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05.07.2019 | 12:50
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Es wurde auch Zeit - Chinas Staatspräsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump haben sich im Handelsstreit endlich aufeinander zubewegt. Im Anschluss an ihr Treffen am vergangenen Wochenende wurde bekannt, dass die USA die angekündigten Zölle auf Importe aus dem Reich der Mitte im Umfang von rund 300 Mrd. USD zunächst nicht erheben werden. Ausserdem wird der Exportbann gegenüber dem chinesischen Telekom-Giganten Huawei gelockert. China seinerseits soll künftig grössere Mengen an US-Gütern importieren. Auf diese Weise wurden die Voraussetzungen geschaffen, damit beide Parteien ihre Verhandlungen zur Beilegung des Handelsstreits wieder aufnehmen.

Zugegebenermassen sind die Ankündigungen sehr vage. Weder ist klar, bis wann die angedrohten US-Zölle auf chinesische Importe ausgesetzt sind, noch wurde konkretisiert, welche Güter an Huawei geliefert werden dürfen. Genauso offen ist, was die Absichtserklärung Chinas zur Steigerung der US-Importe genau bedeutet. Der endgültige Handelsdeal steht damit nach wie vor aus.

Immerhin wurde aber ein Anfang gemacht, um die vom Handelskonflikt ausgehende Verunsicherung einzudämmen. Und das ist dringend nötig. So haben die jüngsten Konjunkturindikatoren gezeigt, dass die Wirtschaft von dieser Seite immer mehr unter Druck kommt. Vor allem nach dem neu gestarteten Konfrontationskurs Trumps Anfang Mai gingen weltweit wichtige Konjunkturbarometer auf Tauchstation. In Europa waren es zunächst die finanzmarktnahen Stimmungsindikatoren wie der ZEW- oder der Sentix-Index. Dann folgten die Geschäftsklima-umfragen. Jüngst reihten sich die asiatischen Einkaufsmanagerindikatoren in diesen Reigen ein und markierten zum Teil neue zyklische Tiefststände.

Nicht zuletzt die darin zum Ausdruck kommende Aussicht auf eine nachhaltige Abschwächung der Wirtschaft sollte den Streithähnen klar gemacht haben, dass sie den Bogen in den Verhandlungen nicht überspannen dürfen. Das Beispiel Huawei verdeutlicht darüber hinaus, wie hoch die gegenseitige Abhängigkeit ist. Schliesslich werden bedeutende US-Unternehmen im Halbleitersektor spürbar leiden, wenn sie einen ihrer grössten Kunden nicht mehr beliefern können - der Schuss der USA ginge nach hinten los.

Trotz der bislang nur vagen Ankündigungen sehen wir daher gute Chancen, dass sich die Konfliktparteien weiter annähern und eine erneute Eskalation vermeiden. Reibungslos wird dieser Prozess sicherlich nicht verlaufen und nochmalige Rückschläge sind wahrscheinlich. Übergeordnet rechnen wir aber mit einer abnehmenden Unsicherheit. Auf diese Weise würde die Voraussetzung geschaffen, dass sich in China die staatlich gestützte konjunkturelle Belebung ihren Weg bahnen kann. Für die Eurozone bedeutet das wiederum einen abnehmenden aussenwirtschaftlichen Gegenwind, der sich schliesslich sogar in neuen Rückenwind wandeln könnte. Gleichzeitig kommen hier dann die binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte stärker zur Geltung (Ausgabenprogramme, Steuersenkungen, anziehender privater Konsum). Alles in allem ist damit eine konjunkturelle Erholung in der Währungsunion im 2. Halbjahr vorgezeichnet.

Die Perspektiven für EUR-Risikoassets bleiben mithin freundlich. Kurzfristig ist das Fahrwasser zwar noch rau, da es eine gewisse Zeit dauern dürfte, bis sich auch in den Wirtschaftsdaten die abnehmende Unsicherheit durch den Handelsstreit niederschlagen wird. Dann haben die europäischen Aktienmärkte aber gute Chancen, ihre Allzeithöchststände wieder ins Visier zu nehmen. Die sicheren Häfen hochqualitativer EUR-Staatsanleihen sollten spiegelbildlich unter Druck kommen.

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