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Ann-Katrin Petersen (Allianz GI): "Die Geldpolitik wird es schon richten - oder?"

Die Weltkonjunktur befindet sich beileibe nicht in einem freien Fall, der unweigerlich und in naher Zukunft in einer Rezession mündet. Die Hoffnungen auf eine Konjunkturbeschleunigung in den Mittelquartalen dieses Jahres müssen Investoren jedoch vorerst ad acta legen. Zu schwer lasten die fortdauernde Schwäche im Handel und geopolitische Unsicherheiten auf dem globalen verarbeitenden Gewerbe. Der IWF hat daher jüngst seine Konjunkturprognose gesenkt. Für sich genommen kein Grund für überschäumenden Enthusiasmus an den Börsen. Immerhin zeichnen sich positive Signale nach der Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen den USA und China ab.

Maßgeblich für die höheren Börsenkurse - der globale MSCI-Aktienindex legte seit Jahresbeginn um etwa 17% zu und übertrifft damit den Zehnjahresdurchschnitt - ist derzeit jedoch der Eifer der Notenbanken, weitere Stimulierungsmaßnahmen zu lancieren. Ganz in diesem Sinne signalisierte die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer "taubenhaften" Ratssitzung am Donnerstag weitere Handlungsbereitschaft. Risikoreichere Anlageklassen wie Aktien und Unternehmensanleihen waren auch in der abgelaufenen Woche begehrt.

Für eine anhaltend aufgehellte Börsenstimmung wird jedoch entscheidend sein, ob den wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern eine (seltene) "weiche Landung" des alternden Konjunkturzyklus gelingt, mit der die Grundlage für einen erneuten globalen Aufschwung gelegt werden könnte. Ob die Zentralbanken allmächtig sind, sei dahingestellt. Die hohen Markterwartungen bergen unseres Erachtens ein gewisses Enttäuschungspotenzial.

Noch hinterlassen die eingetrübten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Bremsspuren. Zum einen bei den Unternehmensgewinnen, wie sich an den sich mehrenden Gewinnwarnungen in der laufenden Berichtssaison, insbesondere in Europa, ablesen lässt. Die Hoffnungen ruhen auf der zweiten Jahreshälfte. Zum anderen hat im Euroraum - trotz der äußerst günstigen Finanzierungsbedingungen - die steigende Risikoaversion der Banken angesichts der Sorge vor einer wirtschaftlichen Abschwächung zu strafferen Kreditvergaberichtlinien im Firmenkundengeschäft im zweiten Quartal geführt. Eine Kehrtwende des seit 2014 anhaltenden Lockerungszyklus, wie aus der jüngsten EZB-Umfrage hervorgeht.

Lesen Sie hier "Die Woche Voraus" vom 26. Juli 2019 mit dem Kommentar von Ann-Katrin Petersen (Allianz GI): "Die Geldpolitik wird es schon richten - oder?".

Finden Sie hier Informationen zu den Vermögensverwaltenden Fonds und Produkten der Allianz Global Investors GmbH.

© 2019 Asset Standard
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

In unserem aktuellen Spezialreport zeigen wir fünf Aktien, bei denen die Abwärtsrisiken besonders hoch sind – und wo sich Gewinnmitnahmen oder sogar Short-Strategien anbieten könnten.

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