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Volker Schilling (Greiff): Es geht um die Wurst

13.08.2021

Es geht um die Wurst

Sommerloch nennt man das wohl, wenn die Diskussion um die Abschaffung der Currywurst in der VW-Kantine die Gazetten füllt und sich selbst Altkanzler dazu genötigt fühlen, sich zum Hans Wurst zu machen. Und der Börsianer im Besonderen lässt sich auch diese Woche nicht die Wurst vom Brot ziehen und erfreut sich an neuen Börsenhöchstständen: DAX über 16.000 Punkten, Allzeithoch! Liebe Crashpropheten, jetzt nicht die beleidigte Leberwurst spielen. Bleibt am Ball und warnt weiter vor dem System-, Jahrhundert- oder Weltcrash. Denn nur solange bin ich mir sicher, dass es den Börsen selbst völlig Wurst ist und weitere Höchststände folgen. Natürlich freut es mich als Börsenenthusiast über neue Höchststände zu berichten. Noch mehr freut es mich aber, wenn man bereits vor 9 Jahren diese Entwicklung prognostiziert hat. Hier der Link zu meinem Beitrag vom 12. April 2012, in dem ich den Dax für das kommende Jahrzehnt auf 16.800 Punkte taxiert habe: Dax steigt auf 16.800 Punkte. Damals waren wir mitten in der Eurokrise, der Dax stand bei 6.580 Punkten und es gab noch nie so viele Auguren, Untergangsprognostiker und Crashanalysten. Wer darauf gehört hat, ist wohl als armes Würstchen geendet. Apropos:

Eine Extrawurst kriegen

Eine Extrawurst bekamen diese Woche die Aktionäre von BionTech. Der Mainzer Impfstoffkonzern sprengte sämtliche Erwartungen und hob die Umsatzerwartung für 2021 auf 15,9 Mrd. Euro an. Die Aktie ist damit ein echter Höhenflieger und das Unternehmen auch ein echter Treiber deutscher Wirtschaft und Innovation. Alleine in den letzten 12 Monaten legte das Papier um 450% zu. Um diesen rasanten Aufstieg einzuordnen: Der Umsatz des größten Pharmakonzerns in Deutschland, der Bayer AG, liegt bei 18 Mrd. Euro. Wie desaströs dort aber Gewinn und Kursentwicklung ausfallen, hatte ich ja bereits letzte Woche thematisiert. Ist aber auch wirklich Wurst, da BionTech den Geldregen für weitere Investitionen nutzen will, um Innovation voranzutreiben. Endlich mal wieder ein Sektor, in dem Deutschland eine führende globale Rolle einnimmt. Ein Land, in dem es 1.500 verschiedene Wurstsorten gibt, aber gerade mal 440 Firmen, die an der Börse notieren. Aber bekanntlich gilt ja:

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei

Und ein Ende sehen wir diese Woche auch bei Adidas und Reebok. Der deutsche Konzern trennt sich von Reebok. Die zweite Chance der Sportmarke findet wieder mit einem amerikanischen Haus statt: Authentic Brands Group heißt der Käufer, der dafür 2,1 Mrd. Euro auf den Tisch legt. Adidas hat damit ein Sorgenkind los, die Aktie ist weiter sportlich unterwegs. Etwas loswerden will auch der Tabakkonzern Philip Morris: Sein schlechtes Image. Deshalb bietet man für den Arzneimittelhersteller Vectura 1,4 Mrd. US-Dollar und ist damit im Bieterwettstreit mit Carlyle, die das Startup ebenfalls erwerben wollen. Besonderes Bonmot am Rande: Philip Morris nimmt das mit den beiden Enden der Wurst wirklich ganz genau, denn Vectura stellt Asthma-Medikamente her. So verdient man quasi an den Stammkunden gleich von zwei Seiten. Zugegeben, das war böse, aber das klingt, wie wenn sich ein Hund einen Wurstvorrat anlegen würde für die Zeit danach. Und da wir wissen, dass dies meist nicht funktioniert, würde ich davon lieber die Finger lassen. Ganz im Gegenteil zu meiner Grillwurst, die ich dieses Wochenende mit Freunden, die uns besuchen, genießen werde. Sommerliche Temperaturen stehen an und der Grill ist gerichtet. Genießen Sie die Tage und denken Sie daran: Der Mensch lebt nicht vom Brot alleine.


Finden Sie hier weitere Kommentare von Volker Schilling (Greiff).

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2026 startet mit einem Paukenschlag: Der DAX outperformt den US-Markt, Nachzügler holen auf. Ein erstes Signal, dass der Bullenmarkt an Breite gewinnt. Während viele Anleger weiter auf die großen Tech-Namen setzen, hat sich im Hintergrund längst ein Umschwung vollzogen. Der Fokus verschiebt sich weg von überteuerten KI-Highflyern hin zu soliden Qualitätswerten aus der zweiten Reihe.

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