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31.07.2019 | 13:50
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Nach dem historisch schwachen Dezember 2018 konnten die Aktienmärkte im ersten Halbjahr satte Gewinne verzeichnen. Dabei war das politische Umfeld keineswegs positiv. Die Gefahren, die 2018 die Stimmung verhagelten, beherrschten auch im ersten Halbjahr 2019 das Marktgeschehen. So blieb der Handelsstreit zwischen den USA und China beziehungsweise Europa weiterhin einer der bestimmenden Faktoren - wobei eine Annäherung im Konflikt zwischen den USA und China von den Märkten honoriert wurde. Dennoch ist ein Ende des Handelsstreits noch nicht zu erkennen. Gleichzeitig sorgte eine schwächelnde Konjunktur für Ernüchterung an den Märkten und schürte Rezessionsängste. In der Folge fühlten sich die Zentralbanken verpflichtet die restriktiver werdende Geldpolitik vorerst zu stoppen und notfalls auch wieder zu lockern. Diese Entscheidung führte an den Aktienmärkten zu deutlichen Kurszuwächsen. In der EU ist zudem der Brexit ein nicht Enden wollendes Thema. Durch den Rücktritt von Premierministerin May und der Wahl des Brexit-Hardliners Boris Johnson, ist ein ungeordneter Brexit wahrscheinlicher geworden.

Aufgrund der bestehenden Gefahren, wie dem Handelsstreit oder dem No-Deal-Brexit, war auch die Nachfrage nach sicheren Geldanlagen hoch. Dadurch sind die Renditen im ersten Halbjahr gesunken und die Anleihekurse gestiegen. Auch das Aussetzen der Zinserhöhungen und erwartete Lockerungen der Geldpolitik durch die Zentralbanken wirkten unterstützend.

Entwicklung der Vermögensverwaltenden Fonds

Wie konnte das Segment der Vermögensverwaltenden Fonds das wirtschaftliche Umfeld nutzen?

"Die Vermögensverwaltenden Fonds konnten die positiven Entwicklungen nutzen und gute Renditen erzielen", so Nicolai Bräutigam von der MMD Analyse & Advisory GmbH. Mit einer eigenen Datenbank und seinem Analyse-Instrumentarium ist das Arnsberger Research-und Beratungshaus seit Jahren auf das Produktsegment spezialisiert. Die Wertentwicklung der VV-Fonds, gemessen am MMD-Index All Fund, liegt für das erste Halbjahr 2019 bei 8,01%. Die VV-Fonds konnten sich durch aktives Risikomanagement auszeichnen und die maximalen Verluste im Vergleich zur Benchmark minimieren. "Die maximalen Draw-Downs, also der maximale Verlust in diesem Zeitraum, fällt bei allen vier Anlagestrategien niedrig aus", so Bräutigam. Zum Vergleich: Der maximale Draw-Down bei den offensiven Anlagestrategien liegt im Schnitt bei -3,77%, während der Aktienindex DAX Verluste in Höhe von -5,53% hinnehmen musste.

Grafik 1 - Entwicklung VV-Fonds HJ 1 2019

* Datenzeitraum: 31.12.18 - 30.06.19; auf Tagesbasis

Entwicklung der defensiven Vermögensverwaltenden Fonds

Die Bandbreiten in den Anlagestrategien vermitteln einen besseren Eindruck über die Wertentwicklungen. Während die beste Performance unter den defensiven Fonds 11,98% beträgt, konnte der schlechteste Fonds mit -0,03% knapp unterhalb der 0%-Marke performen. Der Median ist der Mittelwert, der die Messwerte "in der Mitte" teilt, wenn man diese der Größe nach sortiert. 50% der Fonds haben eine höhere Wertentwicklung und 50% eine niedrigere Wertentwicklung, wodurch Ausreißer nach oben und nach unten nicht mehr (wie beim arithmetischen Mittelwert) ins Gewicht fallen. Somit konnten fast alle defensiven Vermögensverwaltenden Fonds ein positives Ergebnis ausweisen und nur ein Fonds verfehlte knapp ein positives Ergebnis im ersten Halbjahr.

Grafik 2 - Entwicklung defensive VV-Fonds HJ 1 2019

Tabelle 1: Defensive VV-Fonds - Die besten und schlechtesten Performanceergebnisse im 1. Halbjahr 2019

(inkl. Risikokennzahlen und MMD-Ranking)

Tabelle 1 - Beste und schlechteste defensive VV-Fonds HJ 1 2019

Entwicklung der ausgewogenen und offensiven Vermögensverwaltenden Fonds

Aufgrund der höheren Aktienquote gegenüber der defensiven Kategorie waren die Performanceergebnisse in den Anlagestrategien Ausgewogen und Offensiv deutlich breiter gestreut. Bei der ausgewogenen Kategorie lagen die Performancewerte zwischen -3,23% und 15,72% und bei der Offensiven zwischen 0,91% und 20,93%. Die Medianwerte der beiden Kategorien wichen mit 7,70% für ausgewogen und 10,87% für die offensiven Fonds - wie zu erwarten war - voneinander ab. Bei den ausgewogenen Strategien liegen im Gegensatz zur Offensiven Kategorie mehrere Fonds im negativen Bereich. Dennoch sind die positiven Anteile an der Gesamtheit der untersuchten Vermögensverwaltenden Fonds mit 98,79% sehr hoch. Bei den offensiven Strategien konnten sogar alle VV-Fonds eine positive Performance ausweisen.

Grafik 3 - Entwicklung ausgewogene VV-Fonds HJ 1 2019

Tabelle 2: Ausgewogene VV-Fonds - Die besten und schlechtesten Performanceergebnisse im 1. Halbjahr 2019

(inkl. Risikokennzahlen und MMD-Ranking)

Tabelle 2 - Beste und schlechteste ausgewogene VV-Fonds HJ 1 2019

* Fondsvolumen größer als 10 Mio. Euro

Grafik 4 - Entwicklung offensive VV-Fonds HJ 1 2019

Tabelle 3: Offensive VV-Fonds - Die besten und schlechtesten Performanceergebnisse im 1. Halbjahr 2019

(inkl. Risikokennzahlen und MMD-Ranking)

Tabelle 3 - Beste und schlechteste offensive VV-Fonds HJ 1 2019

* Fondsvolumen größer als 10 Mio. Euro

Entwicklung der flexiblen Vermögensverwaltenden Fonds

Bei der flexiblen Anlagestrategie konnten fast alle Fonds positiv performen. Nur ein Fonds beendete das erste Quartal negativ. Die Bandbreite der flexiblen Fonds reichte von -0,54% bis 30,21%. Dabei stellt der obere Wert einen extremen Ausreißer da, der 12% über der zweitbesten Performance steht. Der Medianwert lag bei 6,65%.

Grafik 5 - Entwicklung flexible VV-Fonds HJ 1 2019

Tabelle 4: Flexible VV-Fonds - Die besten und schlechtesten Performanceergebnisse im 1. Halbjahr 2019

(inkl. Risikokennzahlen und MMD-Ranking)

Tabelle 4 - Beste und schlechteste flexible VV-Fonds HJ 1 2019

* Fondsvolumen größer als 10 Mio. Euro

Fazit: VV-Fonds erzielen im Durchschnitt attraktive Renditen bei vermindertem Risiko

Die Entwicklung der Vermögensverwaltenden Fonds im ersten Halbjahr 2019 spiegelt die freundliche Stimmung der Aktien- und Anleihemärkte wieder. Nach der größtenteils negativen Entwicklung in 2018 - insbesondere im Dezember - haben die Vermögensverwaltenden Fonds ihre Linie wieder gefunden und konnten dem Versprechen solider Performance bei vermindertem Risiko größtenteils gerecht werden. Dennoch sollten die hier angegebenen Performancewerte nicht als Hauptkriterium für eine Investmententscheidung genutzt werden, warnt Bräutigam. In den oben angegebenen Tabellen sind unter den Spitzenplätzen viele Fonds vertreten die die hohe Performance unter ebenso hoher Schwankungsintensität, sprich Volatilität, erreicht haben. Diese liegt in einigen Fällen sogar über der Volatilität der Aktienindizes. Daher ist eine Berücksichtigung des Risikos für eine sachgerechte Bewertung essentiell und spiegelt sich auch in der Sharpe-Ratio (Überrendite gegenüber dem risikofreien Zinssatz im Verhältnis zum eingegangen Risiko) oder dem MMD-Ranking wider.

Zusätzlich sollten für eine leistungsgerechte Bewertung des Fondsmanagers die Produkte im Detail und über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet werden. Dabei können in einem ersten Schritt quantitative Rankings - wie dass MMD-Ranking - helfen, eine entsprechende Vorauswahl zu treffen. Aus der aktuellen MMD Analyse lässt sich die Relevanz längerfristiger quantitativer Rankings gut ableiten. Unter den Top-Fonds im ersten Halbjahr 2019 befinden sich einige Vermögensverwaltende Fonds, die in der längerfristigen Betrachtung zu den schwächeren der jeweiligen Kategorie gehören. Um sich ein gutes Gesamtbild zu verschaffen, müssen darüber hinaus der Anlageprozess und das Fondsmanagement qualitativ untersucht werden. Nur so lassen sich die Ergebnisse einordnen und die Managerleistung bewerten.

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(24.07.2019) Asset Standard MMD-Ranking 06/2019 für Vermögensverwaltende Fonds


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