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Der U-Boot-Bauer ThyssenKrupp Marine Systems könnte schon bald einen starken Lauf haben.
Gerüchte über eine Zusammenarbeit mit Volkswagen haben die Aktie bereits nach oben geschickt. Dazu kommt ein riesiger Auftrag aus Kanada, der vor der Tür steht. Das Unternehmen hat gerade den größten Torpedo-Deal seiner Geschichte abgeschlossen. Die Auftragsbücher sind voll, vor allem wegen der NATO-Länder, die neue Waffen kaufen wollen. Nach dem Börsengang im Oktober ging es erstmal hoch und runter, Insgesamt aber mehr runter. Jetzt könnte aber der richtige Zeitpunkt für einen dauerhaften Anstieg kommen. Die Aktie hat eine wichtige Marke durchbrochen und nähert sich wieder der 70-Euro-Grenze. Experten glauben, dass bei guten Nachrichten auch Kurse von 80 oder 90 Euro drin sind. Damit wäre man wieder auf dem Niveau vom Börsenstart. Die VW-Fantasie treibt den Kurs an.
Steile Vorlage
Ende letzter Woch legte TKMS einen beeindruckenden Auftritt hin. Die Aktie schoss um gut 5 Prozent auf knapp 70 Euro nach oben. Der Grund waren Berichte über eine mögliche Zusammenarbeit mit Volkswagen im Bereich maritimer Antriebstechnologie. Konkret geht es um eine Bündelung der U-Boot-Expertise von TKMS mit dem Know-how der VW-Tochter MAN Energy Solutions. Eine offizielle Bestätigung steht zwar noch aus, doch das deutlich erhöhte Handelsvolumen zeigt das Interesse institutioneller Investoren. Das Unternehmen liegt derzeit noch deutlich unter seinem Mehr-Wochen-Hoch von deutlich über 100 Euro, das kurz nach dem Börsengang im Oktober erreicht wurde. Noch spannender wird es beim kanadischen U-Boot-Projekt. Kanada plant die Anschaffung von bis zu zwölf U-Booten der 3.000-Tonnen-Klasse mit einem Gesamtwert von bis zu 40 Milliarden Euro. TKMS steht im direkten Wettbewerb mit einem südkoreanischen Konsortium. Jetzt kommt eine überraschende Wendung: Die kanadische Regierung fordert massive wirtschaftliche Gegenleistungen in Form von Industrieansiedlungen. Für Deutschland wird dabei explizit Volkswagen genannt. Ein Zuschlag für die deutschen U-Boote könnte also direkt an Investitionszusagen des Wolfsburger Autobauers gekoppelt sein. Diese Verflechtung stärkt die Verhandlungsposition von TKMS erheblich. Am 8. Januar werden weitere Unternehmensmeldungen erwartet, die Aufschluss über den Fortgang der Verhandlungen geben könnten. Kurz vor Weihnachten sicherte sich TKMS den größten Torpedo-Auftrag der Firmengeschichte. Der Auftragsbestand liegt mittlerweile bei über 18 Milliarden Euro und sichert mehrere Jahre Umsatz ab. Das bereinigte EBIT stieg im vergangenen Geschäftsjahr um über 50 Prozent auf 131 Millionen Euro. Die EBIT-Marge von zuletzt 6 Prozent nähert sich dem mittelfristigen Ziel von über 7 Prozent. Die Aufnahme in den MDAX am 22. Dezember war ein wichtiger Katalysator für institutionelle Zuflüsse.

Charttechnik
Die charttechnischen Signale sprechen für sich. Der Sprung über die Widerstandsmarke von 67,50 Euro bestätigt die möglicherweise abgeschlossene Bodenbildung. Zwar ist der Abwärtstrend seit dem Allzeithoch von 107 Euro am IPO-Tag noch sehr hartnäckig, jedoch könnte er mit einem weiteren Anstieg über die 70 Euro-Marke gebrochen werden. Die erfolgreiche Verteidigung der 60-Euro wird als wichtiges charttechnisches Signal gewertet. Der RSI liegt mit 59 im neutralen Bereich, mit leicht positiver Tendenz, was weiteres Aufwärtspotenzial signalisiert. Charttechniker blicken auf den Bereich um 75 - 80 Euro als nächstes Ziel. Sollten sich die VW-Gerüchte konkretisieren oder der Kanada-Deal positiv entschieden werden, könnte auch die 90-Euro-Marke schnell ins Visier rücken.
Was tun?
Die fundamentalen Daten stimmen: Ein Auftragsbestand von über 18 Milliarden Euro, steigende Margen und volle Auftragsbücher durch NATO-Bestellungen schaffen eine solide Basis. Der größte Torpedo-Auftrag der Firmengeschichte unterstreicht die technologische Führungsposition. Charttechnisch hat die Aktie eine wichtige Hürde genommen und zeigt Stärke. Die Aufnahme in den MDAX sorgt für zusätzliche institutionelle Nachfrage. Die beiden Katalysatoren VW-Kooperation und Kanada-Projekt könnten in den kommenden Tagen und Wochen für Kurssprünge sorgen. Bei positiven Nachrichten sind Kurse von 80 bis 90 Euro durchaus möglich. Das aktuelle Niveau von knapp 70 Euro bietet noch Luft nach oben. Allerdings sollten Anleger die hohe Volatilität im Blick behalten. Wer auf die fundamentale Story und die geopolitische Unterstützung für europäische Rüstungswerte setzt, kann bei TKMS zugreifen. Ein Stopp unterhalb von z. B. 59 Euro schützt vor größeren Verlusten.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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