DJ MÄRKTE EUROPA/DAX mit neuem Rekordhoch über 26.000 - Entspannung im Nahen Osten
DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt ist sehr fest in die neue Woche gestartet. US-Präsident Donald Trump ist bei seiner Rhetorik gegen den Iran über das Wochenende zurückgerudert und hat einen angeblich vorbereiteten Angriff abgesagt. Es gebe "Rahmenbedingungen für einen Deal", ließ er verlauten. "Er versucht sich nun an einer diplomatischen Lösung, um eine militärische Eskalation zu vermeiden. Aber es gibt weder diplomatisch noch militärisch einen klaren Weg, wie Trump einen Sieg verkünden könnte", sagte Vali Nasr, Iran-Experte an der Johns Hopkins University. Der Iran bestritt derweil, dass man derzeit mit den USA Verhandlungen führe. Stützend an den Börsen wirkte auch ein besserer ISM-Einkaufsmanagerindex.
Der DAX gewann 1,5 Prozent auf 26.001 Punkte, bei knapp 26.097 wurde ein neues Allzeithoch markiert. Mit Aufschlägen von 1,1 Prozent konnte der Euro-Stoxx-50 nicht ganz mithalten, mit einer Performance von 11 Prozent seit Jahresbeginn steht er aber deutlich besser da als der DAX, der gerade mal auf 6,3 Prozent kommt. Mit dem Ölpreis ging es kräftig nach unten; Brent verlor 4,7 Prozent und kostete etwa 83,76 Dollar das Fass zum Handelsschluss. Auch die Renditen an den Anleihemärkten fielen. An den Devisenmärkten ging es für den Yen weiter nach oben, wenn auch etwas verlangsamt. Die USA und Japan haben bestätigt, dass sie in den vergangenen Tagen zu Gunsten des Yen an den Märkten interveniert haben.
Die Ölpreise dürften weiter fallen, solange Hoffnungen auf die US-Iran-Gespräche die Sorgen über Angebotsunterbrechungen im Nahen Osten mildern. Unabhängig davon hat die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) mitgeteilt, die Produktion im September um weitere 188.000 Barrel pro Tag zu erhöhen - der sechste monatliche Anstieg in Folge. Auch dies sorgte für Entspannung.
Für die Aktie der Deutsche Telekom ging es 4,9 Prozent höher. Presseberichten zufolge könnte ein mögliches Zusammengehen des Telekomkonzerns mit der Tochter T-Mobile US scheitern. Am Freitag hatte das Online-Nachrichtenportal Semafor berichtet, dass Großanleger und sogar das US-Management dagegen seien. Analysten können einer möglichen Kombination zwar mehr abgewinnen, die Transaktion wird allerdings als sehr komplex eingestuft.
SAP rückten um weitere 4,4 Prozent vor. Die Geschäftszahlen von Amazon und davor Microsoft hatten gezeigt, dass es im Cloud-Geschäft rund läuft. Gesucht waren europaweit Rüstungswerte. Am deutschen Markt ging es für Hensoldt um 8,3 Prozent nach oben. Rheinmetall verteuerten sich um 3,1 Prozent. In Resteuropa gewannen Thales 3,2 Prozent oder Saab 2,9 Prozent.
Astrazeneca brachen dagegen um 9 Prozent ein nach Berichten der Financial Times über Mega-Fusionsgespräche mit Bristol Myers Squibb, deren Aktie im Verlauf an der Wall Street anfängliche Gewinne abgab und knapp behauptet tendierte. "Das würde einen Pharma-Giganten mit entsprechender Preissetzungsmacht hervorbringen", sagte ein Händler. Allerdings sei darüber hinaus nicht erkennbar, inwieweit Astra davon profitieren werde. Auch viele Analysten äußerten sich zurückhaltend. So hieß es von der UBS, ein Übernahmeprozess könnte sogar die Medikamentenentwicklung verlangsamen: "Angesichts der historischen Herausforderungen von Mega-Deals bei Pharma, die die Forschungsaktivitäten stagnieren lassen, und der Breite und Tiefe der Pipeline von Astra, sind wir überrascht von den Presseberichten über das Wochenende."
Mit Aufschlägen von 6,1 Prozent auf 39,11 Euro stellten Siemens Healthineers den Spitzenreiter im DAX. Die Aktie wurde gestützt von einer Studie von JP Morgan (JPM). Die Analysten stufen den Titel mit Overweight ein bei einem auf 57,40 Euro erhöhten Kursziel.
Nach Senkung der Prognosen für das laufende Jahr verloren Beiersdorf dagegen 1,9 Prozent. Die Senkung stellte aus Investorensicht keine große Überraschung dar, belastend wirkte vor allem das Ausmaß der Anpassung. Der Konzern stellt nun einen rückläufigen Konzernumsatz im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Die EBIT-Marge wird nun bei mindestens 11,8 Prozent erwartet nach bislang leicht unter dem Vorjahreswert von 14 Prozent. Bislang wird im Konsens für das laufende Jahr ein Umsatzrückgang von 1 Prozent erwartet und eine EBIT-Marge von 13,3 Prozent. Es dürfte also erheblichen Revisionsbedarf bei den Schätzungen geben. Bayer verloren ebenfalls 1,9 Prozent - der Pharmakonzern legt morgen seine Zahlen vor.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.427 +1,1 +9,8 Stoxx-50 5.468 +0,3 +10,9 Stoxx-600 652 +0,5 +9,6 DAX 26.001 +1,5 +4,7 FTSE-100 London 10.868 -0,1 +9,4 CAC-40 Paris 8.510 +1,2 +4,4 AEX Amsterdam 1.099 +0,3 +15,6 ATHEX-20 Athen 6.550 +1,8 +22,4 BEL-20 Brüssel 5.686 -0,3 +12,0 BUX Budapest 146.689 +0,5 +32,1 OMXH-25 Helsinki 6.220 -0,1 +9,1 OMXC-20 Kopenhagen 1.599 -0,7 -0,6 PSI 20 Lissabon 9.116 +0,6 +10,3 IBEX-35 Madrid 19.783 +1,0 +14,3 FTSE-MIB Mailand 52.173 +1,3 +16,1 OBX Oslo 1.957 +0,3 +22,5 PX Prag 2.706 +1,2 +0,7 OMXS-30 Stockholm 3.247 +0,9 +12,6 WIG-20 Warschau 148.428 +0,7 +25,7 ATX Wien 6.458 +1,9 +21,3 SMI Zürich 14.346 +0,2 +8,1 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:10 EUR/USD 1,1504 -0,2 -0,0023 1,1527 1,1498 EUR/JPY 180,58 -0,8 -1,4700 182,05 182,9900 EUR/CHF 0,9327 +0,2 0,0017 0,9310 0,9301 EUR/GBP 0,8567 +0,2 0,0020 0,8547 0,8543 USD/JPY 156,96 -0,4 -0,6100 157,57 159,1200 GBP/USD 1,3425 -0,4 -0,0055 1,348 1,3455 USD/CNY 6,7523 +0,0 0,0014 6,7509 6,7509 USD/CNH 6,7579 +0,1 0,0054 6,7525 6,7531 AUS/USD 0,6998 -0,3 -0,0023 0,7021 0,7021 Bitcoin/USD 63.773,25 +0,5 335,59 63.437,66 62.566,24 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 79,72 -5,9 -4,95 84,67 Brent/ICE 83,76 -4,7 -4,17 87,93 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.038,75 -0,1 -2,19 4.040,94 Silber 57,45 -0,3 -0,18 57,63 Platin 1.618,78 -1,4 -23,24 1.642,02 (Angaben ohne Gewähr) ===
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