Unternehmen für das Juni-Quartal gemeldet hatte. Die US-Ölkonzerne Chevron (+2,%) und ExxonMobil (-1%) haben starke Quartalszahlen vorgelegt, nachdem der Iran-Krieg eine historische Verwerfung an den globalen Märkten verursacht hatte, die die Energiepreise in die Höhe schnellen ließ. Bei ExxonMobil blieb der Gewinn aber leicht unter der Erwartung des Marktes.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- 2 Jahre 4,29 +0,06 10 Jahre 4,75 +0,08
Die Renditen am US-Anleihemarkt bauten ihre Vortagesgewinne aus. Im zehnjährigen Bereich um 8 Basispunkte auf 4,75 Prozent. Gestiegene Ölpreise entfachten Inflationssorgen. Die US-Notenbank hatte am Mittwoch die Zinssätze unverändert gelassen. Der Vorsitzende Kevin Warsh lieferte zudem kaum Klarheit über den nächsten geldpolitischen Schritt der Zentralbank. Die Märkte preisen laut dem FedWatch-Tool der CME nun eine 63-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September ein.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:05 EUR/USD 1,1532 +0,0 0,0005 1,1527 1,1500 EUR/JPY 180,5 -0,9 -1,5500 182,05 183,4200 EUR/CHF 0,9328 +0,2 0,0018 0,9310 0,9287 EUR/GBP 0,856 +0,2 0,0013 0,8547 0,8565 USD/JPY 156,51 -0,7 -1,0600 157,57 159,5000 GBP/USD 1,3467 -0,1 -0,0013 1,348 1,3422 USD/CNY 6,7532 +0,0 0,0023 6,7509 6,7550 USD/CNH 6,7533 +0,0 0,0008 6,7525 6,7492 AUS/USD 0,703 +0,1 0,0009 0,7021 0,7005 Bitcoin/USD 62.907,23 -0,8 -530,43 63.437,66 64.676,76
Der Dollar erholte sich von seinem jüngsten Sechswochentief. Der Dollar-Index erhöhte sich um 0,2 Prozent. Die Verluste des Greenback waren auf schwächer als erwartet ausgefallene Daten zum US-Wirtschaftswachstum und die Entscheidung der Federal Reserve zurückzuführen, die Zinsen unverändert zu lassen, hieß es.
Der Yen zieht am Morgen deutlich an. Das japanische Finanzministerium hat in Abstimmung mit dem US-Finanzministerium am Devisenmarkt interveniert, um den Yen zu stützen. Dies gab die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama bekannt. Hinter der koordinierten Intervention der USA und Japans beim Yen könnte die Politik stecken, urteilt Analyst Masahiko Loo von State Street Investment Management. "Jüngste Berichte über eine koordinierte Intervention deuten darauf hin, dass die USA möglicherweise eher bereit sind, sich einer ungeordneten Yen-Schwäche entgegenzustemmen, als die Märkte bisher angenommen haben, um unnötigen Stress an den Refinanzierungsmärkten zu verhindern", sagt er.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.067,89 +0,7 26,94 4.040,94 Silber 58,38 +1,3 0,74 57,63 Platin 1.647,12 +0,3 5,10 1.642,02 (Angaben ohne Gewähr)
Der Goldpreis gab mit dem zulegenden Dollar seine Vortagesgewinne fast vollständig wieder ab. Die Feinunze reduzierte sich um 1,2 Prozent auf 4.049 Dollar je Unze. Dennoch steuerte das Edelmetall vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Nahen Osten auf den ersten Monatsgewinn seit fünf Monaten zu.
ÖL
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 79,67 -5,9 -5,00 84,67 Brent/ICE 83,47 -5,1 -4,46 87,93
Die Ölpreise legten weiter zu und bleiben damit auf Kurs für einen monatlichen Anstieg von rund 20 Prozent. Teilnehmer verwiesen auf den anhaltenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent stieg um 1,2 Prozent auf rund 90 Dollar.
Die Ölpreise fallen am Morgen im asiatischen Handel angesichts der Hoffnung auf ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran, das die Lieferunterbrechungen lindern könnte. US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag gesagt, dass die USA ab Montagnachmittag Gespräche mit dem Iran aufnehmen würden. Er sei bereit gewesen, den größten Militärangriff seit dem Zweiten Weltkrieg zu starten, sei aber von den Verbündeten der USA davon abgebracht worden. Unabhängig davon hat die OPEC mitgeteilt, die Produktion im September um weitere 188.000 Barrel pro Tag zu erhöhen - der sechste monatliche Anstieg in Folge.
MELDUNGEN SEIT FREITAG 17.30 UHR
ÖLMARKT
Die OPEC und mit ihr verbündete Saaten haben seine weitere Steigerung der Ölförderung beschlossen. Sieben Mitglieder der OPEC+ kündigten an, dass sie die Förderung im September um rund 188.000 Barrel pro Tag anheben werden. Damit steigt die Ölförderung den sechsten Monat in Folge. An der Steigerung beteiligen sich die Länder Saudi-Arabien, das de facto die Führung der Gruppe innehat, sowie Russland, der Irak, Kuwait, Algerien, Kasachstan und Oman.
ABSATZ E-AUTOS CHINA
Die Verkaufszahlen chinesischer Elektrofahrzeughersteller sind im Juli gestiegen, wobei der Absatz des Tesla-Konkurrenten BYD um mehr als 20 Prozent zulegte. Die meisten anderen Anbieter verzeichneten moderate Zugewinne.
ASTRAZENECA/BRISTOL-MYERS
Der britische Pharmakonzern führt nach Angaben von Insidern Gespräche über eine Fusion mit dem US-Rivalen Bristol Myers Squibb. Entstehen könnte mit einem Börsenwert von fast 400 Milliarden US-Dollar eines der weltweit größten Pharmaunternehmen. Die Unternehmen haben in den vergangenen Monaten laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen Gespräche über einen Zusammenschluss geführt. Die Verhandlungen könnten in naher Zukunft zu einem Deal führen, sich jedoch auch verzögern oder scheitern. (Financial Times)
COMMERZBANK
Die Frankfurter Bank akzeptiert ihre Niederlage im Übernahmekampf mit Unicredit. Das geht aus internen Dokumenten und zahlreichen Gesprächen mit Commerzbank-Insidern hervor. Sie alle räumen inzwischen ein, dass der Kampf um die Eigenständigkeit des 156 Jahre alten Geldhauses verloren ist, schließlich kontrolliert Unicredit inzwischen knapp 50 Prozent der Anteile. Vorstandschefin Bettina Orlopp gibt sich intern optimistisch, dass sie im Austausch mit Unicredit-CEO Andrea Orcel aus dem feindlichen Übernahmeversuch noch einen freundlichen Deal machen kann. "Über die kommenden Wochen und Monate werden Commerzbank und Unicredit Gespräche führen, um Schritt für Schritt festzulegen, wie wir weitermachen", sagte Orlopp in einem Interview im Intranet des Instituts. (Handelsblatt)
VOLKSWAGEN
Deutschlands größter Autohersteller vollzieht eine Kehrtwende und fordert ein hartes Durchgreifen der EU-Kommission gegen Chinas Subventionspolitik. Nach dem Druck aus der Autobranche könnte die EU-Kommission nun schneller gegen Importe chinesischer Plug-in-Hybride vorgehen. Wie Vertreter aus Kommissions- und Industriekreisen dem Handelsblatt berichten, wird derzeit geprüft, noch in diesem Jahr Ausgleichszölle einzuführen. Insider rechnen im Herbst mit einer Entscheidung. (Handelsblatt)
MONTE DEI PASCHI
Die italienische Bank prüft alternative Optionen zur Abwehr einer feindlichen Übernahme durch Intesa Sanpaolo. Darunter ist laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen eine mögliche Übernahme der Banco BPM, nachdem die Gespräche über eine "Fusion unter Gleichen" zwischen den beiden kleineren Banken am Freitag gescheitert sind. (Financial Times)
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/flf
(END) Dow Jones Newswires
August 03, 2026 01:37 ET (05:37 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
