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04.07.2019 | 12:50
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Der Goldpreis befindet sich mit Werten über 1.400 US-Dollar pro Unze auf einem 6-Jahres-Hoch, ein Fass Rohöl (Brent) kostet aktuell wieder über 65 US-Dollar, die Rendite deutscher Bundesanleihen befindet sich bis zur Laufzeit von 15 Jahren im negativen Bereich, in den USA rentieren die richtungsweisenden 10jährigen Staatspapiere nur noch um 2%. Während sich die Anleger der allgemeinen Risiken somit durchaus bewusst sind, fachen die fortgesetzte (sich sogar wieder verstärkende) Unterstützung der Zentralbanken und die Hoffnung auf eine zeitnahe Lösung des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits die Nachfrage nach risikotragenden Anlageklassen weiter an. So notiert der amerikanische Aktienmarkt weiterhin nahe seines Allzeithochs, der deutsche Aktienindex DAX nähert sich mit über 12.000 Punkten einem Jahreshöchststand und selbst in Asien zeigt sich bei den Leitindizes zwar kein ungetrübtes, aber immerhin freundliches Bild (detaillierte Angaben zur Marktentwicklung finden Sie im tabellarischen Überblick am Ende).

Nachhaltige Lösung des Handelskonflikts kurzfristig eher unwahrscheinlich

Zum Wochenende richtet sich der Blick der Anleger nun gen Japan, auf das mit Spannung erwartete Aufeinandertreffen der beiden Präsidenten Trump und Xi am Rande des G20-Gipfels am Samstag. Während die Möglichkeit einer freundlichen Gesprächsatmosphäre durchaus wahrscheinlich ist, halten wir eine zeitnahe nachhaltige Beilegung der Handelsstreitigkeiten jedoch für eher unwahrscheinlich. Positive Schlagzeilen im Nachgang des Treffens und die Wiederaufnahme der Verhandlungen auf höchster Ebene würden die Hoffnung der Anleger auf eine einvernehmliche Lösung aber sicherlich wiederbeleben und zumindest kurzfristig positive Auswirkungen auf die Entwicklung der internationalen Aktienmärkte haben. Auf dem Kalender vermerken sollte man sich bereits die beiden nächsten Termine, an denen Trump und Xi planmäßig wieder aufeinandertreffen: am 16./17.November im Rahmen des APEC-Gipfels sowie in der nachfolgenden Woche zum nächsten G20-Gipfel.

Negativen Meldungen aus Osaka dürfte die US-Notenbank Fed als "Feuerwehr" zur Marktberuhigung entgegentreten: Ihr mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von 100% (implizite Wahrscheinlichkeit abgeleitet aus dem US Fed Funds Future) bevorstehender Zinssenkungsschritt Ende Juli könnte dann sogar 50 anstatt "nur" 25 Basispunkte betragen.

Europäische Staatsanleiherenditen erreichen Tiefststände, erneute geldpolitische Lockerungsschritte voraus?

Vor dem Hintergrund der bestehenden handelspolitischen Unsicherheiten sowie deutlich unter dem geldpolitischen Inflationsziel liegenden Preissteigerungsraten und der sich weiterhin verhaltenen europäischen Wirtschaftsentwicklung sind die Staatsanleiherenditen der Euro-Länder auf neue Rekordtiefs gesunken (10jährige Staatsanleihen Deutschland: -0,33%, Frankreich: -0,06%, Österreich: -0,05%). Auch die jüngsten Stimmungsindikatoren insbesondere für den Industriesektor lassen nur sehr wenig Hoffnungsspielraum für eine zeitnahe Erholung. So befindet sich der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sowohl im Euroraum als auch in der einstigen "Wachstumslokomotive" Deutschland seit Jahresbeginn deutlich im kontraktiven Bereich, unterhalb der Schwelle von 50 Zählern.

Angesichts dieser Gemengelage steigt die Erwartung auch an die europäische Geldpolitik, mit erneuten expansiven Maßnahmen entgegenzusteuern. Der Druck auf die EZB nimmt zu, den Einlagensatz weiter zu senken (beispielsweise um 10 Basispunkte) und damit noch tiefer in den negativen Bereich zu drücken. Auch Stimmen, die eine Wiederbelebung bzw. Neuauflage der Anleiheankaufprogramme fordern, werden wieder lauter. Somit dürften das Chance-/Risiko-Verhältnis dieses Rentensegments angesichts auch weiterhin äußerst niedriger Renditeniveaus sowie insbesondere der deutlichen Zunahme des Volumens negativ rentierender Papiere vergleichsweise unattraktiv bleiben.

Suche nach positiver Rendite spricht für Unternehmensanleihen

Die Suche nach positiven Renditen lässt die Anleger wieder vermehrt bei Unternehmensanleihen zugreifen. Auch wenn sich die Bonitätsrisiko-bezogenen Renditeaufschläge bei Unternehmensanleihen teilweise wieder den bisherigen Jahrestiefs annähern, dürfte die Einengungstendenz der Renditen -sofern von den G20 kein Krisensignal kommt - weiter intakt bleiben; die Lockerungstendenzen von Zentralbankseite bieten einen zusätzlichen Unterstützungsfaktor. Insbesondere das Euro-Investment Grade-Segment bietet noch immer einen Renditevorteil gegenüber Staatsanleihen bei überschaubaren Risiken.

Öl und Gold profitieren von aktuellem Marktumfeld

Neben den bereits hinreichend beschriebenen Marktrisiken lenkte vor allem die jüngste Verschärfung der Spannungen zwischen dem Iran und den USA - die USA hatten am Montag neue "harte Sanktionen" gegen das iranische Regime angekündigt - das Augenmerk der Anleger wieder auf die Angebotsrisiken am Ölmarkt. In der Folge erhöhte sich die geopolitische Risikoprämie deutlich, ein Fass Rohöl (Brent) kostet nun wieder über 65 US-Dollar. Die Weiterführung der OPEC-Förderkürzungen wäre ein zusätzlicher, wichtiger Unterstützungsfaktor. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich deshalb auf die "OPEC+"-Sitzung zu Beginn der kommenden Woche. Eine Verlängerung des Kürzungsabkommens um weitere sechs Monate scheint äußerst wahrscheinlich und dürfte dem Ölpreis weiteren Auftrieb verleihen.

Vom aktuellen Marktumfeld profitiert auch das Krisenmetall Gold. Seit Monatsanfang stieg der Preis für eine Feinunze auf über 1.400 US-Dollar und verzeichnete somit ein 6-Jahres-Hoch. Die Aussichten auf eine wieder expansiv agierende US-Notenbank sowie der damit einhergehende vergleichsweise schwache US-Dollar dürften weiterhin für eine robuste Nachfrage sowohl von spekulativen Finanzinvestoren als auch von ETF-Anlegern sorgen und könnten weitere Goldpreissteigerungen ermöglichen.

Zu guter Letzt …

In Großbritannien schreitet die Wahl eines neuen Parteivorsitzenden der Konservativen und damit auch neuen Premierministers weiter voran. Rund 160.000 Tory-Mitglieder erhalten zum Ende der kommenden Woche die Wahlunterlagen und haben dann rund zwei Wochen Zeit, um sich zwischen Boris Johnson und Jeremy Hunt zu entscheiden. Am 22. Juli soll dann ein Sieger verkündet werden. Der als Favorit ins Rennen gehende Johnson besteht lt. eigenen Aussagen darauf, am 31. Oktober "komme, was wolle" aus der EU auszutreten. Die steigende Wahrscheinlichkeiten für einen No-Deal-Brexit dürften die britische Wirtschaft weiter unter Druck setzen; expansive Gegenmaßnahmen der britischen Notenbank sowie eine weiter voranschreitende Schwäche des britischen Pfunds wären denkbar.


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