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Super Micro Computer beginnt das neue Jahr mit großen Veränderungen. Die Aktie hat in den letzten Monaten einiges an Wert verloren.
Jetzt gibt es einen Wechsel an der Spitze. George Kao, der lange für die Produktion zuständig war, geht in Rente. Sein Nachfolger Tom Xiao ist Ingenieur und kennt die Technik genau. Dieser Wechsel könnte helfen, die Probleme mit den Gewinnmargen und den Lieferungen zu lösen. Außerdem hat die Firma neue, starke KI-Server im Angebot. Diese sind für moderne Rechenzentren gedacht. Die große Frage lautet: Vertrauen die Anleger dem Unternehmen wieder? Die Experten sind sich nicht einig. Einige sehen große Chancen. Sie erwarten einen Kurs von 55 US-Dollar. Heute steht die Aktie bei etwa 30 US-Dollar. Wer jetzt kauft, hofft auf eine Wende zum Besseren.
Neue Führung, neue Chancen
Am 31. Dezember 2025 endet eine Ära bei Super Micro Computer. George Kao verlässt nach vielen erfolgreichen Jahren seinen Posten als Senior Vice President of Operations. Sein Nachfolger Tom Xiao bringt eine andere Perspektive mit. Als Ingenieur kennt er die Produkte bis ins kleinste Detail und versteht, wo technische Herausforderungen beginnen. Diese Expertise könnte Gold wert sein, denn die Probleme des Unternehmens liegen vor allem in der Produktion. Aggressive Preiskämpfe im Bereich der KI-Server haben die Margen unter Druck gesetzt. Wer hier effizienter fertigt und die Lieferketten besser organisiert, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil. Das Management hat angekündigt, dass Kao zunächst als Berater an Bord bleibt. So soll ein reibungsloser Übergang gewährleistet werden, ohne dass laufende Projekte ins Stocken geraten. Die Börse reagierte zunächst verhalten auf die Nachricht, doch langfristig könnte dieser Schritt entscheidend sein. Zeitgleich sorgt Super Micro mit der Einführung neuer High-Volume-KI-Server für Aufsehen. Die Systeme sind auf energieeffiziente Flüssigkeitskühlung ausgelegt und können enorme Rechenlasten bewältigen. Besonders interessant ist die Verbindung zu Elon Musks xAI-Projekt. Das Unternehmen baut sein Rechenzentrum massiv aus und setzt dabei auf Server von Super Micro. Solche Großprojekte könnten dem Unternehmen in den kommenden Quartalen kräftige Umsatzimpulse bescheren. Die neue Blade-Server-Generation packt bis zu 25.600 CPU-Kerne in ein einziges Rack und spart dabei 50 Prozent Platz sowie 93 Prozent Verkabelung ein. Das sind handfeste Vorteile für Rechenzentren.

Charttechnik
Der Kurs notiert bei rund 30 US-Dollar, bzw. 70 Cent darunter und damit gefährlich nah am 52-Wochen-Tief aus 2025. Vom Sommerhoch bei über 60 US-Dollar, bzw. vom März 2025-Hoch bei über 66 US-Dollar ist nicht viel übrig geblieben. Beide SMAs (50er und 200er) liegen deutlich über dem aktuellen Kurs. Das spricht für einen intakten Abwärtstrend, der noch nicht gebrochen ist. Positive Signale könnten erst kommen, wenn die Aktie nachhaltig über die 33-US-Dollar-Marke klettert. Dort verläuft ein wichtiger Widerstand, den es zu überwinden gilt. Wer auf einen Rebound setzt, sollte genau auf die kommenden Wochen achten. Analysten erwarten, dass die Aktie noch länger zwischen 29,00 und 33 US-Dollar pendeln könnte. Ein Ausbruch nach oben hätte Raum bis in den Bereich zunächst von 46 US-Dollar und auch mehr, sogar Richtung 55 US-Dollar, wenn die Fundamentaldaten mitspielen.
Was tun?
Die Entscheidung für oder gegen Super Micro Computer hängt von der eigenen Risikobereitschaft ab. Fundamental steht das Unternehmen vor einer Zerreißprobe. Einerseits wächst der Umsatz weiter, und die Nachfrage nach KI-Servern bleibt stark. Andererseits drücken niedrige Margen und hohe Konkurrenz auf die Profitabilität. Der Führungswechsel in der Operationsabteilung könnte hier für frischen Wind sorgen, wenn Tom Xiao die Prozesse effizienter gestaltet. Die neuen Servermodelle zeigen, dass das Unternehmen technologisch mithalten kann. Doch der Markt will Beweise sehen. Konkrete Auftragszahlen, stabile Margen und eine klare Prognose des Managements fehlen bisher. Aus charttechnischer Sicht ist die Lage angespannt. Die Aktie steht nah am Jahrestief aus 2025 und hat mehrere wichtige Unterstützungen verloren. Die Analysten bleiben vorsichtig optimistisch. Mit einem durchschnittlichen Kursziel von rund 47 US-Dollar liegt das Aufwärtspotenzial bei etwa 60 Prozent. Rosenblatt Securities sieht sogar 55 US-Dollar als möglich an. Allerdings sind die Bewertungen inzwischen deutlich zusammengeschrumpft, was auf höhere Risiken hindeutet. Die Bewertung mit einem KGV von 23 ist nicht mehr übertrieben. Wer einsteigt, sollte sich über die hohe Volatilität im Klaren sein und einen längeren Anlagehorizont mitbringen. Nur wenn Super Micro beweist, dass die technologische Innovation auch wirtschaftlich funktioniert, wird die Aktie nachhaltig steigen. Dann sind sogar Kurse Richtung 55 US-Dollar möglich.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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