
© Foto: fn Symbolbild
Die Steyr Motors-Aktie zeigt sich zu Jahresbeginn von ihrer besten Seite und erobert wichtige Chartmarken zurück. Nach dem Ausstieg des Großaktionärs Mutares ist der Weg frei für neue Kursphantasie. Die Rüstungsbranche erlebt eine Renaissance, und der österreichische Motorenspezialist profitiert vom geopolitischen Rückenwind. Mit einem satten Kursplus in nur einer Woche macht das Papier Anlegern wieder Freude. Die psychologisch wichtige 40-Euro-Marke wurde spielend genommen, und mittlerweile notiert die Aktie bereits über 45 Euro. Könnte der Kurs sogar auf 70, 80 oder gar 100 Euro steigen? Die Vorzeichen stehen jedenfalls auf Wachstum, denn die weltweite Aufrüstung nimmt Fahrt auf und verschafft Steyr Motors volle Auftragsbücher.
Neue Freiheit ohne Überhang
Der komplette Rückzug von Mutares im November 2025 hat die Aktie regelrecht befreit. Vorher hing die Sorge über dem Papier, dass der Großaktionär jederzeit größere Pakete auf den Markt werfen könnte. Diese Belastung ist Geschichte. Der Streubesitz liegt nun bei rund 80 Prozent, was die Aktie für Investoren deutlich attraktiver macht. Das Handelsvolumen zieht an, und die Volatilität normalisiert sich. Zu Wochenbeginn durchbrach der Kurs zunächst die Linie bei 37,50 Euro, dann folgte schnell die 40-Euro-Marke. Die Dynamik ist beeindruckend. Gleichzeitig sorgen externe Faktoren für zusätzlichen Auftrieb. Die USA haben mit der Entführung des venezolanischen Machthabers Nicolas Maduro ein deutliches Zeichen gesetzt und weitere implizite Drohungen gegen andere Länder ausgesprochen. Das schürt weltweit Unsicherheit und erhöht den Druck auf Regierungen, ihre Verteidigungsbudgets auszuweiten. Auch in den USA selbst plant die Trump-Administration Medienberichten zufolge deutlich höhere Rüstungsausgaben. Für Steyr Motors bedeutet das zwar nicht sofort neue Aufträge, aber die Wahrscheinlichkeit dafür steigt erheblich. Die Märkte preisen diese Entwicklung bereits ein.
Charttechnik
Die charttechnische Ausgangslage stimmt optimistisch. Nach dem Überwinden der 37,50 Euro hat die Aktie zügig weitere Widerstände genommen. Die 40-Euro-Schwelle fiel ohne nennenswerte Gegenwehr. Das Momentum ist intakt, auch wenn es am Donnerstag zu kleineren Gewinnmitnahmen kam. Diese Konsolidierung trübt das Bild aber kaum. Der Verkaufsdruck aus dem Vorjahr ist verflogen, und der Chart zeigt eine klare Aufwärtstendenz. Das 52-Wochen-Hoch liegt zwar noch weit entfernt bei 426 Euro, doch das war eine überhitzte Spitze im März 2025. Realistischer erscheint zunächst ein weiterer Anstieg in Richtung 60 oder 70 Euro, sollte die positive Stimmung im Rüstungssektor anhalten. Die Unterstützung bei 40 Euro sollte halten, um den Aufwärtstrend nicht zu gefährden. Insgesamt sieht die charttechnische Lage robust aus. Auch der RSI strebt nach oben und notiert aktuell bei 59.

Was tun?
Steyr Motors bietet derzeit eine interessante Mischung aus Chancen aber auch mit Risiken. Die operative Lage ist solide, auch wenn die Umsatzprognose für 2025 im November auf 48 bis 52 Millionen Euro gesenkt wurde. Diese Anpassung war aber zeitlich bedingt, da sich Regierungsaufträge verzögerten und ins laufende Jahr 2026 verschoben. Die Auftragsbücher sind gefüllt. Die mittelfristigen Wachstumsziele haben Bestand. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 liegt allerdings bei 32, was zeigt, dass viel Optimismus bereits eingepreist ist. Die charttechnische Stärke und der sektorale Rückenwind sprechen dennoch für weiteres Potenzial. Wer auf steigende Verteidigungsbudgets weltweit setzt und eine höhere Bewertung akzeptiert, findet hier eine spannende Wachstumsstory. Eine spekulative Position mit Stopp-Loss unter 40 Euro erscheint für risikobereite Anleger vertretbar. Konservative Investoren warten eventuell darauf, wenn es weitere konkrete Auftragsmeldungen gibt.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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