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Jamie Coleman (MFS): Stärkeres US-Wachstum hilft Aktien

20. bis 24. Dezember 2025

Nach dem neuen Rekord des S&P 500 am Dienstag notierten internationale Aktien kurz vor der Weihnachtspause am Mittwoch nur knapp unter ihren Allzeithochs. Die US-Zehnjahresrendite war mit 4,16% ähnlich hoch wie am letzten Freitag. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 2 US-Dollar auf 58,50 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) fiel die Volatilität von 18 auf 16,85.

Konjunktur

Überraschend starke US-Wirtschaft im 3. Quartal

Im 3. Quartal ist das US-BIP annualisiert um 4,3% gestiegen, der stärkste Zuwachs seit zwei Jahren. Maßgeblich dafür waren der solide Konsum, die enormen Investitionen in Datenzentren und das nachlassende Handelsbilanzdefizit. Nach 3,8% Wachstum im 2. Quartal hatten Volkswirte nur 3,3% für das 3. und 1,8% für das 4. Quartal erwartet, nicht zuletzt wegen des Government Shutdown. Er ist auch der Grund dafür, dass das Bureau of Economic Analysis für das 3. Quartal statt der üblichen drei Schätzungen nur zwei vorgelegt hat. Unabhängig davon sind die Bestellungen langlebiger Güter im Oktober um 2,2% gefallen, legten bei zivilen Investitionsgütern ohne Flugzeuge aber um 0,5% zu. Die schon zuvor geringe implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Fed im Januar fiel nach Veröffentlichung der Zahlen auf nur noch 13%. Die US-Staatsanleihenrenditen legten zu.

Rekordverdächtige Anleihenemissionen durch hohen Kapitalbedarf für KI

2025 wurden in den USA für etwa 1,7 Billionen US-Dollar Investmentgrade-Unternehmensanleihen begeben, kaum weniger als die 1,8 Billionen von 2020. Laut Goldman Sachs entfallen etwa 30% davon auf die Technologieriesen, die ihre KI-Infrastruktur ausbauen. Da sie jetzt mehr Anleihen begeben, rechnet man 2026 mit noch höheren Emissionen. Die zurzeit engen Spreads gegenüber Staatsanleihen könnten sich daher ausweiten.

Kursgewinne verursachen keine Inflation, sagt Trump

Am Dienstag ließ US-Präsident Donald Trump in den sozialen Medien wissen, dass er vom nächsten Fed-Vorsitzenden auch bei einer guten Marktentwicklung Zinssenkungen erwarte. Steigende Kurse würden keine Inflation verursachen. Laut Trump würde die Inflation von allein nachlassen. Käme es anders, könne man die Zinsen ja später immer noch erhöhen. "Wer anderer Meinung ist, wird ganz bestimmt nicht Notenbankchef!", so Trump abschließend.

Selenskyj offen für entmilitarisierte Zone in der Ostukraine

Ukraines Staatschef Wolodymyr Selenskyj sagte am Mittwoch, dass er bei einem russischen Rückzug offen für eine Freihandelszone in der Ostukraine sei. Allerdings müsste das ukrainische Volk darüber abstimmen. Selenskyj möchte eine entmilitarisierte Freihandelszone, die von internationalen Kräften überwacht wird. Auch über einen möglichen Friedensvertrag müsse ein Referendum stattfinden, so der Präsident.

Kurz gefasst

Auch US-Finanzminister Scott Bessent sprach sich diese Woche dafür aus, das 2%u2011Ziel der Fed zu überdenken. Sobald die 2% wieder erreicht seien, hielte er eine Spanne um das alte Ziel für sinnvoll, etwa 1,5% bis 2,5% oder vielleicht sogar 1% bis 3%.

Da der schwache Yen die japanische Inflation anheizt, warnte Finanzministerin Satsuki Katayama Händler, dass der Staat zur Währungsstabilisierung zu "entschlossenen Maßnahmen greifen" könne. Die jüngste Wechselkursentwicklung sei spekulativ und fundamental nicht gerechtfertigt.

Laut US-Bildungsministerium will die Regierung ab Januar die Gehälter von Studierenden pfänden, die mit der Rückzahlung ihrer Studienkredite im Rückstand sind. Mit Beginn der Pandemie Anfang 2020 waren Pfändungen ausgesetzt worden.

Der Bourbon-Boom scheint vorbei. Als Reaktion auf die Überproduktion will Jim Beam 2026 die Produktion im Hauptsitz in Kentucky einstellen. Junge Erwachsene trinken weniger Alkohol, und Handelskonflikte dämpfen den Export.

Laut Wall Street Journal schadet die amerikanische Blockade der venezolanischen Schattenflotte auch Kubas Wirtschaft. Das Land sei stark von billigem venezolanischem Öl abhängig.

Die vorübergehende Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelskrieg hält an. Am Dienstag teilten die USA mit, dass sie die Zollerhöhungen auf Halbleiterimporte aus China bis Juni 2027 aussetzen würden.

Am Freitag griff die amerikanische Luftwaffe über 70 Ziele in Syrien an. Die Trump-Administration revanchierte sich für einen Überfall, bei dem letzte Woche drei Amerikaner ums Leben kamen. An den Angriffen, die Einrichtungen und Waffenlager des Islamischen Staates unter Beschuss nahmen, beteiligten sich auch jordanische Truppen.

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel sagte am Montag, dass sie auf absehbare Zeit nicht mit Zinserhöhungen rechne. Der Leitzins würde wohl einige Zeit unverändert bleiben.

Diese Woche ernannte Präsident Trump Jeff Landry, Gouverneur von Louisiana, zum Sonderbeauftragten für Grönland. Er soll sich hier für die amerikanischen Sicherheitsinteressen einsetzen. Sowohl das teilautonome Grönland als auch das Mutterland Dänemark lehnen Trumps Initiative ab.

In einem Interview mit Nikkei sagte Japans Premierministerin Sanae Takaichi, dass sie auf unverantwortliche Steuersenkungen verzichten werde und zugleich weniger Staatsanleihen begeben könnte. Zur Finanzierung der höheren Verteidigungsausgaben hat Takaichis Regierungskoalition gerade erst eine generelle Erhöhung der Einkommensteuer um 1 Prozentpunkt ab 2027 vorgeschlagen.

Der US-Konsumklimaindex des Conference Board betrug im Dezember 89,1. Er lag damit unter den nach oben korrigierten 92,9 vom November.

Nach dem Protokoll der kanadischen Notenbanksitzung am 10. Dezember waren sich die Ratsmitglieder einig, dass noch unklar ist, ob die Zinsen als Nächstes erhöht oder gesenkt werden sollen.

Der S&P 500 stieg am Dienstagnachmittag auf ein neues Allzeithoch von 6.909,79.

Am Dienstag verabschiedete die französische Nationalversammlung ein Sondergesetz zur Finanzierung der öffentlichen Ausgaben bis Januar. Schon das zweite Jahr in Folge ist es nicht gelungen, sich vor dem Jahresende auf einen Haushalt für das nächste Jahr zu einigen.

Wie das Wall Street Journal am Dienstag berichtete, haben die USA diese Woche viele Spezialoperationsflugzeuge, Truppen und Militärausrüstung in die Karibik verlegt. Washington hat dadurch zusätzliche Möglichkeiten für Angriffe auf Venezuela.

Die amerikanischen Arbeitslosengeldanträge sind letzte Woche um 10.000 auf 214.000 gefallen. Offensichtlich verschlechtert sich die Arbeitsmarktlage nicht massiv.

Nächste Woche

Montag: schwebende Hausverkäufe in den USA

Dienstag: Case-Shiller Home Price Index und Protokoll der Offenmarktausschusssitzung in den USA

Mittwoch: Erstanträge auf Arbeitslosengeld in den USA

Donnerstag: Neujahr

Freitag: Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für das Verarbeitende Gewerbe (weltweit)

Fokussiert und diversifiziert bleiben

Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.

Diese Informationen sowie Nennungen von Unternehmen und Einzelwerten dürfen nicht als Anlageberatung, Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Hinweis auf die Kauf- oder Verkaufsabsichten eines MFS-Produkts aufgefasst werden.

Die hier genannten Einzelwerte können, aber müssen nicht in MFS-Fonds enthalten sein. Eine vollständige Liste aller Einzelwerte von MFS-Portfolios finden Sie in deren aktuellen Jahres-, Halbjahres- oder Quartalsberichten. Vollständige Bestandsübersichten finden Sie auch in den Fondsübersichten im Abschnitt "Produkte" auf mfs.com.

Die hier dargestellten Meinungen sind die von MFS und können sich jederzeit ändern. Prognosen sind keine Garantien.

Die Performance der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

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