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Die am Mittwochabend vorgelegten Nvidia-Quartalszahlen konnten für keine neue Welle der Begeisterung sorgen. Das führt jetzt zu einer brisanten Ausgangslage.
Künstliche Intelligenz: Die Begeisterung lässt langsam nach
Die Hoffnung auf ein erneut herausragendes Quartalsergebnis von KI-Überflieger Nvidia hat Anlegerinnen und Anleger zuletzt über eine ganze Reihe von Risiken hinwegsehen lassen: Steigende Inflationsraten, sich abschwächende Wirtschaftsdaten und wiederholte Angriffe auf die Unabhängigkeit der Notenbank durch US-Präsident Donald Trump.
Das könnte sich jetzt rächen, nachdem Nvidia zwar erneut ein starkes, aber nicht herausragend gutes Quartalsergebnis vorgelegt hat, wie es die hohe Unternehmensbewertung nötig gemacht hatte. Vor allem das Exportverbot nach China lastet auf den Aussichten des Konzerns.
Nvidia-Aktie nach Zahlen absturzgefährdet
Am Donnerstagabend enttäuschten mit Dell und Marvell zwei weitere KI-Unternehmen mit ihren Quartalsberichten. Damit erleidet der hochgehandelte KI-Trade weitere Rückschläge.
Das könnte in Verbindung mit dem als saisonal schwach geltenden September den Auftakt einer Bewertungskorrektur innerhalb der Branche bilden. Vor allem die Nvidia-Aktie ist jetzt stark absturzgefährdet, nachdem es hier schon vor den Zahlen zu einer Top-Bildung gekommen war. Doch es gibt Möglichkeiten für Anlegerinnen und Anleger, sich dagegen zu wappnen und sogar Profit daraus zu schlagen.
Diese Top-Bildung könnte jetzt richtig teuer werden!
Am Donnerstag konnte Nvidia nochmal bis auf einen Cent an sein bisheriges Rekordhoch ansteigen. Doch für mehr reichte die Kraft der Käuferinnen und Käufer nicht. Der Grund hierfür liegt in den technischen Indikatoren, die sich schon seit rund einem Monat kontinuierlich verschlechtern und in Abwärtstrends befinden.
Dadurch war es vor allem im Relative-Stärke-Index (RSI) zu bearishen Divergenzen gekommen, welche dazu führten, dass das Rekordhoch bei 182,47 US-Dollar technisch nicht bestätigt war und im Bereich zwischen 180,00 und 182,00 US-Dollar eine ausgeprägte Top-Bildung einsetzte.
Aufwärtstrendlinie unterschritten, technische Schwäche im Anmarsch
Die könnte sich in Folge der Ernüchterung über die Quartalszahlen nun zu einem Kursrutsch ausweiten, denn ihre aus dem April stammende Aufwärtstrendlinie hatte die Aktie ohnehin bereits gerissen. Schon im vergangenen Herbst/Winter kündigte eine Eintrübung der technischen Indikatoren eine mehrmonatige Konsolidierung an, obwohl der Trendstärkeindikator MACD wie jetzt noch einen intakten Aufwärtstrend angezeigt hatte.
An der 50-Tage-Linie bei rund 170,00 US-Dollar besteht für die Bullen noch die Möglichkeit, einen tieferen Einbruch zu verhindern. Bis zu diesem Zeitpunkt dürften RSI und MACD aber schon deutliche Schwäche anzeigen, was einen Bruch der Unterstützung befürworten würde.
Mittelfristig sollten sich Anlegerinnen und Anleger daher auf einen Test des Ausbruchsniveaus zwischen 140,00 und 150,00 US-Dollar einstellen. Bei rund 140,00 US-Dollar verläuft als zusätzliche Unterstützung außerdem die 200-Tage-Linie.
Hohe Bewertung, unterschätzte Risiken
Für weitere Kursgewinne kommt erschwerend die unverändert hohe Unternehmensbewertung hinzu. Auch die sorgt für ein Chance-Risiko-Verhältnis, das aktuell die Unterseite befürwortet.
Zwar schneidet die Aktie mit einem Kurs-Gewinnwachstums-Verhältnis von 1,30 gut ab, dafür ist Nvidia bei allen anderen Bewertungskennziffern schlicht zu teuer. Die Abweichungen gegenüber Branchendurchschnitt betragen zum Teil mehr als 100 Prozent, zum Beispiel beim Verhältnis aus Unternehmenswert und EBITDA (EV/EBITDA) oder auch beim Kurs-Cashflow-Verhältnis.
Anlegerinnen und Anleger unterschätzen außerdem die Zyklizität der Halbleiterbranche. Schon eine geringfügig niedrigere Nachfrage könnte zu deutlich geringeren Verkaufspreispreisen und einer Margenimplosion führen. Davon war Nvidia in den vergangenen Jahren bereits zweimal betroffen, was zu Crashs der Aktie geführt hatte.
Fazit: Die Chancen sind jetzt auf der Unterseite zu suchen
Angesichts der nachlassenden Begeisterung für den KI-Trade, der ausgeprägten Top-Bildung im Chart und der nach den Quartalszahlen ungelösten Bewertungsproblematik sind die Chancen bei Nvidia nicht mehr auf der Ober-, sondern auf der Unterseite zu suchen.
Wer investiert ist, sollte dringend Gewinnmitnahmen erwägen. Auf einen Neueinstieg sollte hingegen verzichtet werden. Wer bestehende Aktienpositionen ohne Verkäufe absichern oder auf einen fallenden Kurs der Aktie setzen möchte, kann das mithilfe des Put-Optionsscheines PG3RJF tun. Dieser eignet sich auch gut als Depotabsicherung, da der Beta-Wert von Nvidia bei 2,14 liegt und die Aktie bei Gesamtmarktkorrekturen um mehr als das Doppelte korrigiert.
Dieser Schein bietet die Möglichkeit hoher Short-Gewinne
Ausgestattet ist PG3RJF mit einem Basispreis von 190,00 US-Dollar und einer Laufzeit bis zum 16. Januar 2026. Damit spekuliert der Put-Optionsschein auf eine kurz- bis mittelfristige Korrektur der Aktie. Der effektive Hebel (Omega) liegt tagesaktuell bei 4,5 - das garantiert die Chance auf hohe Short-Gewinne, wie das folgende Auszahlungsprofil zeigt:
Doch Vorsicht: Sollte die Aktie zum Laufzeitende oberhalb von 190,00 US-Dollar notieren, verfällt PG3RJF wertlos. Es besteht also Totalverlustgefahr. Um diese zu reduzieren, sollte die Position vorzeitig verkauft und der Restwert gesichert werden, wenn Nvidia überzeugend, also mit Bestätigung durch die technischen Indikatoren, auf neue Allzeithochs ausbricht.
Gastautor: Max Gross
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