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Berenberg: Horizonte Handout Q4 2025

Vor drei Monaten titelten wir unseren Ausblick mit den Worten "Etwas Entspannung nach dem Zolltheater" und argumentierten, dass neue Allzeithochs bei US-Aktien nur eine Frage der Zeit seien. Seither brachte die Zollsituation mehr Klarheit, Trumps Steuererleichterungen wurden verabschiedet, die Unsicherheit an den Märkten nahm ab. Positive Konjunkturdaten dominierten in Europa und den USA, US-Unternehmensgewinne überraschten nach oben - auch dank des schwachen US-Dollars - und die US-Notenbank senkte trotz zu hoher Inflation erneut die Zinsen. Der Bullenmarkt setzte sich fort - insbesondere US-Aktien eilten von einem Höchststand zum nächsten. Noch besser entwickelten sich jedoch Gold und Silber, befeuert durch Trumps Angriffe auf die Fed. Im vierten Quartal sollten sich die Effekte der Zölle, der US-Einwanderungsbeschränkungen, der expansiven Fiskalpolitik und der fiskalischen Dominanz noch stärker zeigen: In den USA ist mit etwas schwächerem realen, aber robustem nominalen Wachstum und sinkenden Zinsen trotz zollbedingter Inflation zu rechnen. Die jüngste Schwäche des US-Arbeitsmarktes zeigt das Risiko einer schwächeren US-Konjunktur. Für Europa erwarten unsere Volkswirte eine leichte Belebung. Die wieder hohe Positionierung systematischer Anleger macht die Aktienmärkte kurzfristig zwar anfälliger für eine Korrektur. Für die Entwicklung der Märkte bis zum Jahresende wird aber entscheidend sein, ob die Marktteilnehmer Ende des Jahres optimistisch oder pessimistisch in das kommende Jahr blicken. Mit Blick auf 2026 gewinnen die US-Zwischenwahlen an Bedeutung. Angesichts seiner niedrigen Zustimmungswerte benötigt Donald Trump einen robusten Arbeitsmarkt, spürbares Wirtschaftswachstum, einen anhaltenden Bullenmarkt bei Aktien und niedrigere Zinsen. Anleger sollten sich dem nicht entgegenstellen. Die politischen Risiken bleiben damit aber hoch, auch im Hinblick auf Russlands Krieg in der Ukraine. Eine geschwächte Unabhängigkeit der Notenbank, Zinssenkungen trotz steigender Inflation und fiskalische Exzesse sind ein Rezept für hohe Anleiherenditen, eine steilere Zinskurve, einen schwächeren Dollar und eine anhaltende Nachfrage nach knappen Sachwerten. Das größte Risiko ist ein starker Renditeanstieg langlaufender Anleihen, auch in Europa (Großbritannien, Frankreich). Solange dieser ausbleibt, dürfte der Bullenmarkt bei Aktien und Edelmetallen weitergehen. Aktien außerhalb der USA dürften an Bedeutung gewinnen.

Lesen Sie mehr im vollständigen Berenberg Horizonte Handout Kapitalmarktausblick Q4 2025

© 2025 Asset Standard
Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Die Stimmung an den Märkten hat sich grundlegend gedreht. Während Tech- und KI-Werte zunehmend mit Volatilität und Bewertungsrisiken kämpfen, erleben klassische Versorger ein unerwartetes Comeback. Laut IEA und EIA steigt der globale Strombedarf strukturell weiter, nicht nur wegen E-Mobilität und Wärmepumpen, sondern vor allem durch energiehungrige KI-Rechenzentren. Energie wird damit zur zentralen Infrastruktur des digitalen Zeitalters.

Gleichzeitig rücken in unsicheren Marktphasen stabile Cashflows, solide Bilanzen und regulierte Renditen wieder stärker in den Fokus. Genau hier spielen Versorger ihre Stärken aus: berechenbare Erträge, robuste Nachfrage und hohe Dividenden – Qualitäten, die vielen Wachstumswerten aktuell fehlen.

Nach Jahren im Schatten der Tech-Rallye steigt nun das Interesse an Unternehmen, die Stabilität mit langfristigen Wachstumsthemen wie Netzausbau, Dekarbonisierung und erneuerbaren Energien verbinden.

Im aktuellen Spezialreport stellen wir drei Versorger vor, die defensive Stärke mit attraktivem Potenzial kombinieren.

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