
© Foto: Volkswagen AG
Die Wolfsburger haben die Kurve gekriegt. Während viele noch über Probleme bei VW diskutieren, klettert die Aktie bereits wieder nach oben. Der neue ID. Polo soll unter 25.000 Euro kosten und bringt endlich das zurück, was Kunden seit Jahren vermissen: richtige Knöpfe statt nerviger Touch-Bedienung.
Gleichzeitig läuft das China-Geschäft besser als erwartet, die Zahlen stimmen und charttechnisch sieht es vielversprechend aus. Die 120 Euro rücken in greifbare Nähe, während beide wichtigen Durchschnittslinien (50er und 200er SMA) unter dem aktuellen Kurs liegen. Wer jetzt gestaffelt einsteigt, könnte genau den richtigen Zeitpunkt erwischen. Der Konzern positioniert sich clever zwischen E-Mobilität und klassischem Geschäft. Die Produktion läuft wieder rund und die Börse honoriert das mit steigenden Kursen. So der Plan!
Produktoffensive trifft den Nerv
Volkswagen macht ernst mit der Elektromobilität, aber diesmal ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Der ID. Polo kommt im Frühjahr 2026 auf den Markt und kostet weniger als 25.000 Euro. Das ist ein Kampfpreis gegen die chinesische Konkurrenz von BYD und anderen. Doch der Preis allein macht noch kein erfolgreiches Auto. VW hat endlich verstanden, was die Kunden wollen. Die nervigen Touch-Slider verschwinden, stattdessen gibt es wieder echte Tasten für Klimaanlage, Lautstärke und Fensterheber. Diese Kehrtwende zeigt, dass der Konzern auf Kundenfeedback hört. Die technischen Daten können sich ebenfalls sehen lassen. Mit der größeren Batterie schafft der ID. Polo bis zu 450 Kilometer Reichweite nach WLTP-Norm. Das reicht für die meisten Alltagsfahrten locker aus. Die kleinere Basisversion mit 37 Kilowattstunden kommt auf 320 Kilometer und hält den Einstiegspreis niedrig. Schnellladen funktioniert mit bis zu 130 Kilowatt, das ist solide für diese Preisklasse. Der Kofferraum fasst 435 Liter und übertrifft damit sogar den klassischen Polo mit Verbrennermotor deutlich. Parallel dazu meldet VW starke Zahlen aus China. Das Joint Venture FAW-Volkswagen verkaufte 2025 über 1,5 Millionen Fahrzeuge. Die Marke Audi eroberte sogar Platz eins im chinesischen Luxussegment zurück. Besonders stark läuft das klassische Verbrennergeschäft, wo VW seinen Marktanteil um knapp einen Prozentpunkt ausbauen konnte. Diese Cash-Maschine finanziert die teure Transformation zur Elektromobilität. Die eigene Batterieproduktion kommt ebenfalls voran. Die PowerCo-Tochter hat in der Gigafactory Salzgitter mit der Fertigung der Einheitszelle begonnen. Diese vertikale Integration senkt mittelfristig die Kosten und macht VW unabhängiger von asiatischen Zulieferern. Der Konzern baut sich systematisch eine Wertschöpfungskette auf, die langfristig Wettbewerbsvorteile bringt. Das Timing stimmt, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Charttechnik
Die Volkswagen-Aktie notiert aktuell bei rund 103 Euro. Das klingt recht solide und genau hier liegt die Chance. Der Kurs bewegt sich jetzt über dem 50-Tage-Durchschnitt und auch die 200-Tage-Linie liegt darunter. Diese Konstellation signalisiert einen intakten Aufwärtstrend. Solange die technische Unterstützung hält, ist nach oben noch Luft bis zur Marke von 120 Euro. Der RSI von knapp 64 zeigt eine möglicherweise schon in Kürze auftretende Überkauft-Situation an. Das bedeutet, dass viele Marktteilnehmer bereits gekauft haben und der Kaufdruck nachlassen könnte. Solche Phasen bieten aber dennoch oft gute Einstiegsgelegenheiten, besonders wenn die fundamentale Story stimmt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 114,20 Euro beträgt nur knapp 10 Prozent. Gleichzeitig liegt das 52-Wochen-Tief bei 81,66 Euro weiter entfernt. Diese Spanne zeigt, dass die Aktie bereits einen Teil der Erholung geschafft hat. Ein gestaffelter Einstieg macht in dieser Situation Sinn. Wer nicht alles auf einmal investiert, sondern bei kleineren Rücksetzern nachkauft, könnte seinen Schnittkurs senken. Die wichtige Unterstützungszone liegt zwischen 98 und 103 Euro. Sollte der Kurs hier nochmal zurückkommen, bietet das eine zusätzliche Chance zum Nachkauf. Nach oben hin ist der Weg zur 120-Euro-Marke frei, wenn die positiven Nachrichten anhalten und die Quartalszahlen im Frühjahr überzeugen.
Was tun?
Volkswagen steht besser da, als viele denken. Der Konzern hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und bringt mit dem ID. Polo ein Elektroauto auf den Markt, das preislich und technisch überzeugt. Die Rückkehr zu physischen Bedienelementen zeigt, dass VW auf seine Kunden hört. Das China-Geschäft läuft und könnte die nötigen Cashflows für die Transformation liefern. Die eigene Batterieproduktion startet und macht den Konzern unabhängiger. Charttechnisch sieht es vielversprechend aus. Beide wichtigen gleitenden Durchschnitte liegen unter dem aktuellen Kurs, der Aufwärtstrend ist intakt. Die 120-Euro-Marke rückt in Reichweite, wenn die operative Entwicklung weiter positiv verläuft. Ein gestaffelter Einstieg bei Rücksetzern erscheint sinnvoll. Die fundamentalen Aussichten sind vorhanden. VW kombiniert geschickt klassisches Geschäft mit zukunftsweisender Elektromobilität. Die Kooperation mit Rivian bringt zusätzliches Technologie-Know-how. Die Quartalszahlen im Frühjahr 2026 werden zeigen, ob sich die Strategie auch in den Margen niederschlägt. Wer langfristig denkt und auf den Turnaround bei VW setzt, sollte sich die Aktie genauer ansehen. Es scheint, als sei Volkswagen zurück im Spiel.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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