Zürich - Ernährungsbedingte Gebissveränderungen führten in verschiedenen Sprachen der Welt zu neuen Lauten wie dem «f». Dies zeigt die Studie eines internationalen Forschungsteams unter der Leitung der Universität Zürich. Die Resultate widersprechen der traditionellen Annahme, dass das Spektrum an Sprachlauten in der Menschheitsgeschichte unverändert blieb.
Das Lautinventar menschlicher Sprache ist äusserst vielfältig und umfasst häufige Laute wie «m» und «a» ebenso wie die seltenen Schnalzlaute in einigen Sprachen im südlichen Afrika. Gemeinhin wird angenommen, dass sich das Lautspektrum mit der Entstehung des Homo Sapiens vor ungefähr 300'000 Jahren stabilisierte. Doch die Studie, die ein Team von Forschern der Universität Zürich zusammen mit Wissenschaftlern von zwei Max-Planck-Instituten, der Universität Lyon und der Nanyang Technological University in Singapur soeben publiziert hat, wirft eine neues Licht auf die Evolution gesprochener Sprache. Sie zeigt, dass sich Laute wie «f» und «v», die heute in zahlreichen Sprachen vorkommen, erst vor relativ kurzer Zeit verbreitet haben - als Folge einer neuen Zahnstellung, die ihrerseits auf veränderte Ernährungsgewohnheiten zurückgeht.
Veränderte Zahnstellung ermöglicht neue Laute
Aufgrund der härteren und zäheren Nahrung entwickelten frühere Menschen im Erwachsenenalter einen sogenannten Kopfbiss, ...