
© Foto: fn Symbolbild
Die Aktie von D-Wave Quantum hat 2025 eine spektakuläre Achterbahnfahrt hingelegt. Vn Kursen im Herbst bzw. Ende 2024 bei etwas über 1 US-Dollar schoss der Kurs auf ein Rekordhoch von 46,75 US-Dollar, bevor er im November zeitweise unter die 20-Dollar-Marke rutschte. Aktuell notiert das Papier wieder bei etwa 26 US-Dollar und sammelt neue Kraft. Analysten trauen der Aktie deutlich mehr zu und sehen durchschnittliche Kursziele von knapp 40 US-Dollar. Manche Experten halten sogar die 50-Dollar-Schwelle für erreichbar, falls das bisherige Hoch überwunden wird. Die Bewertung bleibt ambitioniert, doch das Momentum im Quantencomputing-Sektor könnte 2026 für weitere Kurssprünge sorgen. Einige institutionelle Investoren nutzen die jüngste Schwäche zum Einstieg, während das Unternehmen sein neuestes Quantensystem in Betrieb genommen hat. Die kommenden Wochen mit wichtigen Branchenkonferenzen dürften zeigen, ob D-Wave die nächste Aufwärtswelle zünden kann.
Starkes Jahr trotz heftiger Schwankungen
D-Wave Quantum hat 2025 eine Performance hingelegt, die selbst erfahrene Börsianer mit offenem Mund zurück und staunen lässt. Der Kurs vervielfachte sich im Jahresverlauf und erreichte im Oktober den Höhepunkt bei 46,75 US-Dollar. Danach kam die brutale Korrektur. Innerhalb weniger Wochen halbierte sich der Wert nahezu und fiel zeitweise unter 20 US-Dollar. Diese Achterbahnfahrt spiegelt die extreme Volatilität wider, die junge Technologiewerte oft kennzeichnet. Viele Anleger fragten sich, ob die Party vorbei ist oder ob sich hier eine neue Einstiegschance auftut. Die fundamentalen Zahlen zeigen ein gemischtes Bild. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal und meldete Erlöse von 3,74 Millionen US-Dollar. Auf Jahressicht summieren sich die Einnahmen auf rund 24 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig steht ein erwarteter Verlust von über 300 Millionen US-Dollar im Raum. Diese Diskrepanz macht die Bewertung zur Glaubensfrage. Optimisten verweisen auf die hohe Liquidität von über 800 Millionen US-Dollar in bar, die dem Unternehmen Spielraum für Forschung und Expansion verschafft. Kritiker sehen in der Marktkapitalisierung von mehr als 9 Milliarden US-Dollar eine gewaltige Wette auf die Zukunft. Das operative Geschäft entwickelt sich jedoch weiter. D-Wave hat sein neuestes Advantage2-System vollständig in Betrieb genommen und baut seine kommerzielle Präsenz aus.
Charttechnik
Nach dem Absturz von fast 47 US-Dollar auf unter 20 US-Dollar bildete sich bei etwa 22 bis 23 US-Dollar eine erste Unterstützungszone. Der aktuelle Kurs um 26 US-Dollar deutet darauf hin, dass sich hier möglicherweise ein neuer Boden etabliert. Sollte diese Marke halten, wäre der Weg frei für einen erneuten Anlauf in Richtung 40 US-Dollar. Analysten sehen genau dort ihr durchschnittliches Kursziel. Ein Durchbruch über das alte Hoch bei 46,75 US-Dollar würde charttechnisch sogar Potenzial bis über 50 US-Dollar eröffnen. Die jüngste Erholung wird von institutionellem Interesse gestützt. Fondsmanager nutzen das sogenannte Window Dressing zum Jahresende, um gut gelaufene Titel in ihre Portfolios aufzunehmen. D-Wave profitiert davon trotz der jüngsten Schwäche, weil die Jahresperformance beeindruckend bleibt. Gleichzeitig sorgen Insiderverkäufe für Verunsicherung. Finanzchef John Markovich verkaufte im Dezember 100.000 Aktien zu rund 30 US-Dollar und löste damit Diskussionen über das Timing aus. Die kommenden Wochen könnten entscheidend werden. Anfang Januar präsentiert sich D-Wave auf der CES in Las Vegas und Ende Januar folgt die hauseigene Nutzerkonferenz Qubits 2026 in Florida. Solche Events liefern oft neue Impulse und ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Der Markt wartet auf konkrete Ankündigungen zu Kundenaufträgen oder technologischen Durchbrüchen. Falls diese ausbleiben, droht weiterer Verkaufsdruck. Gelingt jedoch eine positive Überraschung, könnte das Momentum zurückkehren und die Aktie deutlich nach oben treiben.

Was tun?
Die D-Wave Quantum-Aktie bleibt ein hochspekulatives Investment für risikofreudige Anleger. Die fundamentale Bewertung ist ambitioniert und basiert weitgehend auf Zukunftserwartungen statt auf aktuellen Gewinnen. Das operative Geschäft wächst zwar, doch die Verluste bleiben hoch. Gleichzeitig verschafft die starke Liquidität dem Unternehmen Zeit, seine Technologie weiterzuentwickeln und kommerzielle Erfolge zu erzielen. Wer an das langfristige Potenzial von Quantencomputing glaubt, findet hier einen der wenigen börsennotierten Pure Plays. Charttechnisch bietet sich nach der heftigen Korrektur eine Rebound-Chance. Die Unterstützung um 22 bis 23 US-Dollar scheint zu halten, und der aktuelle Kurs um 26 US-Dollar liegt noch deutlich unter den Analystenschätzungen von durchschnittlich knapp 40 US-Dollar. Ein Durchbruch über das alte Hoch würde sogar Kurse jenseits der 50 US-Dollar ermöglichen. Allerdings bleibt die Volatilität extrem hoch, was kurzfristig weitere Rücksetzer möglich macht. Die Inbetriebnahme des neuen Quantensystems und die Listung beim Verteidigungsministerium sind positiv. Die Insiderverkäufe und die anhaltenden Verluste dämpfen die Euphorie. Die anstehenden Konferenzen im Januar könnten frische Impulse bringen und das Momentum wieder anheizen. Eine Beimischung als hochspekulative Depotposition mit begrenztem Volumen kann Sinn machen. Spannend, aber hochriskant!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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