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Dr. Christoph Bruns (LOYS AG): Börsencrash der Zauberaktien

25.01.2022 -Nun ist es bei etlichen Aktien so gekommen, wie es stets zu kommen pflegt: Einer längeren Phase kolossaler Überbeliebtheit folgt der jähe Absturz. Vernunft und Realitätssinn gewinnen die Oberhand; Euphorie und Naivität gehen von dannen.

Es ist nicht länger zu leugnen: Jenseits der großen Indizes hat sich an den Börsen ein Crash vollzogen. Vormalige Zauberaktien wie Biontech, Zoom Communications, Gamestop, Rivian und viele andere haben sich in kurzer Frist halbiert. Damit wird ein Zyklus beschlossen, der in den heißgelaufenen Sektoren zwischenzeitlich phänomenale Kurssteigerungen zeitigte. Wie immer haben die zauberhaften Kursanstiege viele neue Anleger in ihren Bann und an die Börse gezogen. Börsennovizen werden überwiegend negative Erfahrungen mit ihren ersten Aktienanlagen machen, genau so etwa, wie es dem Verfasser dieser Zeilen in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts ergangen ist. Das wird jene Anleger, die jetzt auf Verlusten sitzen kaum trösten, ebenso wenig wie das Bonmot von André Kostolany, demzufolge ein Börsianer alles verlieren kann, bloß seine Erfahrung nicht.

Gleichwohl ist Erfahrung an der Börse von unschätzbarem Wert, bewahrt sie doch ihren Besitzer vor der Wiederholung typischer Anfängerfehler. Ebenso richtig ist auch, dass der Mensch wohl nicht mit dem Alter weiser, wohl aber vorsichtiger wird. Auch in Bezug auf die meisten Börsianer dürfte diese Beobachtung gelten.

Für die Aktienindizes war es bis zuletzt ein Glück, dass die großen FAANG Tanker recht ruhig im Markt lagen. Das bewahrte Nasdaq und S&P 500 einstweilen vor heftigeren Einbrüchen. Sollte sich der Kurseinbruch bei Netflix als Auftakt größerer Unbill bei den FAANG Aktien entpuppen, dann dürfte das gesamte Marktniveau deutlich absacken. Denn an sehr teuren und zugleich hoch gewichteten Aktien gibt es vor allem an der Wall Street keinen Mangel.

Die große Asymmetrie der Börsen sorgt aber zugleich dafür, dass es durchaus nicht an attraktiven Aktien fehlt. Insofern spricht manches dafür, dass die Stunde der bewussten Aktienselektion gekommen ist. Vielleicht erfährt das Thema "aktives Management" dadurch eine Renaissance.

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© 2022 Asset Standard
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Die Eskalation im Iran-Konflikt hat die Energiepreise mit voller Wucht nach oben getrieben. Was zunächst nach einer kurzfristigen Reaktion aussah, entwickelt sich zunehmend zu einem strukturellen Problem: Die Straße von Hormus ist blockiert, wichtige LNG- und Ölanlagen stehen still oder werden gezielt angegriffen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht – im Gegenteil, die Lage spitzt sich weiter zu.

Für die Weltwirtschaft bedeutet dies wachsende Risiken. Steigende Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck, gefährden Zinssenkungen und bringen die ohnehin hoch bewerteten Aktienmärkte ins Wanken. Doch wo Risiken entstehen, ergeben sich auch Chancen.

Denn von einem dauerhaft höheren Energiepreisniveau profitieren nicht nur Öl- und Gasunternehmen. Auch Versorger, erneuerbare Energien sowie ausgewählte Rohstoff- und Agrarwerte rücken in den Fokus. In diesem Umfeld könnten gezielt ausgewählte Unternehmen überdurchschnittlich profitieren – unabhängig davon, ob die Krise anhält oder nicht.

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