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Dr. Daniel Hartmann (BANTLEON): Der Ausblick für das 4. Quartal hat sich eingetrübt

19.10.2020 -

Die Coronavirus-Pandemie ist in Europa ausser Kontrolle geraten. Selbst der Musterschüler Deutschland sieht sich nunmehr einem dynamischen Anstieg der Neuinfektionen gegenüber. Schwerer wiegt jedoch, dass es Ländern wie Spanien oder Frankreich bislang nicht gelungen ist, die zweite Welle zu brechen - obwohl bereits neue Restriktionen umgesetzt wurden. Nicht zuletzt deshalb sah die französische Regierung keinen anderen Ausweg, als in vielen Metropolen eine Sperrstunde ab 21 Uhr zu verhängen. Aller Voraussicht nach werden in ganz Europa weitere Einschränkungen im Bereich Gastronomie, Freizeit und Tourismus unumgänglich sein, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Dies gilt umso mehr, als in einigen Regionen auch die Krankenhausbelegungen wieder zunehmen. Der Dienstleistungssektor bleibt daher in den nächsten Monaten unter Druck. Dies wird sich zunächst in weiteren Rückgängen des Service-Einkaufsmanagerindex niederschlagen. Später dürfte es auch in den BIP-Zahlen sichtbar werden. Auf die kräftige Belebung im 3. Quartal wird im laufenden Vierteljahr bestenfalls noch ein Mini-Wachstum folgen. Die V-förmige Erholung ist erst einmal unterbrochen. Mithin ist das Umfeld für Risikoassets rauer geworden, zumal bis Anfang November die Unsicherheit um die US-Präsidentschaftswahlen hinzukommt. Für den Finanzinvestor bedeutet dies, dass die Risiken aktuell nicht bis zum Anschlag ausgefahren werden sollten. Allerdings gibt es auch keinen Grund, zu defensiv zu agieren. Schliesslich bietet das fundamentale Umfeld durchaus einige Lichtblicke. Allen voran ist kein globaler Lockdown zu befürchten. China und andere asiatische Länder haben die Pandemie gegenwärtig im Griff. Entsprechend hat sich hier das Wirtschaftsleben normalisiert. Ostasien fungiert daher aktuell als globale Konjunkturlokomotive. Ein weiterer Stützfaktor ist die expansive Fiskalpolitik, die in ganz Europa praktiziert wird. Das Kurzarbeitergeld und andere Massnahmen (Steuersenkungen, Finanzhilfen) sorgen für eine Stabilisierung der Einkommen. Das 4. Quartal wird somit zwar schwierig, ein konjunktureller Absturz wie im Frühjahr droht aber nicht. Im kommenden Jahr dürften sich darüber hinaus die Perspektiven spürbar aufhellen. Bei der Zulassung des Impfstoffs wechselten sich zuletzt negative und positive Signale ab. Dennoch ist es nach wie vor sehr wahrscheinlich, dass zumindest ein Wirkstoff die Zulassung in diesem Jahr erhält. Bereits das dürfte Vorfreude an den Finanzmärkten wecken. Gleichzeitig sind in Bälde die US-Wahlen entschieden. Wer auch immer ans Ruder kommt, wird alles daransetzen, um ein neues grosses Fiskalpaket zu schnüren.

Bleibt als grösstes Risiko, dass keiner der potenziellen Impfstoffe ausreichend wirksam ist und auch kein anderer Weg gefunden wird, um mit der Pandemie umzugehen. Dies halten wir jedoch für ein sehr unwahrscheinliches Szenario. Alles in allem ist in der Asset Allocation derzeit zweifellos vorsichtiges Agieren angebracht. Nicht zuletzt bleibt die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie ein grosser Unsicherheitsfaktor. Gleichzeitig bestehen jedoch gute Chancen, dass sich das Umfeld in den nächsten Monaten spürbar aufhellt und somit eine wieder offensivere Ausrichtung der Portfolien möglich ist.


Rechtlicher Hinweis:Die in diesem Beitrag gegebenen Informationen, Kommentare und Analysen dienen nur zu Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar. Die hier dargestellten Informationen stützen sich auf Berichte und Auswertungen öffentlich zugänglicher Quellen. Obwohl die Bantleon Bank AG der Auffassung ist, dass die Angaben auf verlässlichen Quellen beruhen, kann sie für die Qualität, Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Angaben keine Gewährleistung übernehmen. Eine Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die sich aus der Nutzung dieser Angaben ergeben, wird ausgeschlossen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu.


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© 2020 Asset Standard
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Die Eskalation im Iran-Konflikt hat die Energiepreise mit voller Wucht nach oben getrieben. Was zunächst nach einer kurzfristigen Reaktion aussah, entwickelt sich zunehmend zu einem strukturellen Problem: Die Straße von Hormus ist blockiert, wichtige LNG- und Ölanlagen stehen still oder werden gezielt angegriffen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht – im Gegenteil, die Lage spitzt sich weiter zu.

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