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Prof. Dr. Bernd Meyer (Berenberg): Monitor - 21. November 2022

21.11.2022 -

Aktueller Marktkommentar

Die erstmalig niedriger als erwartete US-Inflation löste eine Aktienrallye aus. Treiber waren fallenden Zinsen, ein schwächerer US-Dollar und die niedrige Aktienpositionierung vieler Anleger. Von einem Short-Covering haben besonders Tech-Aktien profitiert, die teilweise um mehr als 20% zulegten. China-Hoffnungen und der Aufbau von Aktien durch Trendfolgestrategien infolge des besseren Momentums und fallender Volatilität verstärkten den Kursanstieg. Ob die Jahresendrallye weitergeht, hängt vor allem von der nächsten Inflationszahl und der Reaktion der Fed darauf Mitte Dezember ab. Sollte die Volatilität bis dahin weiter fallen, dürften weitere systematische Strategien in den Markt gedrängt werden. Auf der anderen Seite sorgt aber die starke Outperformance von Aktien gegenüber Anleihen seit Quartalsbeginn für Rebalancierungsdruck zum Jahresende hin. Folglich dürfte das weitere Aufwärtspotenzial kurzfristig begrenzt sein. Entscheidend für die mittelfristige Richtung der Märkte dürfte aber die Entwicklung der Unternehmensgewinne sein.

Kurzfristiger Ausblick

Die kommenden zwei Wochen dürften weniger aufregend werden. Die großen Zentralbanken kommen erst wieder Mitte Dezember zusammen und politisch wird es erst am 15./16. Dezember auf dem EU-Gipfeltreffen wieder spannend. Am 24. November sind die US-Börsen aufgrund von Thanksgiving teilweise geschlossen. Diese Woche stehen viele Stimmungsindikatoren an. Am Mittwoch werden die vorläufigen S&P-Einkaufsmanagerindizes (Nov.) für die Eurozone, Großbritannien und die USA sowie die US-Auftragseingänge (Okt.) für langlebige Güter und das US-Verbrauchervertrauen (Uni Michigan, Nov.) veröffentlicht. Das deutsche (ifo) und das französische (Insee) Geschäftsklima folgen am Donnerstag. In der Folgewoche stehen die vorläufigen Inflationszahlen (Nov.) für die Eurozone, die Einzelhandelsumsätze (Okt.) für Deutschland sowie die ISM-Einkaufsmanagerindizes (Nov.) und das Verbrauchervertrauen (Conf. Board, Nov.) für die USA an.

EUR/USD-Kurs zurück über Parität, aber noch keine Zeitenwende
  • Infolge der überraschend "niedrigen" US-Inflationsdaten hat der Dollar kräftig abgewertet - auch ggü. dem Euro. Anleger rechnen nun mit weniger Zinsschritten der Fed. Entsprechend würde der Dollar an relativer Attraktivität verlieren.
  • Auch wenn der Euro nach Kaufkraftparität deutlich ggü. dem Dollar unterbewertet ist, dürfte die weitere Aufwertung nur langsam voranschreiten. Denn zum einen halten spekulative Anleger bereits deutliche Long-Positionen und zum an-deren kämpft der Euroraum mit seinen eigenen Problemen wie der Energiekrise.

Lesen Sie mehr im vollständigen Berenberg Monitor "EUR/USD-Kurs zurück über Parität, aber noch keine Zeitenwende".

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Historische Öl-Krise - 5 Aktien, die davon profitieren!
Der Iran-Krieg hat den globalen Energiemarkt erschüttert. Zerstörte Förderanlagen, ausgefallene Transportwege und fehlende Raffineriekapazitäten sorgen dafür, dass nicht nur Rohöl, sondern vor allem Benzin und Diesel knapp und teuer bleiben könnten. Selbst ein Ende der Kämpfe würde das Problem nicht über Nacht lösen, der Wiederaufbau der Energieinfrastruktur dürfte Jahre dauern.

Während viele Anleger jetzt auf ExxonMobil, Chevron oder Shell setzen, könnte das größere Potenzial längst woanders liegen. Denn hohe Ölpreise machen neue Investitionen in Förderung, Transport und Verarbeitung wieder attraktiv. Davon profitieren vor allem jene Unternehmen, die Bohrtechnik, Ausrüstung und Dienstleistungen bereitstellen oder bereits über wertvolle Infrastruktur verfügen.

Hier dürfte die zweite Welle des Öl-Booms entstehen. Statt den bereits stark gelaufenen Produzenten hinterherzulaufen, können Anleger auf die Unternehmen setzen, die am milliardenschweren Wiederaufbau der globalen Energieinfrastruktur verdienen.

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