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15.07.2019 | 10:50
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Freitag, 12. Juli 2019 - Nach den seit Anfang Juni an den Finanzmärkten erzielten, teilweise deutlichen Kurszuwächsen hat die Dynamik zuletzt etwas nachgelassen. Der europäische Aktienmarkt (Stoxx 600) befindet sich aktuell knapp unter seinem Jahreshoch, die US-Börse (S&P 500) nahe an ihrem historischen Hochstand. Gold pendelt nach seiner 100 US-Dollar-Rallye um das Niveau von 1400 US-$/Unze, zu kräftigeren Gewinnmitnahmen kam es allerdings bei den von geldpolitischen Hoffnungen übermäßig beflügelten Rentenmärkten.

Kommende Woche dürften chinesische Wirtschaftsdaten im Mittelpunkt stehen

Von den nächste Woche aus Europa (ZEW-Konjunkturbarometer) und den Vereinigten Staaten (Einzelhandel, Industrieproduktion, Neubaubeginne, Verbrauchervertrauen) kommenden Konjunkturindikatoren sollten u.E. keine allzu großen Marktimpulse ausgehen. Stärker unter die Lupe genommen werden dürfte aber das am Montagmorgen zur Veröffentlichung anstehende umfangreiche Datenpaket aus China (u.a. Q2-BIP; Industrieproduktion, Einzelhandel, Sachanlageinvestitionen, jew. für Juni). Die volkswirtschaftlichen Experten (Reuters Poll) erwarten für das 2. Quartal eine leichte Abschwächung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität (BIP Q2 e: +6,2% nach +6,4%, jew. ggü. Vj.), aber eine leichte Erholung bei der zuletzt schwächelnden Industrieproduktion (Juni e: +5,2% nach +5,0%, jew. ggü. Vj.). Negative Überraschungen dürften zumindest kurzfristig die Sorgen über eine sich weiter abschwächende Weltkonjunktur schüren.

Oft paradox erscheinende Reaktion des Aktienmarktes auf "schlechte Nachrichten"

Wie die diesjährige exzellente Entwicklung an den Aktienmärkten zeigt, muss eine Phase nachlassender Wirtschaftsdynamik keineswegs automatisch mit stagnierenden oder fallenden Kursen einhergehen. Umgekehrt wurden einzelne positive Wirtschaftsmeldungen manchmal sogar mit Kursabschlägen beantwortet; dies war exemplarisch an der Reaktion auf die jüngsten US-Arbeitsmarktzahlen zu beobachten. U.E. erklärt sich diese paradox erscheinende Reaktion mit den sich im derzeitigen Umfeld an negative Wirtschaftsmeldungen knüpfenden Erwartungen eines steigenden Handlungsdrucks auf die internationalen Notenbanken. Aus Aktienmarktsicht verwandelt sich somit eine "negative" Nachricht in eine "positive" in Gestalt einer erhofften geldpolitischen Lockerung.

Neuer Lackmustest für den Aktienmarkt steht bevor

Die "Verwandlungskräfte" des Aktienmarkts dürften bald erneut auf die Probe gestellt werden. Am 24. Juli stehen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes der Industrie und am 26. Juli die Erstschätzung für das US-Bruttoinlandsprodukt des 2. Quartals zur Veröffentlichung an. Hier zeichnet sich eine deutliche Wachstumsverlangsamung ab. Die Konsenserwartung der Ökonomen liegt derzeit bei +2,0% (nach +3,1%, jew. ggü. Vj., annualisiert), das von der Atlanta Fed erstellte Prognosemodell (GDPNow) schätzt das US-Wachstum sogar auf nur noch +1,4%. Angesichts des anhaltend robusten US-Arbeitsmarkts dürfte das moderate Wachstum die Argumentation der Fed erleichtern, die offensichtlich - das Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung und die Ausführungen von Powell vor dem Kongress belegen dies - auf eine Leitzinssenkung zusteuert.

EZB-Spitzenpersonal spricht für anhaltend finanzmarktfreundliche Geldpolitik

Mittlerweile haben die EU-Finanzminister Christine Lagarde, die frühere französische Finanzministerin und derzeit ruhende Chefin des Internationalen Währungsfonds, auch offiziell als Kandidatin für die Nachfolge des noch bis Ende Oktober amtierenden EZB-Chefs Draghi nominiert; die endgültige Ernennung soll auf dem EU-Gipfel im Oktober erfolgen, dürfte aus heutiger Sicht aber gesichert sein. Frau Lagarde und auch der stellvertretende Chef der Europäischen Zentralbank, der Spanier Luis de Guindos, haben einen primär politischen Hintergrund. Die mit EZB-Chef Draghi vor dem Hintergrund der Bewältigung der Finanzkrise und der Euro-Staatsschuldenkrise einsetzende Politisierung der Europäischen Zentralbank ("whatever it takes") dürfte sich damit ungebrochen fortsetzen. Die Erstreaktion der Finanzmärkte auf die Überraschungskandidatin war positiv, da die Akteure u.E. zu Recht eine weiche, den Finanzierungsbedürfnissen der Hochschuldenländer entgegenkommende Geldpolitik erwarten. Wir gehen davon aus, dass dieses mentale Sicherheitsnetz auch schon vor Ihrer endgültigen Amtsübernahme wirksam sein wird.

Rohölnotierungen haben noch Luft nach oben

Anders als bei Aktien und Renten hinterließen die schwächeren Konjunkturdaten am Ölmarkt deutliche Bremsspuren, die Anfang Juni einsetzende Kurserholung fiel recht verhalten aus. Unserer Einschätzung nach hat sich aber das Umfeld zuletzt recht konstruktiv entwickelt. Die OPEC und ihre Partner haben eine Verlängerung der Rohölförderkürzung beschlossen, in den Vereinigten Staaten nimmt die Zahl der aktiven Ölplattformen seit Anfang des Jahres kontinuierlich ab und die hohen Rohöllagerbestände sind in den letzten vier Wochen deutlich gesunken. Die von der U.S. Commodity Futures Trading Commission ausgewiesenen Terminmarktpositionen spekulativer Marktteilnehmer sind seit Mai deutlich gesunken. Zudem könnte ein sich zuspitzender Konflikt zwischen den USA und dem Iran zu einem Anziehen der Risikoprämie führen.


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