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Als Gina Rinehart im Oktober 2025 rund 22,5 Millionen australische Dollar (etwa 14 Millionen Euro) in einen wenig bekannten Seltene-Erden-Entwickler investierte, fiel die Scheckgröße im Vergleich zu ihrem weit verzweigten Bergbauimperium kaum ins Gewicht. Das Signal jedoch war unübersehbar. Australiens reichste Person verstärkte ihr Engagement in einem Sektor, der zunehmend von Geopolitik, staatlichen Eingriffen und dem Wettlauf geprägt ist, Chinas Griff nach kritischen Mineralien zu lockern.
Die Investition erfolgte über Hancock Prospecting in den an der ASX notierten Konzern St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8), zu einem Zeitpunkt, an dem sich Seltene Erden von einer zyklischen Rohstoffgeschichte zu einem strategischen Thema wandelten. Verschärfte Exportkontrollen Pekings, gepaart mit Washingtons Bemühungen, nicht-chinesische Lieferketten für Verteidigungs- und Energiewendetechnologien aufzubauen, ließen Investoren nach glaubwürdigen Alternativen suchen. Rinehart war bereits gut positioniert - mit großen Beteiligungen an Lynas Rare Earths, Arafura Rare Earths und dem US-Konzern MP Materials. St George ergänzte dieses Portfolio um eine Option mit höherem Risiko, aber auch höherem Potenzial.
Ein Projekt im Einklang mit der Geopolitik
Die Attraktivität von St George liegt im Araxá-Projekt in Brasilien, einer Hartgesteins-Carbonatit-Lagerstätte, die sowohl Seltene Erden als auch Niob enthält. Carbonatite sind von Bedeutung, weil sie die Grundlage für die wenigen großskaligen Produzenten außerhalb Chinas bilden, darunter Lynas' Mt-Weld-Mine in Westaustralien und MP Materials' Mountain-Pass-Projekt in Kalifornien. Araxá liegt zudem direkt neben dem weltweit dominierenden Niob-Produzenten und profitiert dadurch von vorhandener Infrastruktur und technischem Know-how.
Für strategische Investoren senkt diese Kombination das Umsetzungsrisiko. Gleichzeitig passt sie zu politischen Prioritäten. Niob und Seltene Erden gelten in den USA und bei ihren Verbündeten als "kritische Mineralien", was den Zugang zu vergünstigter Finanzierung, Abnahmevereinbarungen und strategischen Reserven erleichtert. In einem Markt, in dem Kapitalkosten über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können, werden solche Signale immer ausschlaggebender.
Rückendeckung durch Macquarie
Rineharts Schritt wurde durch eine positive Einschätzung von Macquarie Equity Research untermauert. Die Bank nahm St George im Oktober 2025 mit der Einstufung "Outperform" und einem Kursziel von 0,20 A$ in die Coverage auf - etwa doppelt so hoch wie der damalige Aktienkurs. Macquarie bewertete das Unternehmen auf Basis des Nettobarwerts mit rund 1,1 Milliarden A$ und führte den Großteil dieses Werts auf das Araxá-Projekt zurück.
Macquarie hob die doppelte Rohstoffexponierung von Araxá als zentrale Stärke hervor. "Das Araxá-Projekt könnte der nächste wichtige Niob-Produzent werden und starke Renditen erzielen, wobei Erträge aus Seltenen Erden ein zusätzlicher Bonus sind", heißt es in der Studie. Verwiesen wurde auf eine geschätzte interne Rendite von rund 30 Prozent sowie auf eine aus Sicht der Analysten attraktive Kapitaleffizienz.
Zudem betonte der Broker Geologie und Standort. Die gemessenen und angezeigten Ressourcen von Araxá liegen im Schnitt bei rund 1 Prozent Niobpentoxid und mehr als 4 Prozent Gesamtoxiden Seltener Erden - Werte, die mit führenden globalen Wettbewerbern vergleichbar sind. Die Mineralisierung beginnt nahe der Oberfläche und eignet sich für den Tagebau; zugleich befindet sich das Projekt in einer Region mit ausgebautem Straßennetz, Stromversorgung und qualifizierten Arbeitskräften. "Zugängliche Infrastruktur und operatives Know-how" könnten laut Macquarie die Entwicklungszeiten verkürzen.
Finanzierung und Bestätigung
Die Studie verwies auch auf die im Oktober 2025 durchgeführte Kapitalerhöhung von St George über 72,5 Millionen A$ als weitere Bestätigung. Die Platzierung wurde aufgrund starker institutioneller Nachfrage aufgestockt und beinhaltete Hancock Prospecting als Ankerinvestor. Der Deal zeige ein "starkes Interesse strategischer Investoren" zu einem Zeitpunkt, an dem Staaten und privates Kapital daran arbeiteten, Lieferketten außerhalb Chinas zu sichern.
Was 2026 bringt
Mit Blick auf 2026 dürfte sich der Schwerpunkt von der Positionierung hin zur Umsetzung verschieben. Für St George zählen dazu Ressourcenerweiterungen, weitere Testarbeiten und erste Wirtschaftlichkeitsstudien. Macquarie sieht darin potenzielle Kurstreiber für die kommenden 12 bis 24 Monate, ebenso wie Fortschritte bei Genehmigungen und strategischen Partnerschaften.
Für Investoren wie Rinehart ist die Rechnung umfassender. Seltene Erden entwickeln sich zunehmend zu Infrastrukturwerten für Energiewende und nationale Sicherheit - nicht mehr nur zu klassischen Rohstoffen. Vor diesem Hintergrund wirkt eine Investition von 14 Millionen Euro im Jahr 2025 weniger wie eine spekulative Wette, sondern eher wie eine Option darauf, ob westliche Lieferketten schnell genug aufgebaut werden können. Ging es 2025 um das Besetzen von Positionen, wird es 2026 darum gehen zu zeigen, dass daraus auch Produktion werden kann.
Quellen:
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
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Enthaltene Werte: AU000000SGQ8
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