SAN RAMON (dpa-AFX) - Hunderte von Arbeitern in den LNG-Anlagen von Chevron in Westaustralien haben eine Arbeitsniederlegung eingeleitet, die sich auf den globalen Gasmarkt auswirkt. Etwa 500 Beschäftigte legten die Arbeit für bis zu 11 Stunden täglich nieder, zusammen mit spezifischen Arbeitsverboten, weil die Gewerkschaftsverhandlungen über Löhne und Arbeitsbedingungen ins Stocken geraten waren.
Diese Streiks sollen bis Donnerstag andauern, wobei die Möglichkeit besteht, dass die Streiks bis zu 24 Stunden am Tag andauern, wenn der Stillstand anhält. Japan, ein Großverbraucher, der 45 Prozent des Kraftstoffs aus diesen Anlagen bezieht, ist mit den größten Auswirkungen konfrontiert.
Australiens beträchtlicher Anteil an LNG-Exporten macht diese Situation bedeutsam. Während Gorgon und Wheatstone (Chevron-Werke) Europa in der Regel nicht beliefern, könnten Importeure wie Deutschland und Großbritannien aufgrund des australischen Streiks mit höheren Preisen konfrontiert werden.
Geringere australische Gaslieferungen könnten japanische Kunden dazu zwingen, nach Alternativen zu suchen, was die Spotfrachtpreise erhöht und sich auf die europäischen LNG- und Gaspreise auswirkt. Die europäischen Gaspreise sind bereits um 5,4 Prozent auf über 34 Euro pro Megawattstunde gestiegen.
Dies folgt auf einen knapp vermiedenen Streik in einer benachbarten Anlage, dem North West Shelf von Woodside Energy, der die Volatilität der europäischen Gaspreise erhöhte.
Der Russland-Ukraine-Konflikt und die reduzierten russischen Gaslieferungen nach Europa haben die Abhängigkeit des Kontinents von globalem LNG erhöht. Es gibt zwar Bedenken, aber es ist noch zu früh, um eine signifikante Unterbrechung der globalen Kraftstoffproduktion aufgrund des Chevron-Streiks vorherzusagen. Der Druck auf das Unternehmen und die Gewerkschaften, eine Eskalation zu verhindern, ist nach wie vor erheblich, da die australische Regierung bestrebt ist, ihren Ruf als zuverlässiger Energieversorger zu wahren.
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