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Dr. Christoph Bruns (LOYS AG): Rohstoffnotierungen eskomptieren Rezession

12.07.2022 -In der vergangenen Woche hat es auch die Energierohstoffe erwischt. Nachdem Erdöl und -Gas über viele Monate hinweg dem Abwärtstrend an den Finanzmärkten trotzten, gab es starke Ausschläge nach unten. Ursächlich dafür sind weltweite Rezessionsängste. Von seinen Höchstkursen bei 120 US-Dollar fiel der Preis für das Nordseeöl Brent zeitweise unter 100 US-Dollar. Die Terminkurse für Dezember liegen ca. 10 US-Dollar tiefer. Tatsächlich führen die hohen Benzin- und Dieselpreise in diesem Sommer zu leicht rückläufigem Kraftstoffverbrauch. Allerdings schrumpft auch die Angebotsseite; so jedenfalls berichteten Repsol und Shell in ihren vorläufigen Meldungen zur Halbjahresentwicklung.

Wilder noch ging es bei den amerikanischen Erdgasnotierungen zu. Dort war der Preis im Juni fast bis auf neun Dollar gesprungen, um sich jetzt auf einem Niveau von 6,00 einzupendeln. Freilich sieht es mit den Erdgaspreisen in Europa aufgrund der dort betriebenen Energiepolitik anders aus. Noch mehr gilt dies für die Preise für Kohle, die nachgerade durch die Decke geschossen sind. Eine Folge der hohen Preise für Erdgas und Kohle sind die stark gestiegenen Strompreise. Die Verstaatlichung von EDF in Frankreich und Teilverstaatlichung von Uniper in Deutschland deuten an, was im Stromerzeugungsmarkt los ist.

Auch der Metallmarkt wurde von Rezessionsängsten ergriffen. Vor allem Kupfer kam an den Terminbörsen zuletzt unter Abgabedruck. Wenig besser erging es Aluminium und Zinn. Selbst die Edelmetalle können sich dem Sog nicht entziehen. Trotz fast zweistelliger Geldentwertung musste Gold seit Jahresanfang einen Kursrückgang von fünf Prozent hinnehmen, während Silber um knapp zwanzig Prozent abstürzte.

Die beschriebenen Kursentwicklungen dürften dämpfend auf die Inflation einwirken, so dass an dieser Front Entlastung zu erwarten ist. Einmal mehr zeigt, sich, dass der Marktmechanismus mit seinen Preissignalen selber für Korrekturen sorgt. Weniger lindernd sieht es indessen bei Agrargütern aus. Vor allem Soja und Mais haben in diesem Jahr stark zugelegt. Und beim Weizen, das am ehesten von dem Ukraine-Krieg betroffen ist, verläuft die Entwicklung äußerst erratisch.

Angesichts der benannten Preistrends gerieten auch Rohstoffaktien zwischenzeitlich unter starken Abgabedruck. Scharf rückläufig präsentierten sich etwa Shell, BP, Total Energies und ENI, obwohl die operative Situation für diese Unternehmen derzeit sehr auskömmlich ist. Schwieriger stellt sich die Lage bei American Barrick, Vale, Freeport McMoran, Rio Tinto, BHP, Antofagasta und Glencore da. Immerhin springen jedoch die mitunter historisch niedrigen Bewertungen einiger der genannten Aktien ins Auge. Die im Rohstoffsektor seit kurzem entfachte Sympathie zugunsten sehr disziplinierter Kapitalallokation dürfte Investoren perspektivisch Freude bereiten.

Finden Sie hier weitere Artikel und Informationen von Loys.

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Die Märkte feiern neue Rekorde – doch im Hintergrund braut sich eine Entwicklung zusammen, die alles verändern könnte. Die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus sorgt laut IEA für eine der größten Energiekrisen aller Zeiten. Gleichzeitig schießen die Preise für Düngemittel und Agrarrohstoffe bereits nach oben.

Damit droht ein perfekter Sturm: steigende Energiepreise, explodierende Produktionskosten und ein möglicher Super-El-Nino, der weltweit Ernten gefährdet. Erste Auswirkungen sind längst sichtbar – Weizen, Soja und Kakao verteuern sich deutlich, während Lebensmittelpreise vor dem nächsten Sprung stehen könnten.

Für Anleger bedeutet das nicht nur Risiken, sondern enorme Chancen. Denn während klassische Märkte unter Druck geraten könnten, entsteht auf den Feldern und Plantagen der nächste große Rohstoffzyklus. Wer sich jetzt richtig positioniert, kann von einer Entwicklung profitieren, die weit über Öl und Metalle hinausgeht.

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