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14.01.2019 | 09:50
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Die, ausgehend von der Wall Street, seit dem 26. Dezember laufende Erholungsbewegung konnte sich erfreulicherweise auch in den letzten Tagen fortsetzen. Schwächere EWU-Konjunkturdaten, die zunehmend hoffnungslos erscheinende politische Lage der britischen Premierministerin May und der anhaltende "shutdown" vieler US-Regierungsbehörden traten in den Hintergrund.

Freitag, 11.01.2019

Aktienmärkte:

Die Marktakteure konzentrierten sich auf die (vorläufigen) geldpolitischen Friedenssignale der US -Notenbank und ein erhofftes baldiges Ende des sino -amerikanischen Handelskonflikts. Für den bisherigen Wochenverlauf weisen die EWU -Leitindizes (Euro STOXX 50: +1,1%, DAX 30: +1,4%, CAC: +1,5%) durchwegs solide Gewinne aus. Unter den STOXX-Sektoren ragt diese Woche neben den schwankungsfreudigen Technologie- (+4,4%) und Autowerten (+4,2%) die Einzelhandelsbranche (+3,9%) positiv hervor, rote Zahlen schreibt nur der defensive Sektor Telekommunikation (-2,1%).

Der S &P 500 schloss gestern (10.01) den fünften Tag in Folge mit Kursgewinnen (+0,5%), der in der laufenden Woche aufgelaufene Zuwachs beträgt + 2,6%. Alle S&P-Sektoren zeigen positive Vorzeichen, die stärksten Zuwächse verbuchten die Marktsegmente Industrie (+4,2%) und Energie (+4,0%). Der die impliziten Volatilitäten von Optionen auf den S&P 500-Index abbildende VIX -Index ("Versicherungsprämie") hat sich seit dem Markttief (24.12.2018) rasant von 36,1 auf 19,5 zurückgebildet.

An den asiatischen Leitbörsen dominieren heute Morgen erneut die Pluszeichen, der Nikkei 225 beschloss die Handelswoche mit einem Zuwachs von + 4,1%, der südkoreanische KOSPI 200 mit + 3,6%, der chinesische CSI 300 liegt + 1,9% über Vorwochenniveau.

Renten und Währungen:

Das gestern (10.01.) veröffentlichte Protokoll der letzten EZB -Sitzung offenbarte wachsende Konjunktursorgen der Notenbanker, die Lage wurde als "fragil und im Fluss" beschrieben. Zudem mehren sich die Signale, dass verstärkt über eine Neuauflage eines TLTRO (Targeted Longer-Term Operation) genannten Langfrist-Tenders nachgedacht wird; dies würde vor allem den (teilweise angeschlagenen) italienischen Banken zu Gute kommen.

Den EWU -Staatsanleihenmärkten fehlte in den letzten Tagen die Orientierung, die Kernmärkte zeigen per Saldo leicht rückläufige Renditen. Der Euro (aktuell: 1,153 US-$) profitierte von der sich abzeichnenden Zinspause der US -Notenbank und überschritt erstmals seit Mitte Oktober wieder die Marke von 1,15 US-Dollar.

Edelmetalle und Rohstoffe:

Gold (aktuell: 1294 US-$/Unze) verharrte trotz der zuletzt wieder anziehenden US-Kapitalmarktrenditen knapp unterhalb der Marke von 1300 US-Dollar. Parallel zur Bewegung am Aktienmarkt konnte sich auch Rohöl (Tief am 26.12. bei 49,9 US-$; Brent-Future aktuell: 61,7 US-$;) weiter erholen.

Konjunkturelles Umfeld

Aus der Eurozone wurden gestern (10.1.) enttäuschende Outputdaten des französischen produzierenden Gewerbes (November: -1,3% nach +1,3%, jew. ggü. Vm.) gemeldet, aus den Vereinigten Staaten rückläufige Erstanträge für Arbeitslosenhilfe (216.000 nach 233.000).

Aus Japan kamen heute Morgen schon das unter Dienstleistern erhobene Stimmungsbarometer für Dezember (Economy Watchers: 48,0 nach 51,0). Im Laufe des Nachmittags erwarten uns dann aus den Vereinigten Staaten die neuesten Inflationsdaten (Kernrate Dezember e: +2,2% ggü. Vj.) und das vorläufige Verbrauchervertrauen für Januar (e: 97,1).

Der Druck auf Theresa May wächst

Seit Mittwoch debattiert das britische Parlament wieder über den Brexit-Vertrag, den Premierministerin May und die EU-Kommission ausgehandelt hatten. Die Debatte begann mit einem Schlag gegen May: Sollte das Unterhaus dem vorliegenden Austrittsvertrag in der Abstimmung am kommenden Dienstag eine Absage erteilen, hat die Premierministerin drei Sitzungstage Zeit einen Plan B vorzulegen. Mit 308:297 Stimmen entschied das Parlament die zuvor geltende 21-Tage-Frist zu kürzen. Da es als wahrscheinlich gilt, dass Mays Brexit-Deal am Dienstag keine Zustimmung findet, gerät die Regierung um May zunehmend unter Druck. Die Spanne an Möglichkeiten für den weiteren Verlauf reicht von einem ungeregeltem EU-Austritt bis zu einem Rücktritt vom Brexit, weshalb die Folgen der Abstimmung schwer einzuschätzen sind.

Möglicherweise wird die Premierministerin in einem zweiten Anlauf versuchen, einen modifizierten Austrittsvertrag durch das Parlament zu bringen. Zwar ist der Vertrag von Seite der EU final, denkbar wären hier jedoch Zustimmungen der EU-Kommission, die das Unterhaus zufrieden stellen könnten. Ob die Chancen auf einen Sieg in der zweiten Abstimmung steigen, ist dennoch fraglich. Der bisherige Verlauf der Brexit-Debatte zeigt, dass es May nicht gelingt, mehr Parlamentarier für ihren Brexit-Deal zu mobilisieren. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Regierungschefin laut Bloomberg in Erwägung zieht, einen Antrag der Labour-Partei zu unterstützen um Zustimmung für ihren Vertrag aus den Reihen ihrer Widersacher zu gewinnen.

Nicht auszuschließen ist ein erneutes Misstrauensvotum das Oppositionsführer Jeremy Corbyn in der Hoffnung auf anschließende Neuwahlen verfechtet. Bei einem Wahlsieg Corbyns würde nach seiner Rechnung unter der Führung von Labour ein neuer - und vermutlich "weicherer" - Brexit-Vertrag ausgehandelt werden. Angesichts des knappen Wahlsiegs der Tories stünden die Chancen auf einen Wahlsieg der Labour-Partei ungefähr bei 50:50.

Theoretisch kann Theresa May auch nach der Abstimmung am Dienstag die Weichen für einen "No-Deal-Brexit" legen. Ein Austritt ohne Vereinbarung wäre aufgrund seiner Folgen für die britische Wirtschaft der schmerzhafteste Weg, den nicht einmal die EU-Kritiker im Parlament gehen möchten. Auch die EU hat kein Interesse an dieser Lösung, da sie zu einer harten Grenze in Irland führen würde.

Schließlich könnte es zu einem zweiten Brexit-Referendum kommen, das ein Verbleib der Briten in der EU ermöglicht - sofern die Bevölkerung dafür stimmt. Da die jetzige Regierung diese Option nicht unterstützt, bedarf es zuvor Neuwahlen. Zwar gibt es unter den Mitgliedern der Labour-Partei Befürworter eines Referendums, Labour-Anführer Corbyn, der als EU-Kritiker bekannt ist, lehnt ein Referendum ebenfalls ab. Eine Regierung, die sich für den Verbleib in der EU stark macht, lässt sich so schwer finden.

Mit Blick auf den Austrittstermin am 29. März wird der Zeitrahmen für die Politiker des Vereinigten Königreichs immer enger. Ein Spiel auf Zeit wird zumindest durch die Drei-Tage-Frist begrenzt, dennoch macht es das nicht leichter Fortschritte zu erzielen. Eine Abstimmungsniederlage kommenden Dienstag lässt die Unsicherheit zunehmen und erhöht die Wahrscheinlichkeit von Randlösungen wie einen No-Deal-Brexit oder Neuwahlen. Die Optionen Neuwahlen und/oder Referendum sind im Übrigen nur mit einem Verschieben der Deadline bzw. einem vorübergehenden Aussetzen des Austritts realisierbar.

Die Folgen der Unsicherheiten im Zuge der Brexit-Debatte schlagen sich insbesondere auf der Währungsseite nieder. Das Britische Pfund verliert seit November an Wert; EURGBP pendelt aktuell um 0,90 und wird in nächster Zeit die Unwägbarkeiten der Debatte wohl am stärksten zu spüren bekommen.


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