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Marius Daheim (Gothaer): Ausblick 2. Halbjahr

Juli 2021 - Wenngleich es infolge der Wiederbelebung des öffentlichen Lebens und Aufhebung von Reisebeschränkungen erwartungsgemäß zu lokalen Ausbrüchen und Eindämmungsmaßnahmen kommt, bleibt die Covid19-Pandemie in den meisten Staaten der Nordhalbkugel unter Kontrolle. Gemäß offizieller Fallzahlen liegen die Schwerpunkte des globalen Infektionsgeschehen weiterhin in den USA, Brasilien, Indien und Russland

In China ist die wirtschaftliche Normalisierung mittlerweile weit fortgeschritten; für das zweite Quartal wurde ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 11,5% ggü. Q1 (3,2% ggü. Vorjahresquartal) berichtet. Da in Europa und den USA die Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen erst im Juni begonnen hat, wird hier für das Q2 ein BIP-Einbruch (12% bzw. 10% ggü. Q1) erwartet. Nach den Anpassungen im Juni (PEPP-Aufstockung um 600 Mrd. €, TLTRO III-Zuteilung von netto 550 Mrd. €) dürfte die EZB ihren geldpolitischen Kurs in den nächsten 1-3 Monaten beibehalten. Einen ebenfalls massiven fiskalpolitischen Impuls - potenziell 750 Mrd. EUR - haben die EU Mitgliedstaaten am 21.Juli beschlossen.

Mit Blick auf das zweite Halbjahr dürften vorsichtsbedingte Zurückhaltung bei Konsum, Freizeitaktivitäten und Reisetätigkeit sowie strukturell erhöhte Spartätigkeit sich dämpfend auf die Wachstumserholung auswirken. Auch wenn es gelingen sollte, eine zweite Infektionswelle im Winterhalbjahr zu vermeiden, ist eine vollständige wirtschaftliche Normalisierung erst dann zu erwarten, wenn ein erprobter Impfstoff verfügbar ist. Die Wirtschaftsleistung im Euroraum wird frühestens Ende 2022 wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen.

Seit der rasanten Kurswende im März hat sich das Renten- und Aktien-Marktgeschehen im Juli weiter beruhigt und die Volatilität ist nahe den "vor-Corona"-Niveaus gefallen. Auf den aktuellen Kursniveaus sind 90% des Aktienmarkteinbruchs von Jan/Feb ausgeglichen. Wenngleich die robuste Marktverfassung weiterhin durch die von der Geldpolitik erzeugte Liquiditätsflut gestützt wird, überwiegen u. E. kurzfristig die Rückschlagrisiken.

Lesen Sie hier weitere Artikel der Gothaer Asset Management.

© 2021 Asset Standard
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Der Iran-Krieg hat den globalen Energiemarkt erschüttert. Zerstörte Förderanlagen, ausgefallene Transportwege und fehlende Raffineriekapazitäten sorgen dafür, dass nicht nur Rohöl, sondern vor allem Benzin und Diesel knapp und teuer bleiben könnten. Selbst ein Ende der Kämpfe würde das Problem nicht über Nacht lösen, der Wiederaufbau der Energieinfrastruktur dürfte Jahre dauern.

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