12.01.2026 -
Aktueller Marktkommentar
Aus Sicht von Euro-Anlegern war 2025 ein starkes, aber von Politik und Zinsen geprägtes Jahr: Aktien legten deutlich zu, Edelmetalle verzeichneten einen außergewöhnlichen Bullenmarkt, während Staatsanleihen nur moderat performten. Der US-Dollar tendierte 2025 deutlich schwächer. Belastet wurde er insbesondere durch das Zollchaos und die erratische US-Politik des letzten Jahres. Gold erlebte einen bemerkenswerten Höhenflug mit Kursgewinnen von rund 45 % in Euro gemessen. Getragen wurde diese Rally von einer Rekordnachfrage der Zentralbanken, sicherheitsorientierten Zuflüssen und der De-Dollarisierung. Unter der Oberfläche gab es jedoch große Unterschiede. In einheitlicher Währung gehörten US-Aktien zu den schlechteren Aktienregionen, während Europa outperformte. Banken zählten ebenso wie viele Tech-Werte und Minenaktien zu den relativen Gewinnern, während Konsumgüter und der Gesundheitssektor tendenziell schwächelten. 2026 dürfte ein "interessantes Kapitalmarktjahr" werden, wie die letzten Tage bereits angedeutet haben. Kurzfristig bleiben wir optimistisch und sind spürbar übergewichtet in Aktien, erwarten aber im weiteren Jahresverlauf den einen oder anderen Rücksetzer.
Kurzfristiger Ausblick
Nachdem das Jahr 2025 (geo-)politisch mit einigen Überraschungen auf-wartete, dürfte das Jahr 2026 nicht minder spannend werden. In den USA finden im November die Zwischenwahlen statt, bei welchen Donald Trump noch einiges gut zu machen hat. Geldpolitisch dürfte der weitere Zinspfad der Federal Reserve unter einem neuen Fed-Chair im Anlegerfokus stehen. In Europa dürfte der Anlegerfokus auf der Wirkung des Fiskal- und Infrastrukturpaket liegen.
In der laufenden Woche dürfte sich der makroökonomische Blick am Dienstag auf die Verbraucherpreise (Dez.) aus den USA richten. Neben den Erzeugerpreisen (Nov.) wird mit den Einzelhandelsumsätzen (Nov.) am Mittwoch zudem ein neuer Datenpunkt zum US-Konsumenten erwartet. Darüber hinaus wird das Beige Book der Fed veröffentlicht. Am Donnerstag richtet sich der Blick auf die Verbraucherpreise (Dez.) einiger Euroländer sowie auf die Daten zur europäischen Industrieproduktion (Nov.). Unternehmensseitig startet die Berichtssaison für das vierte Quartal klassischerweise mit den US-Banken.
