
© Foto: 2026 thyssenkrupp nucera
Kann die Wasserstoff-Aktie von Thyssenkrupp Nucera jetzt durchstarten? Die Deutsche Bank hat ihre Einschätzung auf "Buy" angehoben. Jetzt richten sich viele Blicke auf den Kurs.
Die Gewerkschaft blockiert zwar die Stahlsparte des Mutterkonzerns, doch für die Wasserstoff-Tochter könnte das sogar ein Vorteil sein. Wir erklären auch warum, denn während bei Thyssenkrupp Steel die Fronten verhärtet sind und die Zukunft ungewiss bleibt, zeichnet sich bei Nucera eine klare Perspektive ab. Die Analysten sehen die Talsohle als durchschritten an. Sie erwarten für 2026 eine deutliche Belebung der Auftragslage. Jetzt muss die Aktie nur noch zwei wichtige Hürden überwinden: Erst die 10-Euro-Marke, dann die 12 Euro. Gelingt das, steht der Weg in Richtung 20 Euro offen. Die aktuellen Entwicklungen bei Nucera zeigen: Hier könnte sich eine echte Chance entwickeln.
Starke Leistung in schwierigen Zeiten
Das letzte Geschäftsjahr lief nicht nach Plan. Der Umsatz sank leicht auf 845 Millionen Euro. Noch deutlicher fiel der Auftragseingang. Er brach um fast die Hälfte ein auf nur noch 348 Millionen Euro. Viele Wasserstoff-Projekte wurden verschoben. Das belastete das Geschäft spürbar. Trotzdem gibt es gute Nachrichten. Das Unternehmen verdient wieder Geld. Statt 14 Millionen Euro Verlust steht jetzt ein Gewinn von 2 Millionen Euro in den Büchern. Das klingt erst mal wenig. Aber der Richtungswechsel zählt. Nucera hat die Kosten gesenkt und effizienter gearbeitet. Chef Werner Ponik war sieht sein Team auf dem richtigen Weg. Die Firma investiert weiter in neue Technologien. Das kostet Geld, bringt aber langfristig mehr. Besonders das traditionelle Chlor-Alkali-Geschäft läuft rund. Hier stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 386 Millionen Euro. Das ist das stabile Standbein, auf dem Nucera steht. Finanzchef Stefan Hahn betont die Fortschritte. Durch bessere Abläufe und kluges Kostenmanagement steht die Firma solider da als vor einem Jahr. Für das neue Geschäftsjahr rechnet Nucera mit neuen Aufträgen zwischen 350 und 900 Millionen Euro. Diese große Spanne zeigt die Unsicherheit. Aber sie zeigt auch: Wenn die großen Projekte kommen, kann es schnell gehen.

Charttechnik
Die Analysten von RBC haben nach den Zahlen ihr Rating "Outperform" bestätigt und sehen das Kursziel weiter bei 15 Euro. Die Deutsche Bank hat die Einstufung auf "Buy" angehoben, nachdem sie im Oktober noch auf "Hold" zurückgestuft hatte. Damals stand der Kurs bei knapp unter 12 Euro, jetzt notiert die Aktie bei rund 8,90 Euro. Die Analysten sehen die Talsohle bei Nucera als durchschritten an und erwarten eine Belebung der Auftragslage für 2026. Charttechnisch hat die Aktie nach dem Rücksetzer von über 12 Euro auf unter 9 Euro eine wichtige Unterstützung gefunden. Die erste Hürde liegt jetzt bei 10 Euro. Wird diese Marke nachhaltig überwunden, dürfte die nächste Zielzone bei 12 Euro angesteuert werden. Dort hatte die Aktie im Oktober ihr letztes Hoch markiert, bevor die Deutsche Bank die Kaufempfehlung strich. Gelingt der Sprung über 12 Euro, steht technisch der Weg in Richtung 15 bis 20 Euro offen. Die Volatilität bleibt hoch, aber genau das bietet auch Chancen für mutige Anleger. Das Sentiment dreht gerade. Auf Social Media wird Nucera wieder häufiger diskutiert, die Wasserstoff-Story gewinnt an Fahrt. Die Bewertung ist nach dem Rücksetzer deutlich attraktiver geworden. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,1 Milliarden Euro ist noch viel Luft nach oben, wenn die Großprojekte tatsächlich kommen.
Was tun?
Die Thyssenkrupp Nucera Aktie bietet aktuell ein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis. Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres zeigen, dass das Management die Kostenstruktur im Griff hat und operativ besser arbeitet. Die Rückkehr in die Gewinnzone ist ein wichtiges Signal. Das stabile Chlor-Alkali-Geschäft bildet ein solides Fundament, während das Wasserstoff-Segment das Wachstumspotenzial birgt. Fundamental betrachtet hängt viel davon ab, ob die großen Wasserstoff-Projekte tatsächlich kommen. Wenn aber nur einige der angepeilten Großprojekte unterschrieben werden, könnte die Entwicklung schnell Fahrt aufnehmen. Die Analysten von Deutsche Bank und RBC trauen der Aktie deutlich mehr zu als der aktuelle Kurs hergibt. Charttechnisch steht die Aktie vor wichtigen Weichenstellungen. Die 10-Euro-Marke ist die erste Bewährungsprobe.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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