2018 ist passé - endlich, möchte man sagen. Anleger in Schwellenländer sollten sich nun der unmittelbaren Zukunft zuwenden. Will man sich mit einem Blick in den Rückspiegel auf das Jahr 2019 vorbereiten, so eignet sich 2016 besser als 2018, denn letzteres war voller Tücken, welche die Anleger heftig reagieren liessen. Sie verkauften ihre Schwellenländertitel massenweise, wodurch die Bewertungen in mehreren Segmenten auf nicht mehr zu rechtfertigende Niveaus gedrückt wurden. Wie geht es für sie nun weiter?
Gewisse Ähnlichkeit mit 2016
Das Jahr 2019 weist starke Ähnlichkeiten mit 2016 auf, das ebenfalls in einem unwägbaren Umfeld begann. Im Laufe des Jahres 2015 hatten sich mehrere Unsicherheitsfaktoren aufsummiert, die chinesische Konjunktur lahmte und weltweit schwelten zahlreiche Konfliktherde. Genauso wie heute waren auch damals die Handelsbeziehungen angespannt und gingen Chinas Exporte rapide zurück. Die geopolitischen Spannungen, insbesondere zwischen Russland und der Ukraine, hatten einen Höhepunkt erreicht.
Ende 2015 lagen die Emerging Markets 24,2% unter ihrem Jahreshöchststand. Mit -24,4% war ihre Talfahrt Ende 2018 fast identisch. Die Industriestaaten litten in diesen Jahren jeweils weniger stark. Diese asymmetrischen und übertriebenen Reaktionen drückten die relativen Bewertungen der Schwellenmärkte auf Niveaus, die jenen früherer schwerer Krisen nahekamen. Betrachtet man jedoch die Entwicklung der Fundamentaldaten, so erscheinen die derzeitigen Bewertungen zunehmend attraktiv. Dies ist ganz besonders im Technologiesektor der Fall, wo die Bewertungen heute noch tiefer sind, als sie es in den drei grössten Schwellenländerkrisen (1997/98, 2001/02 und 2008/09) im Schnitt waren.
Sicht auf die Verbesserungen inzwischen wieder verstellt
Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für das Jahr 2019 ein stabiles Wirtschaftswachstum von 4,7% bei den Emerging Markets und eine Wachstumsverlangsamung von 2,4% auf 2,1% bei den Industrieländern. ...
