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02.09.2019 | 10:50
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Freitag, 30. August 2019 - Kurz vor dem G7-Treffen in Biarritz vor einigen Tagen (das wie erwartet keine wirklich nennenswerten Ergebnisse lieferte) holte Handelskrieger Donald Trump zum nächsten Schlag gegen China aus: Er kündigte weitere US-Zollerhöhungen auf chinesische Importe an und befahl den US-Unternehmen ihre Geschäftstätigkeiten im Reich der Mitte zu beenden. Die chinesische Regierung reagierte prompt mit der Drohung entsprechende Zölle auf US-Produkte zu erhöhen und ließ eine abermalige Abwertung der heimischen Währung zu. Nach der jüngsten Eskalation folgten im weiteren Wochenverlauf wieder entsprechende Entspannungssignale. Aktuell sei, so Trump, die Wahrscheinlichkeit für eine Lösung im Handelskonflikt so hoch wie noch nie. Doch wie glaubhaft sind die Äußerungen aus Washington noch, könnte es wirklich eine baldige Lösung geben?


Wir rechnen auch für die kommenden Wochen mit einer Fortsetzung der bisherigen Verhaltensweise des US-Präsidenten: Einer Eskalation folgt eine entsprechende (zeitweilige) Deeskalation (vermutlich hatte ihm diese Strategie bisher in der Immobilienbranche geholfen um Zugeständnisse zu erringen), entsprechend volatil und ohne klare Richtung dürfte sich unserer Meinung nach auch der Handel an den Aktienmärkten gestalten. Trump wird aber vor der im kommenden Jahr anstehenden Präsidentschaftswahl eine US-Rezession und eine entsprechend deutliche Aktienmarktkorrektur vermeiden wollen. Vielmehr dürfte er sich - je näher der Wahlzeitpunkt rückt - als ein harter Verhandlungspartner für die Interessen des amerikanischen Volks präsentieren und im Zweifel einen allein ihm zuzuschreibenden Verhandlungserfolg verkünden. Trump orientiert sich dabei sehr stark an der Entwicklung des US-Handelsbilanzdefizits, welches er als Indiz für den "Ausverkauf" der heimischen Wirtschaft betrachtet und sich daraus klare "Gegner" identifizieren lassen. Die chinesische Regierung befindet sich unserer Meinung nach aber in einer besseren Verhandlungsposition: so dürfte eine Abschwächung der US-Konjunktur im Zuge des Handelskonflikts die Chancen für eine Wiederwahl Donald Trumps entsprechend sinken lassen (dieser Thematik muss sich die chinesische Regierung nicht stellen), zudem wird sich Trump wohl nur auf eine Einigung einlassen, wenn diese klare Vorteile für die USA bietet (z.B. Schutz des geistigen Eigentums).


Notenbanken stemmen sich gegen Wirtschaftsabschwächung

Auch das vielbeachtete Notenbankertreffen in Jackson Hole Ende letzter Woche stand ganz im Zeichen der handelspolitischen Auseinandersetzungen: So betonte der von Donald Trump immer wieder hart attackierte US-Notenbankchef Jerome Powell zwar einmal mehr die Bereitschaft der Notenbank die heimische Wirtschaft entsprechend stützen zu wollen, gleichzeitig sei aber die Steuerung geldpolitischer Maßnahmen im Hinblick auf die kaum vorhersehbaren Entwicklungen im Handelskonflikt deutlich erschwert. Genau auf diese Unterstützung baut aber US-Präsident Trump, solide gemanagte Unternehmen sollten aber ihre Investitionen nicht aufgrund günstiger Finanzierungskonditionen, sondern basierend auf aussichtsreichen Geschäftsmöglichkeiten tätigen. Die erratische Handelsweise des US-Präsidenten und die zunehmende Planungsunsicherheit - z.B. im Hinblick auf den Fortbestand internationaler Lieferketten - wirken vielmehr bremsend auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Es wird sich zeigen, was die führenden Zentralbanken in den ab Mitte September anstehenden turnusmäßigen Sitzungen der globalen Konjunkturabschwächung entgegensetzen können; zumindest unter den Marktteilnehmern herrscht eine ausgeprägte Erwartungshaltung (EZB: 12.09.; Fed: 18.09.; Bank of England und Bank of Japan jeweils am 19.09.).


Die im bisherigen Wochenverlauf veröffentlichten Konjunkturdaten spiegeln derweil das weiterhin eingetrübte konjunkturelle Bild wider: So sank in Deutschland der ifo-Geschäftsklimaindex im August bereits den fünften Monat in Folge (von 95,8 auf 94,3 Zähler) auf den tiefsten Stand seit 2012. Betrachtet man die Schlüsselindustrien, wird einzig im Bauhauptgewerbe mit keiner größeren Änderung der aktuell soliden Ausgangslage gerechnet. In den USA scheinen sich die Konsumenten dagegen langsam Gedanken über die Auswirkungen des Handelskonflikts zu machen. Der Conference Board Index für das Konsumvertrauen - aktuelle Lage - ist zwar von zuletzt 170,9 im August auf einen Wert von 177,2 gestiegen, der Index für die Erwartungen der Konsumenten ist jedoch im aktuellen Monat von 112,4 auf 107,0 Zähler merklich gesunken.


Politische Querelen in Europa - Showdown im Brexit-Drama rückt näher

Während in Italien nun nach zähem Ringen eine neue Regierung - von der Demokratischen Partei (PD) und der Fünf Sterne Bewegung getragen - gebildet werden konnte (was zumindest für die Finanzmärkte beruhigend wirken dürfte), hat der britische Premierminister Boris Johnson am vergangenen Mittwoch eine Parlamentspause im Zeitraum zwischen dem 9. September und 14. Oktober erwirkt. Die Opposition hatte zuletzt eine Blockade eines No-Deal-Brexits durch einen möglichen Gesetzesentwurf ins Spiel gebracht, Kritiker sehen in der verordneten Pause einen klaren Versuch, dieser Initiative entgegenzuwirken. Der nächste EU-Brexit-Gipfel ist für den 17.-18. Oktober geplant. Ob bis zum (aktuell zumindest noch) offiziellen Austrittsdatum (31.10.) eine gütliche Trennung gelingt, wird zunehmend unwahrscheinlich. Der Herbst könnte ungemütlich werden.






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