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Helen Windischbauer (Amundi): Die Inflation wird sinken, aber langsam

21.07.2023 -

Nach einem fulminanten Börsenstart ins neue Jahr und einigen positiven Überraschungen in der ersten Jahreshälfte könnte sich das Bild an den Märkten nun im dritten und vierten Quartal eintrüben, analysiert Helen Windischbauer, Fondsmanagerin und Investmentsprecherin bei Amundi Deutschland, mit Blick auf die schwache Konjunktur und eine hartnäckige Kerninflation. Doch Licht am Ende des Horizonts ist bereits zu erkennen.

Die Börsen zeigten jüngst ein uneinheitliches Bild. Ziehen nun doch wieder dunkle Wolken am Konjunkturhimmel auf?

In der Tat sind die Märkte aktuell besorgt über eine mögliche US-Rezession noch in diesem Jahr. Insofern sehen wir nun durchaus Nervosität, sowohl an den Renten- wie auch den Aktienmärkten.

Eines der Hauptthemen ist weiterhin die Bekämpfung der Inflation. Wird man den Preisauftrieb Ihrer Meinung nach wirklich wieder signifikant eindämmen können?

Ja, das wird gelingen, allerdings brauchen die Notenbanken dazu auch die nötige Zeit. Wir gehen beispielsweise davon aus, dass es in den USA zwei Jahre dauern wird, bis sich die Kerninflation halbiert haben wird. Aber der Erfolg der Inflationsbekämpfung wird sich sukzessive einstellen, wir sehen ja bereits deutliche Rückgänge beim Preisauftrieb, sowohl in den USA, als auch in Europa. Wir mahnen Anlegerinnen und Anleger allerdings zu Geduld.

Können wir in Sachen Konjunktur für das zweite Halbjahr nun wieder etwas zuversichtlicher sein?

Zuversicht ja, aber mit Einschränkungen: In den USA gehen wir aktuell von einer milden Rezession aus, nachdem wir zwischenzeitlich einen härteren Einbruch erwartet hatten - das ist schon einmal recht positiv. Die Frage wird sein, wie sich die Unternehmensgewinne weiter entwickeln können und welche Rolle der US-Konsument für ein stärkeres Wachstum spielt. In Europa gehen wir indes von einem zwar sehr niedrigen, aber immerhin positiven Wachstum aus. Interessanter wird es dann mit Blick auf die asiatischen Märkte, wo wir strukturell deutlich höhere Wachstumsraten als in den USA und Europa sehen.

Was ist momentan das größte Hemmnis für mehr Wachstum in den Leitmärkten?

In den USA dürfte es wohl der schwache Konsum sein. Wir sehen, dass das verarbeitende Gewerbe dort eingeschränkt aktiv ist, was man auch an den Frühindikatoren, etwa dem Einkaufsmanagerindex, ablesen kann. In diesem Segment befinden wir uns also derzeit deutlich im Rezessionsmodus. Allerdings ist in den USA der Bereich Service noch relativ stark, übrigens auch in Europa, was natürlich hier wie dort die Kerninflation relativ hochhält. Das hat wiederum zur Folge, dass die Notenbanken erstmal nicht die Zinsen senken können, was wiederum die Konjunktur einbremst.

Sieht das in anderen Regionen der Welt anders aus?

In Lateinamerika und vor allem Asien ist die Lage etwas freundlicher. Gerade in Asien sorgen auch strukturelle Nachholeffekte für eine andere Wachstumsdynamik, denn der Abstand zu den traditionellen Industrieländern verringerte sich in den letzten Dekaden kontinuierlich und Jahr für Jahr. Zum anderen kämpfen viele dieser Länder nicht im gleichen Maße mit der Inflation, wie wir. Die Notwendigkeit, geldpolitisch zu bremsen, ist demnach weniger stark und zudem profitieren viele dieser Volkswirtschaften auch von fiskalischer Unterstützung, was die Konjunktur belebt.

Was bedeutet das nun konkret für Anlegerinnen und Anleger? Was gibt es bei der Wahl der Anlageklassen zu beachten?

Man sollte in einem solchen Markt in Bewegung bleiben und breit diversifizieren sowie die Entwicklungen aufmerksam beobachten. Derzeit halten wir wegen der höheren Zinsen die Anlagen im Kasse- und Geldmarktsegment für deutlich interessanter als den Aktienbereich. Das könnte sich jedoch in der zweiten Jahreshälfte wieder drehen, denn wir erwarten bei Unternehmenstiteln selektiv und sukzessiv wieder bessere Einschätzungen. Angesichts der hohen Inflation bleibt es aber wichtig auch in Anlageklassen zu investieren, die einen gewissen Inflationsschutz bieten könnten, beispielsweise Infrastruktur.

Solange die Zinsen aber hoch sind, könnten doch in nächster Zeit Anleihen insgesamt attraktiver bleiben als Aktien?

Grundsätzlich stimmt, dass man für ein stärkeres Aktienengagement noch abwarten sollte, bis die Notenbanken ihre Höchstmarken beim Leitzins zumindest erreicht haben. Und richtig ist auch, dass wir für die nächsten Quartalsberichte der Unternehmen mehrheitlich noch eher schwache Zahlen erwarten - sowohl auf der Gewinn- als auch auf der Umsatzseite. Die Märkte könnten nach diesen Erwartungen ab Herbst und gegen Jahresende wieder positive Impulse setzen.

Rechtliche Hinweise: Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management und sind aktuell mit Stand 13.07.2023. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.

© 2023 Asset Standard
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