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Volker Schilling (Greiff): Greiffbar - Investments zum Anfassen 16.02.2024

16.02.2024 -

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

Graf Zahl

Wer ist Ihr Lieblingsvampir? Meiner ist Graf Zahl aus der Sesamstraße. Sie sagen, der zählt nicht. Ich sage, der zählt! Und weil er so gerne zählt, hätte Graf Zahl diese Woche seine helle Freude gehabt. Nicht etwa wegen der anhaltenden Berichtsaison vieler Unternehmen, sondern weil markante Zählerstände an den Börsen erreicht wurden. Doch der Reihe nach: Die Inflationszahlen aus den USA bei 3,1 % statt der erwarteten 2,9 % brachten die Märkte erst einmal ordentlich unter Druck. Zinssenkungsphantasien ade, schickte sich der Markt an, eine längst überfällige Korrektur anzugehen. Doch Pustekuchen: Noch bevor die Anleger die Rückgänge überhaupt bemerkten, setzten die Börsen bereits wieder zur Erholung an. Schwuppdiwupp erreichte der DAX ein neues Allzeithoch jenseits der 17.000 Punkte und der S&P 500 durchbrach die magische Mauer von 5000 Punkten. Graf Zahl heißt im englischen Original übrigens Count von Count oder nur kurz: The Count. Als Erni ihm mal sagte: "You know, whenever I'm not sleepy, Bert tells me to count sheep." Antwortet The Count: "'Count Sheep?' Who's that?" Apropos, die jüngeren Leser kennen wahrscheinlich eher Count Dooku und Graf Zahl ist ihnen so bekannt wie der Kaiser von China.

Kaiser von China

Der letzte Kaiser von China starb im Oktober 1967 in Peking. In des Kaisers neue Kleider sehen wir aktuell Xi Jinping, der sich wie kein anderer chinesischer Staatslenker seine Regentschaft auf Lebenszeit gesichert hat. Diese Woche feierte er mit 1,4 Milliarden anderen Chinesen das chinesische Neujahrsfest. Das Jahr des Hasen ist zu Ende und weicht dem Jahr des Drachen. Und da Rot die Glücksfarbe ist, würden wohl die vielen roten Vorzeichen an der chinesischen Börse dem neuen Jahr hoffentlich mehr Glanz verleihen. Dabei treffen wir aktuell in China auf ein besonders spannendes Phänomen, welches noch nicht einmal mit einem Begriff belegt ist. Die Rede ist vom…, ach ja es gibt keinen Begriff. Kurzbeschreibung: Positives Wirtschaftswachstum und negative Inflationszahlen. Zuletzt bei -0,8 %, kurzum Deflation. Wir Deutschen allen voran wissen, dass eine wirtschaftliche Stagnation bei gleichzeitiger Inflation Stagflation heißt, aber wie nennen wir ein Wirtschaftswachstum bei Deflation? Mein Vorschlag: Defgrowth. Bitte nicht verwechseln mit dem deutschen Degrowth. Wechseln wir über den Teich:

Baron von Münchhausen

Wer glaubt, dass Fake News eine Erfindung eines amerikanischen Ex-Präsidenten sind, der sollte sich einmal die Geschichten eines deutschen Lügenbarons zu Gemüte führen. Aber was diese Woche in den USA wieder um den Football Super Bowl, Sängerin Taylor Swift und die Verschwörungen um die Demokraten und Präsident Joe Biden über den Äther ging, stellt selbst Münchhausen in den Schatten. Die Reaktion Joe Bidens auf den sozialen Medien X und TikTok ist eine Parodie auf die Verschwörungsunterstellungen. So zeigte er sich nach dem Super Bowl Gewinn der Kansas City Mannschaft als Verschwörer "Dark Brandon" mit Laseraugen und dem Satz: "Genau wie wir es geplant hatten." Soviel Humor hätten ihm wohl nicht einmal die Republikaner zugetraut und werten daher den Post als Schuldeingeständnis. Der kommende US-Wahlkampf wird uns wohl noch einige Münchhausen-Geschichten bescheren. Genug Stoff für viele weitere Kolumnen.

© 2024 Asset Standard
Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Das Börsenjahr 2026 ist für viele Anleger ernüchternd gestartet. Tech-Werte straucheln, der Nasdaq 100 tritt auf der Stelle und ausgerechnet alte Favoriten wie Microsoft und SAP rutschen zweistellig ab. KI ist plötzlich kein Rückenwind mehr, sondern ein Belastungsfaktor, weil Investoren beginnen, die finanzielle Nachhaltigkeit zu hinterfragen.

Gleichzeitig vollzieht sich an der Wall Street ein lautloser Favoritenwechsel. Während viele auf Wachstum setzen, feiern Value-Titel mit verlässlichen Cashflows ihr Comeback: Telekommunikation, Industrie, Energie, Pharma – die „Cashmaschinen“ der Realwirtschaft verdrängen hoch bewertete Hoffnungsträger.

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