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22.07.2019 | 11:50
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Freitag, 19. Juli 2019 - Nachdem der wohl prominenteste US-Aktienindex - S&P 500 - in der vergangenen Woche erstmals in seiner Geschichte die 3.000 Punktemarke knacken konnte, schalteten die Aktienmärkte im bisherigen Wochenverlauf einen Gang zurück. Ungeachtet dessen können aber auch die europäischen Leitindizes im laufenden Jahr eine beachtliche Kurssteigerung im zweistelligen Prozentbereich vorweisen, trotz des schwächeren konjunkturellen Umfelds und der Vielzahl an möglichen Stolpersteinen (u.a. Brexit: am 24. Juli dürfte Boris Johnson als neuer Premierminister bestätigt werden; sino-amerikanischer Handelskonflikt: Trump hat jüngst einmal mehr mit weiteren Zöllen gedroht).

Im Hinblick auf die hierzulande jüngst von einigen namhaften Unternehmen veröffentlichten Gewinnwarnungen (Daimler, BASF) scheint die vermehrt aufkommende Frage nach der Nachhaltigkeit der jüngsten Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten aber mehr als berechtigt. Aus unserer Sicht dürften zwei wesentliche und aktuell auf dem Prüfstand stehende Faktoren (1. geldpolitische Impulse und 2. Verlauf der US-Berichtssaison) in den kommenden Wochen die weitere Richtung an den Aktienmärkten bestimmen. Insgesamt rechnen wir auf kurze Sicht mit einer verhaltenen Kursentwicklung, mittelfristig bleiben Aktieninvestments aber weiter gut unterstützt.

Notenbank-Sitzungen werfen ihren Schatten voraus

Die chinesische Notenbank hat bereits in den vergangenen Monaten durch diverse Maßnahmen der durch den US-Handelskonflikt in Mitleidenschaft gezogenen heimischen Wirtschaft unter die Arme gegriffen. Die am Montag veröffentlichten Konjunkturdaten zeigten zwar das seit 1992 auf Quartalssicht niedrigste Wirtschaftswachstum an (BIP Q2 ggü. Vorjahresquartal: +6,2%; erwartet: +6,2%; Vorquartal: +6,4%). Die in den vergangenen Monaten beobachtete rückläufige Dynamik der Industrieproduktion konnte im Juniverlauf aber gestoppt werden (+6,3% ggü. Vorjahresmonat; erwartet: 5,2%; Vormonat: 5,0%) und auch die Einzelhandelsumsätze im bevölkerungsreichsten Land der Welt legten stärker als erwartet zu (Juni +9,8% ggü. Vorjahresmonat; erwartet: +8,5%; Vormonat: +8,6%). Wir rechnen auch in den kommenden Monaten mit einer sukzessiven wirtschaftlichen Stabilisierung.

Im Gegensatz dazu hat die US-Notenbank Fed im bisherigen Jahresverlauf ihr Pulver (noch) trocken gehalten, nachdem der von Donald Trump angezettelte Handelskonflikt bisher keine wesentliche Belastung für die US-Wirtschaft darstellt. So sind etwa die Einzelhandelsumsätze im Juni um robuste 0,4% gewachsen (ggü. Vormonat; erwartet: +0,2%; Vormonat: +0,4%). Ende Juli dürfte damit aber Schluss sein, dann wird es aller Voraussicht nach - ganz zur Freude des amtierenden US-Präsidenten - zur ersten Zinssenkung seit 2008 kommen (Fed-Zinsentscheid am 31.07.). Im Fahrwasser der US-Notenbank dürften auch die ab der nächsten Woche anstehenden Sitzungen weiterer bedeutender Zentralbanken - zumindest was die Wortwahl angeht - im Zeichen möglicher geldpolitischer Stützungsmaßnahmen stehen (Sitzungstermin EZB: 25.07.; Bank of Japan: 30.07.; Bank of England: 01.08.).

Unserer Einschätzung nach sind - allen voran in den USA (hier rechnet der Marktkonsensus immerhin mit insgesamt drei Zinssenkungen für das laufende Jahr) - der Großteil der Erwartungen an eine geldpolitische Reaktion auf die abnehmende Wirtschaftsdynamik in den aktuellen Aktienmarktniveaus mittlerweile eskomptiert. Obwohl kurzfristig ein gewisses Enttäuschungspotenzial auf Investorenseite besteht, dürften Aktieninvestments mittelfristig weiter von der lockeren Geldpolitik profitieren (primär im Hinblick auf die relative Attraktivität gegenüber Rentenengagements). Wie hoch der Anlagenotstand mittlerweile zu sein scheint, verdeutlicht das weltweit ausstehende negativ rentierende Anleihevolumen. Vor dem Hintergrund der erwarteten geldpolitischen Lockerung ist dieser Anteil auf nun fast 22% der weltweit ausstehenden Anleihen im Investment Grade Bereich der wichtigsten 24 Währungen angestiegen (ca. 13 Billionen US-Dollar).

US-Berichtssaison gewinnt an Fahrt

Ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Aktienmärkte ist aus unserer Sicht die allmählich an Fahrt gewinnende US-Berichtssaison. Hier rechnen wir mit einem gemischten Bild und entsprechend keinen neuen positiven Impulsen. Nachdem nun im Wochenverlauf einige Schwergewichte aus der Bankenbranche (Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan) ihr Zahlenwerk für das vergangene Quartal bekannt gegeben haben, ist der Indexanteil der bereits berichteten Unternehmen auf ca. 10% angewachsen. Von diesen konnten fast 80% der berichteten Unternehmen die Konsensus-Schätzungen der Analysten übertreffen, welches in etwa dem Muster der Vorquartale entspricht (Quelle: Bloomberg). Am Ende der Berichtssaison (Anfang September) könnte auf aggregierter Indexebene ein leichtes Gewinnminus im Vergleich zum Vorjahresquartal verbucht werden. Auf die eine oder andere Gewinnmitnahme sollten sich die Anleger daher bereits einstellen (-0,3%; aktuelle FactSet-Konsensus-Schätzungen). Bremsend auf die Kursentwicklung dürfte auch der Wegfall von sog. Aktienrückkäufen seitens der Unternehmen wirken, diese werden zumeist während der Berichtssaison ausgesetzt. Allein im ersten Quartal 2019 summierte sich das Aktienrückkaufvolumen für den S&P-500 auf 200 Mrd. US-Dollar (Gesamtjahr 2018: rund 800 Mrd. US-Dollar). In den kommenden Quartalen dürfte sich das Gewinnwachstum dann wieder etwas freundlicher präsentieren, für das Gesamtjahr liegen die aktuellen Gewinnschätzungen für den S&P 500 bei ca. +3% (ggü. dem Vorjahr, aktuelle FactSet-Konsensus-Schätzungen).


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