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Marius Daheim (Gothaer): Euroraum-Konjunktur gebremst

November 2021 - Im Berichtsmonat Oktober hat sich das Wirtschaftsvertrauen im Euroraum und Deutschland zum vierten Mal in Folge abgeschwächt. In den USA, Japan und der Welt insgesamt verbesserte es sich dagegen leicht. In der Industrie wird die Stimmung weiter durch Lieferengpässe und Preissteigerungen bei Rohstoffen und Vorprodukten, der Verteuerung von Energie und teilweise auch Personalmangel belastet. Dagegen konnten Dienstleister von steigenden Kundenzahlen in Freizeit, Kultur, Gastronomie und Beherbergung profitieren.

Die Konjunkturbelebung im Euroraum und Deutschland hat im dritten Quartal ihr höchstes Momentum erreicht. Für das Winterhalbjahr ist aber eine deutlich schwächere Dynamik vorgezeichnet: Zu den erwähnten dämpfenden Faktoren in der Industrie wird sich - angesichts der in manchen EU Staaten bereits beschlossenen und in Deutschland derzeit diskutierten Kontaktbeschränkungen im Gefolge der Vierten Corona-Welle - eine Abschwächung der Dienstleistungs-Aktivität gesellen. Zusätzlich dürfte die Konsumneigung durch die hohe und noch immer steigende Teuerung gedämpft werden. Diese wird zwar aufgrund von Basiseffekten zu Jahresbeginn 2022 einen deutlichen Rückgang verzeichnen, im Jahresverlauf 2022 aber auf erhöhten Niveaus verharren und voraussichtlich auch 2023 nicht auf das vor-Pandemie Niveau von 1,5% zurückfallen.

In den USA hat das das Tempo der Lohnsteigerungen deutlich beschleunigt und damit das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale zugenommen. Die Fed gibt sich zwar weiter überzeugt, dass die Inflation nicht von Dauer sein wird, hat aber die Rückführung ihrer Wertpapierkäufe begonnen. Sofern die Teuerung wie erwartet auch 2022 weit über ihrem Zielwert verharrt, wird die US Notenbank kaum an weiteren geldpolitischen Anpassungen vorbeikommen. Eine erste LeitzinsErhöhung zum Jahresende 2022 erscheint plausibel. Im Euroraum ist dagegen bislang keine Beschleunigung des Lohnauftriebes erkennbar und damit auch keine substanzielle Änderung der EZB-Politik. Lediglich die monatlichen Wertpapierkäufe dürften mit dem Ende des PEPP Programms ab März etwas geringer ausfallen als bisher.

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