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20.09.
23.08.2019 | 10:50
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Wachstum

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im 2. Quartal 2019 geschrumpft. Gegenüber Vorquartal sank sie um 0,1%. Aufwärts ging es mit dem staatlichen und privaten Konsum. Schwach entwickelten sich dagegen die Exporte und die Bauinvestitionen. Rückgänge gab es vor allem in der Industrie: Im Juni sank die Produktion gegenüber Vormonat um 1,5%, die Exporte gingen um 0,1% zurück. Auf Jahressicht haben Produktion und Ausfuhren damit fünf und acht Prozent verloren. In der Eurozone hatte sich das Wirtschaftswachstum im 2. Quartal auf 0,2% halbiert, in Großbritannien schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt. In den USA dagegen blieb das Wachstum mit auf das Jahr hochgerechneten 2,1% (Vorquartal: 3,1%) robust. Getragen wurde es vom staatlichen und privaten Konsum.


Jobs

Im Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland zwar um 59.000, dies lag allerdings vor allem an der Sommerpause. Um saisonale Schwankungen bereinigt betrug das Plus lediglich 1.000. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0%. In der Eurozone ging die Arbeitslosenquote im Juni auf 7,5% (Vormonat: 7,6%) und damit auf den niedrigsten Stand seit August 2008 zurück. Der US-Arbeitsmarkt bleibt stabil: Im Juli schufen die Unternehmen 164.000 neue Jobs, die Juni-Zahl wurde auf 193.000 nach oben korrigiert.


Gewinne

In den USA läuft die Berichtssaison für das 2. Quartal 2019. 434 Unternehmen aus dem Index S&P 500 haben Zahlen vorgelegt. 74% davon übertrafen die Gewinnerwartungen, 42% die Umsatzerwartungen. Das Gewinnwachstum gegenüber Vorjahresquartal dürfte bei 4,2% liegen und die Margen bei kräftigen 11,5%. Aus dem europäischen Index Stoxx600 haben 279 Unternehmen Zahlen für das 2. Quartal 2019 vorgelegt. Bislang wird mit einem Gewinnrückgang von 1,6% und einem Umsatzwachstum von 3,0% gegenüber dem Vorjahresquartal gerechnet.


Inflation

In Deutschland ist die Inflationsrate im Juli nach vorläufigen Berechnungen auf 1,8% (Vormonat: 1,6%) gestiegen. Ohne Berücksichtigung von Energieprodukten betrug die Inflationsrate 1,5%. In der Eurozone ermäßigte sich die Teuerung im Juli nach ersten Schätzungen auf 1,1% gegenüber 1,3% im Juni. In den USA legte die Inflation im Juli von 1,6% auf 1,8% zu. Die Kernteuerung (ohne Energie und Nahrungsmittel) stieg von 2,1% auf 2,2%.


Zinsen

Die US-Zentralbank (Fed) hat auf ihrer jüngsten Sitzung erwartungsgemäß ihren Leitzinskorridor um 0,25 Prozentpunkte auf 2,00% bis 2,25% gesenkt. Zwar läuft die US-Konjunktur aus Sicht der Fed weiter gut. Allerdings wiesen die Zentralbanker auf die unveränderten globalen Risiken sowie auf die schwache Inflationsentwicklung hin. Laut Fed-Chef Jerome Powell war der Zinsschritt lediglich eine Vorsichtsmaßnahme und nicht der Beginn eines langen Zinssenkungszyklus. Powell hielt sich aber die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen offen. Die Europäische Zentralbank ließ ihre Leitzinsen im Juli zwar konstant. Aus den Äußerungen der Zentralbanker wird aber auf ein umfassendes Maßnahmenpaket zur geldpolitischen Lockerung im September geschlossen.


Risiken

    • Konjunkturelle Abschwächung in China und Europa.
    • Schwächere Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen.
    • Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.
    • Destabilisierung der Eurozone aufgrund des Brexit und der politischen und wirtschaftlichen Instabilität in Italien.


Investmentthemen

    • Hochzinsanleihen bleiben aufgrund von Bewertung und der aussicht auf steigende Gewinne vorerst attraktiv.
    • Wir präferieren zur Zeit aufgrund des defensiven Charakters: US-Aktien, Value-Aktien und Large Caps.
    • Der US-Dollar verliert durch ein schrumpendes Zinsdifferential an Attraktivität. Emerging Markets könnten davon profitieren.





Rechtliche Hinweise


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