BRÜSSEL/FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Die europäischen Märkte haben am Freitag mit einer festen Note geschlossen, als die Fed-Politiker sagten, dass die Zentralbank die Zinsen erst dann anheben werde, wenn sie die Inflation lange Zeit über dem Zielwert sehe, was dazu beigetragen habe, die Sorgen an der Zinsfront zu lindern und die Anleger dazu veranlasst habe, Aktien anzukurbeln.
Einige ermutigende Ergebnisberichte, anhaltender Optimismus hinsichtlich der weltweiten wirtschaftlichen Erholung dank der allmählichen Wiedereröffnung von Unternehmen an mehreren Orten in der Region unterstützten auch die Stimmung.
Der paneuropäische Stoxx 600 kletterte um 1,19%. Der britische FTSE 100 gewann 1,15%, der französische CAC 40 stieg um 1,54% und der deutsche DAX rückte um 1,43% vor, während der Schweizer SMI 0,79% nach oben stieg.
Unter anderem schlossen die Märkte in Europa, Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Finnland, Griechenland, Irland, den Niederlanden, Portugal, Spanien und Schweden mit kräftigen Zuwächsen.
Dänemark, Island, Norwegen und Polen schlossen leicht höher, während Russland flach endete.
Die Reiseaktien stiegen nach Berichten über Pandemiebeschränkungen in Großbritannien, Deutschland und einigen anderen Ländern in den kommenden Tagen weiter nach.
Auf dem britischen Markt gewannen Burberry Group, Whitbread, Sage Group, BAE Systems, IHG, Melrose Industries, Rolls-Royce Holdings, Standard Life und M&G 3 bis 4,5%.
Royal Dutch Shell, Scottish Mortgage, Associated British Foods, JD Sports Fashion, Lloyds Banking Group, Kingfisher, Spirax-Sacro Engineering, Prudential und IAG schlossen ebenfalls deutlich höher ab.
Rio Tinto, BHP Group, Antofagasta und Evraz gaben um 1 bis 3% nach.
Die französischen Aktien Safran, Unibail Rodamco, Airbus Group, Air France-KLM, Technip, Renault und Faurecia gewannen 3 bis 4%. Schneider Electric, Accor, Total, Sodexo, Engie, Vinci, Thales und LVMH legten ebenfalls stark zu.
Auf dem deutschen Markt gewann die MTU Aero Engines rund 4%. Lufthansa und Infineon Technologies gewannen mehr als 3,5% bzw. 3,2%. Siemens, Volkswagen, Continental, Daimler und BMW legten 2 bis 3 Prozent zu.
Das Protokoll der letzten Zinssitzung der Europäischen Zentralbank zeigte, dass die politischen Entscheidungsträger sich darauf freuen, die Wirtschafts- und Inflationsaussichten für die Eurozone und die Dauer der Fortsetzung der Konjunkturimpulse in der geldpolitischen Sitzung im Juni zu überprüfen.
Die Nettoankäufe von Vermögenswerten haben das höchste monatliche Kaufvolumen seit Juli 2020 erreicht, was auf einen deutlichen Anstieg gegenüber den durchschnittlichen Käufen in den ersten beiden Monaten dieses Jahres hindeutet, so die EZB. Der starke Anstieg war trotz der Mitte März getroffenen politischen Entscheidung.
"Die Mitglieder erinnerten daran, dass die geldpolitische Tagung im Juni die nächste Gelegenheit bieten würde, eine gründliche Bewertung der Finanzierungsbedingungen und der Inflationsaussichten vorzunehmen", heißt es in dem Protokoll der Sitzung vom 21. bis 22. April, das die EZB als "Konto" bezeichnet.
Die politischen Entscheidungsträger der EZB stellten fest, dass die Fortschritte bei den Impfkampagnen und die geplante schrittweise Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen die Erwartung einer kräftigen Erholung der Wirtschaftstätigkeit im Laufe dieses Jahres stützen.
Die Äußerungen von Notenbankgouverneur Christopher Waller am Donnerstag, wonach Preiserhöhungen über dem 2%-Ziel der Zentralbank vorübergehend sein sollten und die Fed die Zinsen erst erhöhen wird, wenn sie die Inflation lange Zeit über dem Zielwert sieht, haben dazu beigetragen, Ängste vor einer Zinserhöhung zu zerstreuen.
Ähnlich äußerten sich die Fed-Politiker Lael Brainard und Richard Clarida am Dienstag bzw. Mittwoch.
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