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15.07.2019 | 10:50
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Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?
  • Es war einmal eine stolze Deutsche Bank
  • Der tapfere Ritter aus Frankreich
  • Und wenn sie nicht gestorben sind, so haussieren sie noch morgen
Es war einmal…

Ich selbst hatte meine Ausbildung Anfang der 90er Jahre bei der Deutschen Bank begonnen. Stolz wurde uns Auszubildenden die Leistungskraft und das Selbstverständnis der Deutschen Bank vermittelt. Alfred Herrhausen hieß mein tapferer Held und Vorbild. Doch schon bald merkte ich, dass die Antagonisten meiner Helden das Ruder übernommen hatten. Das tapfere Schneiderlein war plötzlich ein skrupelloser Baulöwe, der anscheinend von den Rumpelstilzchen der Deutschen Bank mit Peanuts angelockt wurde, um aus Stroh Gold zu spinnen. Für mich war das der Beginn des Untergangs der ach so stolzen Bank. Vorbei sind die Zeiten des Tischlein deck dich, wo man sich ordentlich mit Boni bediente. Der Tisch wird aktuell um 18.000 Plätze verkleinert. Vorbei die Zeiten des Goldesels, der Eigenkapitalrenditen von 25% erwirtschaften sollte. Der aktuelle Quartalsverlust liegt bei 500 Millionen. Jetzt kommt der Knüppel aus dem Sack: Das US-Justizministerium hat eine weitere Untersuchung angestoßen im Rahmen des skandalträchtigen Malaysischen Staatsfonds. Mit anderen Worten: Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Aus dem einstigen Goldklumpen ist ein schwerer Schleifstein geworden, der Christian Sewing schwer um den Hals hängt.

Ritter Blaubart

Im gleichnamigen Märchen überreicht Ritter Blaubart seiner Frau einen Schlüssel mit dem Versprechen Ihrerseits, damit eine bestimmte Kammer im Schloss nicht zu öffnen. So ähnlich geht Ritter Emanuel Macron derzeit in Frankreich vor, nur, dass er die Kammer gleich selbst öffnet. Die Rede ist von einer Digitalsteuer für Internetkonzerne. Da er es nicht geschafft hat auf europäischer Ebene eine derartige Steuer durchzusetzen, öffnet er jetzt als einziger die Kammer in seinem Schloss in Frankreich. 3% will er einkassieren auf den Umsatz der Internetaktiven. Macron zeigt damit erneut, dass er ein Macher ist, einer der voran reitet und tapfer Signale der Gestaltung sendet. Gleichzeitig bleiben die anderen Ritter der europäischen Tafelrunde zögernd und abwartend. Wohl wissend, dass es den heiligen Gral nicht gibt, wollen Sie erst einmal abwarten, ob Macron damit durchkommt. Im gleichnamigen Märchen Blaubart ist der mächtige Ritter, dann doch selbst auf der Strecke geblieben. Bezeichnenderweise durch die angeheiratete Familie selbst ermordet.

Und wenn sie nicht gestorben sind…

Eine Börsenhausse stirbt in Euphorie und nicht in Selbstzweifel. In diesem Sinne haben die amerikanischen Börsen Dow, S&P und Co neue Höchststände erreicht ohne dass darüber groß berichtet, geschweige denn gefeiert wurde. Im Gegenteil, die "Mauer der Angstu201d, also all die Unsicherheiten an den Kapitalmärkten und den politischen Fronten bestimmen die Börsenberichterstattung. So endet kein Märchen. Fazit: Der aktuelle Börsenanstieg wird weitergehen, auch wenn es kleinere Korrekturen geben wird. Dafür sorgen vor allem die Protagonisten der Notenbanken, die als nächstes dem Börsenmärchen als gute Feen zur Seite stehen werden. Die böse Schwiegermutter Rezession oder Zinsanstieg dagegen sitzt noch hinter den sieben Bergen. Manchmal klingt eben doch alles wie ein Märchen. Zu schön, um wahr zu sein.

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